Politische Instrumentalisierung von Musik der Vergangenheit im Deutschland des 20. Jahrhunderts am Beispiel Georg Friedrich Händels

Politische Instrumentalisierung von Musik der Vergangenheit im Deutschland des 20. Jahrhunderts am Beispiel Georg Friedrich Händels von Klingberg,  Lars, Machno,  Katrin, Riepe,  Juliane
Die Praxis der politischen Instrumentalisierung von Musik reicht weit in die Vergangenheit zurück und bis in die Gegenwart hinein. Nicht anders verhält es sich mit der politisch-ideologischen Indienstnahme von Geschichte. Vielleicht nicht ganz so alt ist die Praxis, diese beiden ganz unterschiedlichen, aber ähnlich wirkmächtigen Medien der Einflussnahme miteinander zu verknüpfen, um politische und ideologische Vorstellungen und Ziele zu propagieren und durchzusetzen. Diese Praxis nimmt ihren Anfang mit der Ausprägung eines Repertoires historischer Musik, der man überzeitliche Gültigkeit zuspricht. Indem man diese Werke und Komponisten kanonisiert und sie damit gleichsam der Vergangenheit enthebt, macht man sie für die (jeweilige) Gegenwart, ihre Ideologie und Politik nutzbar. Auf der Grundlage der Quellen und Daten zur Rezeption Händels wird im Band der Versuch unternommen, die Formen, Strategien und Funktionsweisen der politisch-ideologischen Instrumentalisierung von Musik der Vergangenheit im Deutschland des 20. Jahrhunderts zu systematisieren, sie vergleichend zu beschreiben und zu analysieren. Händel gilt in Deutschland seit dem 19. Jahrhundert als eine zentrale Figur des musikalischen Erbes. Zugleich wurde er von seinen eigenen Lebzeiten an – darin vielleicht nur noch mit Beethoven vergleichbar – als ‚politischer‘ Komponist begriffen und immer wieder politisch-ideologisch instrumentalisiert, besonders augenfällig in den beiden Diktaturen des 20. Jahrhunderts. Die Quellenforschung, die ergänzend zu früheren Studien im Rahmen der vorliegenden Arbeit vorgenommen wurde, brachte weitere Dokumente und Daten zur Händel-Rezeption zum Vorschein.
Aktualisiert: 2021-11-29
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Georg Friedrich Händel im Fadenkreuz der SED

Georg Friedrich Händel im Fadenkreuz der SED von Spiegler,  Susanne
Innerhalb der Rezeptionsgeschichte Georg Friedrich Händels nimmt die Vereinnahmung des Komponisten zu politischen Zwecken in der DDR zweifelsohne einen singulären Platz ein. Als staatstragende Partei sorgte die SED für eine möglichst weitreichende Durchdringung ihres ideologisch geprägten Händel-Bildes. Ausgehend von den historischen und kulturpolitischen Zusammenhängen werden in der interdisziplinär angelegten Studie erstmals die Auswirkungen der SED-Diktatur auf die Musikpraxis erforscht. Im Mittelpunkt der größtenteils auf Archivmaterialien beruhenden Untersuchung stehen Aufführungen signifikanter Opern und Oratorien des Komponisten anlässlich der innen- sowie außenpolitisch bedeutsamen Händel-Festspiele im Zeitraum von 1952 bis 1989 in Halle und die zentrale Frage, ob und inwieweit sich die Direktiven der Machthaber auch auf die künstlerische Umsetzung auswirkten. Zum Mithören animiert eine beigefügte CD mit ausgewählten und zum Teil bislang unbekannten Hörbeispielen. Ausgezeichnet mit dem Internationalen Händel-Forschungspreis
Aktualisiert: 2022-02-07
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Händels „Israel in Egypt“

Händels „Israel in Egypt“ von Landgraf,  Annette
"Israel in Egypt", komponiert im Jahre 1738, ist ein ganz außergewöhnliches Werk in Händels Oratorienschaffen. Es entstand in einer Schaffensphase, in der der Komponist besonders experimentierfreudig und kreativ war und neue musikalische Gestaltungsmöglichkeiten erprobte. Die Werk- und Rezeptionsgeschichte verlief ungewöhnlich: Sofort nach der Uraufführung am 4. April 1739 wurde das Oratorium umgearbeitet. Es folgten nur noch zwei weitere Vorstellungen in der ersten Spielzeit und eine in der nächsten. Erst von 1756 bis 1758 führte Händel das Werk wieder auf, jedoch mit einem völlig anderen ersten Teil. Nach seinem Tod wurden für über zweihundert Jahre nur Teil II, Exodus, und Teil III, "Moses’ Song", gespielt, so dass man "Israel in Egypt" lange für ein zweiteiliges Oratorium hielt. Erst in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts wurden sowohl die dreiteilige Fassung der Uraufführung als auch die dreiteilige Fassung der 1750er Jahre rekonstruiert. In der Literatur wird das Oratorium oft als Misserfolg für Händel bewertet. "Israel in Egypt" war jedoch nie ein verkanntes Werk. Seine Rezeptionsgeschichte ist eine kontinuierliche und spannende Erfolgsgeschichte. Im 19. Jahrhundert zog es ungeheure Besucherscharen in den Kristallpalast im britischen Sydenham bei London und verwies "Messiah" auf den zweiten Platz. Jeder englische Chor, der etwas auf sich hielt, hatte "Israel in Egypt" im Repertoire. Felix Mendelssohn Bartholdy war entscheidend an dem Erfolg des Oratoriums in Deutschland beteiligt. Die hier vorliegende Monographie zu diesem zentralen Werk Händels, die auf der Auswertung einer Fülle von Quellenmaterial beruht, zeigt die ununterbrochene Aufführungsgeschichte in all ihren Facetten, umfasst verschiedene Aspekte der Entstehungs-, Überlieferungs- und Bearbeitungsgeschichte, der Diskussion um die Aufführungspraxis Alter Musik, beschreibt das Phänomen der Massenaufführungen und wertet die wissenschaftliche und die belletristische Literatur hinsichtlich der Beurteilung des Oratoriums aus. Die Anhänge bieten detaillierte Übersichten über die in Großbritannien und Deutschland nachweisbaren Aufführungen und die Inhalte der verschiedenen Bearbeitungen – bis hin zur nationalsozialistischen Textfassung "Der Opfersieg bei Walstatt". Dem Leser eröffnen sich mit diesem Buch neue und teils auch überraschende Blickwinkel auf die Rezeption von Händels "Israel in Egypt".
Aktualisiert: 2022-02-07
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