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Die Durchlässigkeit von Fassaden von Shopping-Malls und ihr Verhältnis zum Stadtraum

Die Durchlässigkeit von Fassaden von Shopping-Malls und ihr Verhältnis zum Stadtraum von Otten,  Leonie
Als Architektin, die bereits sowohl theoretisch als auch praktisch in der Architektur gearbeitet hat, stelle ich mir die Frage, wie mit der Verantwortung für den gebauten Raum umgegangen werden muss. Im Bereich der praktizierenden Architektur wird wenig wissenschaftlich geforscht und gearbeitet;gleichzeitig sind es die ArchitektInnen, die unsere gebaute Umwelt gestalten und formen und so Einfluss auf die gesamte Gesellschaft ausüben. Diesem Forschungsbedarf aus architektonischer Perspektive soll diese Arbeit nachkommen. Aus diesem Grund ist die vorliegende Doktorarbeit an der Schnittstelle zwischen Theorie und Praxis angesiedelt.In der Stadt ist die Beziehung von Architektur und Gesellschaft besonders stark ausgeprägt und ablesbar. Die Struktur und somit auch das Bild der Stadt verändern sich dynamisch. Anhand einer konkreten Typologie – der Shopping-Mall – soll im Rahmen dieser Arbeit eine Momentaufnahme der Beziehung zwischen Stadtbild und Architektur getätigt werden. Da die Fassade – als unmittelbare Erscheinungsfläche der gebauten Struktur – in der Beziehung von Stadtbild und Architektur eine besondere Rolle spielt, liegt der Schwerpunkt der Feldforschung auf der Untersuchung ebendieser.Der Handel markierte einen der Hauptgründe für die Entstehung von Städten und war überdies stadtbildprägend;daraus entstand eine zunächst untrennbare Verbindung von Stadt und Handel. Das Konsumverhalten der Gesellschaft sowie die unmittelbar damit zusammenhängende Konsumtypologie in der Architektur waren in den letzten Jahrhunderten jedoch immer wieder starken Wandlungen unterworfen. Um die Typologie der Shopping-Mall in ihrer gegenwärtigen Form zu verstehen, werden in der vorliegenden Arbeit die herausstechenden Typologien der Vergangenheit, die als Stellvertreter ihrer Epoche angesehen werden können, untersucht. Diese umfassen den Marktplatz, die Markthalle, die Passage, das Warenhaus und die gegenwärtige Shopping-Mall.Die Geschichte der Shopping-Mall beginnt mit dem nach Amerika emigrierten jüdischen Architekten Victor Gruen. In seinem Versuch, die europäische Stadt nachzuempfinden, entwarf er die ersten Shopping-Malls als offene Konzepte in den Suburbs von Nordamerika. Die aus Amerika reimportierte Shopping-Mall stellte die erste Konsumarchitektur in der Typologiegeschichte dar, die die Stadt zu Gunsten der Grünen Wiese verlassen hat. Die Erkenntnis, dass der Handel nicht mehr auf die Stadt angewiesen ist, die Stadt jedoch den Handel als Belebungsfaktor benötigt, folgte unmittelbar und die Shopping-Mall hielt – anfangs strukturell unverändert – Einzug in die Innenstädte. Durch den Online-Handel steht die Shopping-Mall im 21. Jahrhundert einem dominanten und unberechenbaren Konkurrenten gegenüber, was die Shopping-Mall-EntwicklerInnen zu einem Umdenken zwingt. Darin liegt eine große Chance, die von der Architektur wahrgenommen und genutzt werden muss. Das Phänomen der Konsumgesellschaft und damit zusammenhängend der Handelsarchitektur im 21. Jahrhundert ist aus diesen Gründen von aktueller Relevanz.Durch seine multizentrale Struktur sowie seine ausgeprägte Handelsarchitekturgeschichte bietet sich Berlin als Forschungsfeld an. Die Feldforschung untersucht anhand von zwei ausgewählten Fallbeispielen – der Alexa Shopping-Mall und der LP12 Mall of Berlin –, inwieweit die großmaßstäblichen innerstädtischen Shopping-Malls in Berlin ihr unmittelbares Umfeld und Stadtbild prägen, und darüber hinaus, welche Rolle die Fassade in diesem Kontext spielt. Die beiden Beispiele zeichnen sich dadurch aus, dass sie in den letzten zehn Jahren eröffnet wurden, sich in der historischen sowie aktuellen Mitte Berlins befinden und Verkaufsflächen von über 50.000 m2 aufweisen. Das Forschungsergebnis soll einen Beitrag und einen Anstoß zu architektonisch-sachlichen Diskussionen leisten.Bei der Neuausrichtung ist es lohnenswert, sich des historisch vorhandenen typologischen Reichtums bewusst zu werden und sich aktiv am Diskurs zu beteiligen. Im historischen Verlauf hat sich die Fassade schlussendlich in der Shopping-Mall verdoppelt, die repräsentativen Schaufenster sind ins Innere gewandert und zurück blieben geschlossene Rückseiten, an denen durchlässige Stadtfassaden für die Qualität des öffentlichen Raumes zwingend notwendig sind. Die äußere Fassade kommt ihrer Verantwortung als Schnittstelle der beiden Sphären Privatheit und Öffentlichkeit nicht mehr nach. Marktgesteuerte betriebswirtschaftliche Ziele (geschlossene Fassaden) stehen dem öffentlichen kollektiven Interesse (durchlässige Fassaden) gegenüber.Das architektonisch räumliche Erlebnis bildet ein Alleinstellungsmerkmal gegenüber dem Online-Handel und muss als Gewinn für Architektur, Stadtraum und BetreiberIn bei der Herausbildung einer neuen Typologie diskutiert werden. Der derzeitigen Praxis, nur die Fassaden als Wettbewerbe zu vergeben, liegt die streitbare Annahme der EntwicklerInnen zu Grunde, das Äußere von Gebäuden von deren Innerem trennen zu können. Die Entwicklung von geschlossenen Fassaden (Alexa) zur reinen Perforierung der Fassade (LP12 Mall of Berlin) zeigt allerdings, dass Fenster nicht genutzt, sondern mit Folie verklebt werden, um Lagerflächen zu generieren, wenn sich das Innere strukturell nicht mitverändert. Die Fassade muss wieder zu einer lebendigen Schnittstelle werden, die den öffentlichen Raum aktiviert und bespielt.
Aktualisiert: 2021-01-29
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BLINDE FLECKEN

