»Das Mensch« und »der Kerl«

»Das Mensch« und »der Kerl« von Gleixner,  Ulrike
Seit der Neukonzeption der Ehe im Zuge der Reformation wurde nichtehelicher »Beyschlaf« als Unzucht kriminalisiert und zur Bestrafung an Gerichte verwiesen. Anhand von Verhörprotokollen altmärkischer Patrimonialgerichte zeigt die Autorin, wie Frauen und Männer über die Thematisierung ihres sexuellen Verhaltens in diesen Verfahren als different und gleichzeitig aufeinander bezogen konstruiert wurden. An diesem durchaus widersprüchlichen Prozeß waren Obrigkeit, Richter, Pfarrer, angeklagte Frauen und Männer, ihre Herkunfts- und Diensthaushalte sowie die Dorfgemeinde mit jeweils unterschiedlichen Interessen beteiligt. Diese Studie leistet einen Beitrag zur Diskussion um die soziale Konstruktion der Zweigeschlechtlichkeit und damit zur Geschlechtergeschichte sowie zur Kriminalitätsgeschichte, zur Funktionsweise von Gerichten und zur historischen Gemeindeforschung. Unveränderter Nachdruck der Ausgabe von 1994
Aktualisiert: 2023-03-20
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Die Verwissenschaftlichung des Sozialen

Die Verwissenschaftlichung des Sozialen von Stein,  Anne-Dore
Wilhelm Polligkeit, einer der Gründerväter des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, kann als Prototyp der neuen Sozialwissenschaftler in Bezug auf die Verwissenschaftlichung der Sozialen Frage in der Moderne bezeichnet werden. Industrialisierung, Säkularisierung, Bürokratisierung, Professionalisierung und Sozialdisziplinierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts führen zu so tiefgreifenden sozialen, ökonomischen und kulturellen Veränderungen, dass diesen mit den traditionellen Mitteln der 'Wohltätigkeit' nicht mehr begegnet werden kann. Sozialkonservativ mit dem Ziel der Beibehaltung der bürgerlichen Gesellschaft, modern in der Entwicklung sozialtechnokratischer Steuerungsinstrumente wird die Rolle Polligkeits als Sozialreformer im Spannungsfeld von individualisierter Hilfe und bürokratisch exekutierbarer Normalitätsstandards aufgezeigt.
Aktualisiert: 2023-03-15
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In Unehren beschlaffen

In Unehren beschlaffen von Klammer,  Peter
Die Kirche machte sich bis zum Ende des 17. Jahrhunderts in Form des geistlichen Gerichts zum Anwalt der geschwängerten und um die Ehe betrogenen Frauen, so dass diese Institution, weil sie zum Großteil von Frauen angerufen wurde, geradezu unter dem Aspekt der Justiznutzungaufgefasst werden kann. Frauen erhielten nicht nur gerichtlich erwiesene Eheversprechen materiell abgegolten, auch ihre verlorene Ehre konnten sie vor diesem Forum einklagen. Völlig unterschiedlich war die Zielsetzung des weltlichen Gerichts. Es fungierte ausschließlich als Strafgericht. Ehebrecher und Fornikanten, die vor dieses Gericht gebracht wurden, hatten mit den unterschiedlichsten Sanktionen zu rechnen, die von Geld- und Gefängnisstrafen über Körper- und Schandstrafen bis hin zum lebenslänglichen Landesverweis reichten.
Aktualisiert: 2019-12-19
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Juan Luis Vives (1492-1540)

Juan Luis Vives (1492-1540) von Zeller,  Susanne
Diese Publikation zur Erforschung der historischen Entwicklung einer "Wissenschaft Soziale Arbeit" am Beispiel des in Vergessenheit geratenen (Armenpflege)Konzeptes "De subventione pauperum" (1526) des spanischen Humanisten, Voraufklärers, Europäers und Sozialreformers jüdischer Herkunft, Juan Luis Vives (1492-1540), möchte eine Lücke schließen. Vives war Vertreter einer dramatischen Übergangsepoche vom Mittelalter zur frühen Neuzeit. Hier ergeben sich vergleichbare schwierige Herausforderungen, wie sie Übergangszeiten immer charakterisieren, und wie wir sie auch heute unter dem Umbau des Sozialstaates (wieder) zu bewältigen haben. Die frühneuzeitliche Armenpflege war gekennzeichnet durch eine Form der "Sozialdisziplinierung", die durch "Individualisierung", "Kommunalisierung", "Pädagogisierung" und "Bürokratisierung" die Masse entwurzelter Menschen zu grundlegenden Verhaltensveränderungen und Anpassungen zu bringen suchte. Dies bedeutet(e) bis in die heutige Zeit hinein für Empfänger öffentlicher Leistungen, sich rechtfertigen zu müssen, warum sie diese Leistungen beanspruch(t)en. Vives hat auf dem Fundament der abendländisch jüdisch-christlichen Gerechtigkeits- und Verpflichtungsethik eine kritische Gesellschaftsanalyse seiner Epoche vorgenommen. Der historische Rahmen seiner anrührenden Biographie im Schatten der Inquisition und die sozialpolitische Konzeption dieses Humanisten stehen im Mittelpunkt der Untersuchung.
Aktualisiert: 2022-10-01
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Ostfriesen ohne Bekenntnis

