Niedergangsdiagnostik

Niedergangsdiagnostik von Max,  Katrin
In "Buddenbrooks" wird der Verfall einer Familie aus verschiedenen Perspektiven dargestellt. Die medizinisch-biologische Dimension verdient dabei besondere Aufmerksamkeit. Nur im Kontext zeitgenössischer Degenerationskonzepte ist zu verstehen, warum sich der Niedergang der Buddenbrooks auf die geschilderte Art und Weise vollzieht. Das medizinische Wissen der Zeit bietet dabei nicht nur Erklärungen für die mannigfaltigen Erscheinungsformen des Verfalls - es ist auch zum Verständnis der Ursachen unabdingbar. Im Sinne der stark anthropologisch orientierten Entartungstheorien der Zeit hat Johann Buddenbrook sich eines moralischen Fehlverhaltens schuldig gemacht und dadurch einen Degenerationsprozess in Gang gesetzt, der in Folge zum irreversiblen Schicksal der Nachgeborenen wird. Mit dem Fortschreiten dieses gesetzmäßig inszenierten Niedergangs des Biologischen erschließt sich der Roman zunehmend in mythologischen Kontexten. Medizinische Aspekte stehen im Text nicht isoliert. Durch ihre vielfältigen Bezüge ermöglicht ihre Berücksichtigung bei der Interpretation des Romans vielmehr neue Einsichten. So weist der biologische Verfall auffallende Parallelen zu Schopenhauers Erblichkeitskonzeption auf, gemäß der der Wille über den Vater und der Intellekt über die Mutter weitergegeben wird. Ferner kann die religiös-moralische Komponente des Degenerationsgeschehens im Kontext der Lübecker Katechismen gedeutet werden. Nietzsches Forderung einer Übertragung ins Bürgerliche wird dabei auch im Hinblick auf die biblische Geschichte entsprochen, so dass sich der Roman nicht zuletzt als – freilich ironisch reflektiertes – Erbsünden-Exempel erweist.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Entweder ästhetisch – oder religiös?

Entweder ästhetisch – oder religiös? von Fürstenberg,  Henrike
Liest man Søren Kierkegaards Schriften textanalytisch, lässt sich das Verhältnis des Ästhetischen und des Religiösen in seinem Werk ganz neu bestimmen. Statt dass beide einander ausschließen, wie oftmals im Anschluss an Kierkegaards eigenes Diktum angenommen, lässt sich durch eingehende Detailstudien eine reziproke Bedingtheit offenbaren, die auf anthropologische, theologische und kunsttheoretische Prämissen zurückverweist. So belegt die Arbeit bereits in Texten aus Entweder – Oder oder der Wiederholung religiöse Kernthesen (z.B. zum christlichen Paradox, zu Unmittelbarkeit und rezeptiver Selbstaufgabe) anhand der narratologischen Komposition, Semantik, Wiederholungs- und Gegensatzfiguren u.a. Anhand der bisher kaum beachteten, hochkomplexen stilistischen Struktur verschiedener religiöser Reden und der Einübung im Christentum wird gezeigt, dass deren theologischer Gehalt umgekehrt erst durch die Indienstnahme ästhetischer Verfahrensweisen, Motive und Denkweisen zu Stande kommt. Der Band vereint eine literaturwissenschaftliche mit einer theologischen und philosophischen Perspektive in faszinierenden Analysen und weist so den Weg in ein neues Verständnis von Kierkegaards Schaffen.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Moderne Regulierungsregime / Selbstregulierung im 19. Jahrhundert – zwischen Autonomie und staatlichen Steuerungsansprüchen