BLINDE FLECKEN von Arenz-Morch,  Angelika, Bach,  Annika, Berkessel,  Hans, Bernsdorf,  Ina-Maria, Cespedes,  Patricia, Cho,  Leyla, Dr. Dold,  Cornelia, Gottwald,  Annika, Grosse,  Marianne, Hubalek,  Vilma, Jung,  Saskia, Kaebe,  Julia, Kirchhoff,  Annika, Klettenhofer,  Victoria, Koop,  Thea, Kukatzki,  Bernhard, Kurze,  Lukas, Ludwig,  Nina, Metzger,  Cedric, Missyris,  Maren, Niedner,  Moritz, Okshina,  Anastasiya, Palotas,  Cilia, Poellath,  Laura, Prof. Dr. Phil. habil. Stephan,  Regina, Prof. Dr. Weissman,  Susanne, Prof. Gutjahr,  Wolf, Prof. Krauter,  Antje, Schupp,  Benjamin, Spohner,  Naja, Thiel,  Hanna, Waninger,  Anne, Weisenborn,  Jana, Yang,  Selina, Yüksel,  Zeliha
Der „blinde Fleck“ steht in der Wahrnehmungspsychologie für die (selbst)beschränkte Sicht auf unsere Welt. Der heutige Zustand historischer Bauten - nicht nur in Mainz - bezeugt diese selektive Sichtweise. Besonders die Konnotation von Gebäuden und Plätzen als Tatorte offen begangener nationalsozialistischer Verbrechen in der Mitte unserer Gemeinwesen, ist meistens nicht ablesbar, erst recht nicht emotional erfahrbar. Am 27.01.1945 befreiten Truppen der Roten Armee das Vernichtungslager Auschwitz. Dieser Ort steht wie kein anderer für das nicht vorstellbare Grauen des industriellen Massenmordes an sechs Millionen Juden durch den Nationalsozialismus. Die Zeitzeugen und Überlebenden der Shoa verstummen allmählich. Ihr Erbe aber muss fortwährende Verpflichtung bleiben – nicht nur durch steinerne Tafeln und bei institutionalisierten Gedenkfeiern. Der Brückenschlag mit Hilfe der Tatorte aus der Geschichte zu den weltweit sichtbaren aktuellen rechtspopulistischen und faschistischen, Demokratie und Freiheit bedrohenden Tendenzen in unserer Gesellschaft, wird so aus Gedankenlosigkeit oder zum Teil aktiv verhindert. Die Auswirkungen dieser „Blinden Flecken“ auf unsere Gegenwart sind bereits seit einiger Zeit in unserer Gesellschaft spürbar. Im Sommersemester 2020 forschten an der Hochschule Mainz 25 studentische Arbeiten unter szenografisch-performativen und architektonisch-räumlichen Aspekten an Tatorten des Nationalsozialismus in Mainz. Vom 02.03 bis zum 27.03.2021 werden im LUX - PAVILLON DER HOCHSCHULE MAINZ die besten Arbeiten öffentlich präsentiert. Der vorliegende Katalog zeigt alle entstandenen studentischen Arbeiten und erscheint anlässlich der Ausstellung. Unterstützt wurden die Projekte durch das Präsidialamt der Hochschule Mainz, der Landeszentrale für politische Bildung Rheinland-Pfalz LpB, dem Haus des Erinnerns in Mainz und weitere Mainzer Institutionen und Bürger*innen.
Aktualisiert: 2021-02-01
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Berlin Praxis