Ostfriesen ohne Bekenntnis von Sternsdorff,  Jürgen
Auf der Basis umfangreichen dokumentarischen Materials und fundierter kirchengeschichtlicher und theologischer Einordnung erarbeitet die vorliegende Studie die Verweigerung beträchtlicher Bevölkerungsteile Ostfrieslands gegenüber dem Zwang zur konfessionelen Bindung bis ins hohe Lebensalter. Dabei werden Konzepte von Sozialdisziplinierung und politischer Herrschaft historisch-kritisch auf die empirischen Ergebnisse angewendet.
Aktualisiert: 2020-01-20
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Frühe Neuzeit, Reformation und Gegenreformation

Frühe Neuzeit, Reformation und Gegenreformation von Reisenleitner,  Markus
Die Frühe Neuzeit, ein relativ junger Begriff in der deutschsprachigen Historiografie, ist derzeit Gegenstand intensiver Theoriedebatten und methodischer Diskussionen. Im Zusammenhang mit dem 16. Jahrhundert prägen Begriffe wie "Sozialdisziplinierung" und "Konfessionalisierung" das Bild einer Epoche, die von den Spannungen einer Übergangszeit charakterisiert wird und deren einziges verbindendes Merkmal der Umbruch auf politischer, wirtschaftlicher und sozialer Ebene zu sein scheint. Ziel dieses ersten Bandes eines fünfbändigen Handbuches zur neueren Geschichte Österreichs ist es daher, diese Periode des Umbruchs vom Beginn der Neuzeit bis zum Sieg der Gegenreformation (1620) zu beschreiben, wobei sozialen, wirtschaftlichen und mentalitätsgeschichtlichen Entwicklungen der gleiche Stellenwert eingeräumt wird wie politischen und der Versuch unternommen wird, langfristig wirkende Tendenzen, Lebens- und Wahrnehmungsformen in die Untersuchung miteinzubeziehen. Der Darstellungsteil, der die wesentlichen Entwicklungslinien der Epoche nachzuzeichnen versucht, wird durch einen Forschungsüberblick über neue Tendenzen und Fragestellungen zu diesem Zeitraum sowie durch eine umfangreiche Auswahlbibliografie ergänzt, die sowohl Standardwerke als auch aktuelle Neuerscheinungen berücksichtigt und so einen Einstieg in die Untersuchung des Zeitraumes erleichtern soll.
Aktualisiert: 2020-05-01
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Die Reichspolizeiordnungen von 1530, 1548 und 1577

Die Reichspolizeiordnungen von 1530, 1548 und 1577 von Weber,  Matthias
Die vom Reichstag des Heiligen Römischen Reichs Deutscher Nation im Jahr 1530 verabschiedete Reichspolizeiordnung, die 1548 und erneut 1577 überarbeitet und vermehrt wurde, hat in der frühneuzeitlichen Gesetzgebung als zentrales, überregional geltendes und thematisch weitgreifendes Gesetz eine herausgehobene Bedeutung. In der Fassung von 1577 blieb sie als ein "Grundgesetz" bis zum Ende des Alten Reichs im Jahr 1806 in Kraft. Desto überraschender ist es, daß alle drei Reichspolizeiordnungen nur in einer 1747 erschienenen, fehlerhaften und aus heutiger Sicht nicht mehr zulänglichen Edition verfügbar sind. Gerade in der gegenwärtigen umfassenden Literatur, die sich im Kontext der Erforschung der frühneuzeitlichen "Policey" mit Sozialdisziplinierung und mit Analyse von Herrschaft und Kontrolle befaßt, werden die Reichspolizeiordnungen wieder verstärkt ausgewertet. Die vorliegende Ausgabe gibt einen Überblick über die Geschichte der Reichspolizeiordnungen und deren Druckgeschichte seit 1530 und weist sämtliche Einzeldrucke und frühneuzeitlichen Sammeleditionen der Reichspolizeiordnungen nach, zum Teil durch Titelblatt-Abbildungen. Die Edition der Reichspolizeiordnungen von 1530, 1548 und 1577 nach den jeweils ersten in Mainz erschienenen Einzeldrucken wird durch Bibliographien, Inhaltsregister und Verzeichnisse ergänzt.
Aktualisiert: 2020-12-09
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Die Verwissenschaftlichung des Sozialen

Die Verwissenschaftlichung des Sozialen von Stein,  Anne-Dore
Wilhelm Polligkeit, einer der Gründerväter des Deutschen Vereins für öffentliche und private Fürsorge, kann als Prototyp der neuen Sozialwissenschaftler in Bezug auf die Verwissenschaftlichung der Sozialen Frage in der Moderne bezeichnet werden. Industrialisierung, Säkularisierung, Bürokratisierung, Professionalisierung und Sozialdisziplinierung zu Beginn des 20. Jahrhunderts führen zu so tiefgreifenden sozialen, ökonomischen und kulturellen Veränderungen, dass diesen mit den traditionellen Mitteln der 'Wohltätigkeit' nicht mehr begegnet werden kann. Sozialkonservativ mit dem Ziel der Beibehaltung der bürgerlichen Gesellschaft, modern in der Entwicklung sozialtechnokratischer Steuerungsinstrumente wird die Rolle Polligkeits als Sozialreformer im Spannungsfeld von individualisierter Hilfe und bürokratisch exekutierbarer Normalitätsstandards aufgezeigt.
Aktualisiert: 2023-04-04
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