Moderne Regulierungsregime / Selbstregulierung im 19. Jahrhundert – zwischen Autonomie und staatlichen Steuerungsansprüchen von Bender,  Gerd, Collin,  Peter, Ruppert,  Stefan, Seckelmann,  Margrit, Stolleis,  Michael
Regulierte Selbstregulierung ist mittlerweile zu einem Schlüsselbegriff der rechts- und politikwissenschaftlichen Diskussion geworden. Man findet sie heute in vielerlei Gestalt. Gemeinsam ist allen Varianten eine Kombination aus einem staatlichen Steuerungsanteil und einem Eigenregulierungsanteil der gesellschaftlichen Akteure. Die historischen Dimensionen Regulierter Selbstregulierung, ihrer rechtlichen Ausformungen, aber auch ihrer ökonomischen, kulturellen und sozialpolitischen Kontexte herauszuarbeiten, ist die Aufgabe des am Max-Planck-Institut für europäische Rechtsgeschichte angesiedelten Projekts "Regulierte Selbstregulierung in historischer Perspektive". Dieser Band dokumentiert die Ergebnisse einer Tagung, die vom 9. bis zum 11. Juli 2009 in Bad Homburg stattfand.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Brunners Wissenschaft

Brunners Wissenschaft von Liebrecht,  Johannes
Noch immer gilt der Deutschösterreicher Heinrich Brunner als Inkarnation rechtshistorischer Gelehrsamkeit schlechthin und als der berühmteste germanistische Rechtshistoriker des 19. Jahrhunderts. Diese Studie unternimmt es, sein Werk, dessen Axiome sowie Brunners institutionelles Wissenschaftsbild zu analysieren. Indem Denken und Wirken der Koryphäe im Einzelnen rekonstruiert und eingeordnet werden, entsteht zugleich ein erstmals tieferer Einblick in die inneren Strukturen der deutschen Rechtshistoriographie an der Schwelle zum 20. Jahrhundert. Die Blüte der Disziplin machte diese Jahre, auch dank Brunner, nicht allein im deutschsprachigen Raum, sondern auch in internationaler Hinsicht zu einer Schlüsselperiode für die Verwissenschaftlichung der Rechtshistoriographie.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Zwischen Czernowitz und Berlin: Deutsch-jüdische Identitätskonstruktionen im Leben und Werk von Karl Emil Franzos (1847-1904) (E-Book)

Zwischen Czernowitz und Berlin: Deutsch-jüdische Identitätskonstruktionen im Leben und Werk von Karl Emil Franzos (1847-1904) (E-Book) von Ludewig,  Anna-Dorothea
"Die Verfasserin des vorliegenden Buches […] hat sich in die erstaunlich reiche Franzos-Philologie eingearbeitet, unedierte Quellen (v. a. Briefwechsel) studiert, gleichfalls die einschlägige Literatur zur jüdischen Geschichte im Kontext von Politik und Kultur des 19. Jh. Keine Hagiographie entstand so, sondern eine Studie von überraschend sicherem und differenziertem Urteil." (Hans Wolf Jäger, Germanistik, Bd. 50, 2009, Heft 1-2) *** Karl Emil Franzos wurde 1847 als Sohn jüdischer, deutsch akkulturierter Eltern im galizischen Czortkow geboren, besuchte in Czernowitz/Bukowina das Gymnasium und absolvierte ein juristisches Studium in Wien und Graz. Sein Leben als freier Schriftsteller und Journalist führte ihn auf zahlreiche Reisen, insbesondere nach Osteuropa, er behielt aber stets seinen Wohnsitz in Wien; erst 1887 ließ er sich in Berlin nieder, wo er bis zu seinem Tod 1904 lebte. Bereits diese Eckdaten, die zunächst nur die chronologisch-geographische Lebensstruktur darlegen, deuten die Zerrissenheit seines Lebens an, das geprägt war von dem Kampf um eine Akzeptanz insbesondere durch das deutsche Bürgertum; denn Franzos hat sich zeitlebens in einem Spannungsfeld zwischen der Selbstwahrnehmung als Deutscher und der Außenwahrnehmung als Jude bewegt. Sein „Sonderweg“, dieses Spannungsfeld aufzubrechen und als „Gleicher unter Gleichen“ anerkannt zu werden, führte über die Literatur und damit über seine persönlichen Beiträge zur deutschen Kultur. Anliegen des vorliegenden Buches ist es, durch die Schilderung dieses individuellen Lebensweges ein Stück europäisch-jüdischer Geschichte wieder sichtbar zu machen.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Lebensalter und Recht / Zur Erziehung verurteilt