Berlin Praxis
Dieses Heft ist die zweite unserer beiden Berlin-Ausgaben, die wir im Nachgang zu unserer Ausstellung 1989–2019: Politik des Raums im Neuen Berlin herausgeben. Wenn man so will, hat die erste Ausgabe von den verlorenen Kämpfen der Vergangenheit gehandelt. Dieses Heft fragt nun danach, wie praktizierende Architekt*innen wieder mehr Handlungsoptionen gewinnen können. Wir behandeln drei zentrale Aspekte, die zu einer neuen Berliner Praxis führen: die Ökonomie des Bauens angesichts des überhitzten Immobilienmarktes, die Entdeckung der Peripherie vor dem Hintergrund der Verknappung von Bauland in der Stadt, und die unter Planungsbüros wie bei der Kritik immer noch ungeliebte und missverstandene Frage der Partizipation.
Aktualisiert: 2021-01-28
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Der Spreeflügel des Berliner Schlosses

Der Spreeflügel des Berliner Schlosses von Dähn,  Cay-Uwe
In der Forschung ist der Spreeflügel bisher vernachlässigt worden. Dabei kann man an ihm die mehrere Jahrhunderte währende Baugeschichte des Schlosses gut ablesen. Denn gerade seine Uneinheitlichkeit ermöglicht es, die einzelnen Bauschichten zu erkennen, ihre sich wandelnden Funktionen aufzuzeigen und schließlich das zwar heterogene, aber in sich harmonische Ensemble zu würdigen.
Aktualisiert: 2021-01-25
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100 Traumhäuser

100 Traumhäuser von Bachmann,  Wolfgang, Matzig,  Katharina
Die 100 schönsten Einfamilienhäuser der letzten Jahre versammelt in einem Werk: Ob kleines Haus am Hang oder opulentes Haus mit Pool, ob aus Holz, Beton oder Ziegel – für jeden Geschmack und jede Situation ist das Passende dabei. So unterschiedlich die vorgestellten Häuser sind, so haben sie doch eines gemein: Sie wurden von den besten Architekten entworfen und zeugen von einer herausragenden Einfamilienhaus-Architektur.
Aktualisiert: 2021-01-25
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