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Sieh die Engel Sie schreiten von Groh,  Sigrid Maria

Sieh die Engel Sie schreiten

Das Kind leidet. Es hat ein unbekanntes Leiden, es leidet
unter der Vergänglichkeit. Es versucht, sie zu bändigen,
sie inne zu halten, sie zum Bleiben zu bewegen, sie zu
bewegen, endlich endlich stehen zu bleiben. Es versucht,
sie einzuholen, zurückzuholen. Vergeblich. Vergeblich,
sie zum Wiederkehren zu bewegen. Daß nichts wiederkommt,
nichts bleibt, bereitet dem Kind Schmerzen.
Größere Schmerzen, als alle Krankheiten zusammen.
Schreiben ist wie Dämonen besiegen. Zu schweigen ist,
wie mit Dämonen zu leben. Schreiben ist Erinnerungen
entfesseln. Ist sich in Formeln zentrieren. Schreiben ist
schreien. Aus mir herausschreiben. In mich schreien.
Ich warte. Ich warte am Fuß der Berge, auf deren Spitzen
die Heiligen stehen, während sie die Wolken streifen mit
ihrem Lächeln. Wolken, die auf Wasser schweben, das sie
weinen. Wird er dort sein?
Schreiben ist immer Dich lieben.

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