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MEERESSTILLE

MEERESSTILLE von Rosenkranz-Hirschhäuser,  Sylvia
Maja liebt Jan. Jan liebt das Meer. Er kann ohne das Meer nicht überleben; es ist seine Stärke, sein Leben. Das Meer übt seine magische Kraft auf ihn aus und macht ihn stark. “Das Meer ist meine Rettung”, versucht Jan eines Tages Maja zu erklären. “Das Meer, weil ich in seiner Gegenwart ruhig und zuversichtlich werde, mir selbst gegenüber; ich verliere meine Trauer, vergesse trübe Gedanken, das Meer spült sie fort oder es wirbelt sie mit seiner Bewegung auseinander, dass alles klein wird. Anders kann ich dir das nicht beschreiben” Maja muss sich damit zufriedengeben, ein normales Leben zu führen: einen guten Ehemann, zwei Kinder, einen guten Job. Im Gegensatz zu Jan ist Michael – Majas Mann – Alpenmensch, Liebhaber der Bergwelt, kein Seemensch. Als Maja über ihr eigenes Leben nachdenkt, merkt sie, dass sie zutiefst enttäuscht ist. „Enttäuschung bedeutet, die Täuschung, der man erlegen war, zu erkennen und sich ihrer zu entledigen“, reflektiert Maja. Sie beschließt, nach dem Glück zu suchen, das sie noch nie erlebt hat und sie will ihre Emotionen zulassen und nachspüren, wo sie herkommen, sie hinterfragen und darüber nachdenken, wie sie zu bewältigen sind. Bisher hat sie genau das immer verhindert, indem sie Aktionen initiierte, wie die Fahrt nach Sylt. Aktionen verdrängen Reflektionen. Aktionen verhindern, Traurigkeit zu hinterfragen und sie möglicherweise durch eben diese Aktionen aufzulösen, sie zumindest zu lindern. Maja erreicht die Nordseeinsel Sylt mit dem Gefühl, dass mit dieser Reise ein neues Leben beginnen kann. Aber was bleibt, wenn selbst die letzten Illusionen zerstört werden? Ein Ausweg? Ein Weg heraus, heraus aus Illusionen, aus Hirngespinsten, aus Wahnvorstellungen? Eine leidenschaftliche Geschichte der Innenforschung, des Leidens, der Liebe, der Flucht aus der Realität. Im Hintergrund immer das Meer, seine Musik von Leben und Tod.
Aktualisiert: 2021-02-01
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