Lebensalter und Recht / Zur Erziehung verurteilt von Mill,  Tatjana
Die gesellschaftliche Erfahrung jugendlicher Delinquenten und der Jugend insgesamt zeichnet sich durch die Unbeständigkeit und den ständigen Wandel aus. Gegen Ende des 19. Jahrhundert setzte sich das neue Verständnis von Jugend durch, das sich unter anderem auch in den Bestrebungen der Juristen und Kriminalpolitiker, die strafrechtliche Behandlung der Jugendlichen zu reformieren, ausdrückte. Von der Humanität der Epoche der Aufklärung gingen die Juristen zur Bewältigung der kriminalpolitischen Erfordernisse der Zeit der Industrialisierung über. Nicht die Milderung der allgemeinen Strafen, sondern die Zweckmäßigkeit der staatlichen Reaktion auf die Straftaten der Minderjährigen wurde zur Hauptforderung der Reformer des ausgehenden 19. Jahrhunderts. Beispielhaft für die neue Wahrnehmung der jugendlichen Delinquenten stehen die in Russland ab 1864 stattfindenden Reformen im Bereich der Jugendkriminalität. Die Studie beleuchtet im Einzelnen die Modernisierung der Gesetzgebung, die Pädagogisierung des Strafvollzugs und die jugendspezifische Gestaltung des Gerichtsverfahrens. Dabei wird ausführlich auf die theoretische Basis der Reformen eingegangen. Die juristischen Diskurse und Reformvorschläge werden nach ihrer ideengeschichtlichen Herkunft unter Berücksichtigung der gegen Ende des 19. Jahrhunderts stattfindenden Internationalisierung des Strafrechts und der Kriminalpolitik analysiert. Das besondere Augenmerk richtet sich dabei auf den Ideen- und Rechtstransfer von Westen nach Russland und die internationale Gemeinschaftsarbeit russischer Juristen mit ihren westlichen Kollegen.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Esmeralda

Esmeralda von Goebel,  Eckart
»Doktor Faustus« kann nur der Deutschland-Roman sein, der er ist, weil er als deutsch-französischer Roman konstruiert und durchgeführt wurde. Dieses Buch bietet eine Neulektüre von Thomas Manns ›Deutschland-Roman‹: Überzeugend zeigt Eckart Goebel, dass sich Victor Hugos Roman »Der Glöckner von Notre-Dame« (1831) als ein weiterer Referenztext des »Doktor Faustus« lesen lässt. Mit Blick auf die ›klassischen‹ kulturhistorischen Studien Meineckes, Plessners und Lacoue-Labarthes beleuchtet Goebel einleitend die deutsch-französischen ›Kulturkriege‹, um das Verständnis für die politischen und kulturellen Grundlagen von Thomas Manns Altersroman zu erweitern. Der Verlauf der (Kranken-)Vita Adrian Leverkühns ist präzise an Eckdaten der seit 1871 ›vergifteten‹ deutsch-französischen Beziehungen gekoppelt. Anhand dieser Verknüpfung bestätigt Goebel eine umstrittene These zum »Doktor Faustus« mit neuer Begründung: Das ›Gift der Franzosenkrankheit‹ stiftet die allegorische Parallele zwischen dem deutschen Tonsetzer und seinem Land. Deutlich erkennbar wird in der vorliegenden Interpretation zudem die literarische Abbitte Thomas Manns an seinen Bruder Heinrich - als Widerruf der »Betrachtungen eines Unpolitischen« von 1918.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Zwischen Salon und musikalischer Geselligkeit

Zwischen Salon und musikalischer Geselligkeit von Gerber,  Mirjam
Das Phänomen des musikalischen Salons im 19. Jahrhundert wurde bislang oft idealisiert dargestellt. Die Analyse zeitgenössischer Quellen eröffnet einen neuen Blick auf die faszinierende private Musikpraxis der Musikmetropole Leipzig und ihrer Akteure. Am Beispiel der musikalisch professionell ausgebildeten Frauen Henriette Voigt und Livia Frege lernt der Leser die bedeutenden Netzwerke und anspruchsvollen Aufführungsmöglichkeiten kennen, die Bürgerhäuser für Komponisten und Interpreten boten. Mendelssohns Opernfragment „Loreley“, Schumanns „Faust-Szenen“ und Brahms’ Lieder kamen hier ebenso zur Aufführung wie Bachs h-moll-Messe oder Beethovens Kammermusik. Die musikalischen Geselligkeitsformen des 19. Jahrhunderts bilden einen spannenden Kristallisationspunkt des Bürgertums und seiner Musikästhetik. Die Entstehung eines Werkkanons, die Idee einer bildungsorientierten Bürgerlichkeit und die Entwicklung eines öffentlichen Konzertlebens stehen in enger Wechselbeziehung damit. Eine Materialsammlung zu privaten Musikaufführungen in Leipzig mit Repertoireaufstellungen sowie eine lexikalische Untersuchung weiterer Veranstalter vervollständigen die Studie.****************The phenomenon of the 19th-century musical salon has often been depicted in idealised form. The analysis of contemporary sources offer a new insight into the fascinating world of private music-making in the musical metropolis of Leipzig and those who played a part in it. Two professionally-trained female musicians, Henriette Voigt and Livia Frege, are used as examples to introduce the reader to the important networks and significant opportunities for performance which middle-class homes offered to composers and performers. Mendelssohn’s operatic fragment ‘Loreley’, Schumann’s ‘Scenes from Faust’ and Brahms’ Lieder were performed here alongside works such as Bach’s B Minor Mass or Beethoven’s chamber music. The forms of social music-making in the 19th century represent a fascinating crystallisation of middle-class life and its musical aesthetics. The creation of a canon of works, the concept of a middle class focused on education, and the development of public concerts are closely related to it. The study is complemented with a collection of material relating to private musical performance in Leipzig with repertoire lists and a lexical study of other organisers.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Literarische Romantik

Literarische Romantik von Schanze,  Helmut
Die Romantik gehört heute wieder zu den meist diskutierten und am kontroversesten interpretierten Epochen der Kulturgeschichte. Von den Anfängen ausgehend beleuchtet dieser Band das ursprüngliche Zentrum der Epoche, die um die Wende zum 19. Jahrhundert ihren Höhepunkt erreichte: Ob Fragment, Märchen oder Roman, der der Bewegung den Namen gegeben hat, die entsprechenden Fachleute stellen alle wichtigen Gattungen der romantischen Literatur einzeln vor, wobei sämtliche Autoren, die mit der Epoche in Zusammenhang stehen – von den Gebrüdern Schlegel, Novalis und Ludwig Tieck über die Grimms, Hölderlin, Brentano, E.T.A. Hoffmann oder Achim von Arnim bis hin zu Eichendorff, Kleist, Jean Paul und Heinrich Heine –, zur Sprache kommen. Artikel zum zentralen Begriff der ›Ironie‹, zum ›Symbol‹ oder zur romantischen ›Rhetorik‹ runden das Bild ab.Der Band ist mit einer Zeittafel versehen, die wichtige Ereignisse und Daten übersichtlich rekapituliert; Autoren- und Werkregister leiten durch die Texte, umfangreiche Bibliographien verschaffen Zugang zu weiterer Literatur.
Aktualisiert: 2019-12-18
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