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Jelka

Jelka von Busch,  Thomas, Kuchar,  Helena, Windhab,  Brigitte
Das Buch erschien in der Erstauflage 1984 und war eine erste Dokumentation von persönlichen Erinnerungen an den Widerstandskampf der Kärntner SlowenInnen sowie den Lebensbedingungen unter dem Regime der Nationalsozialisten. Die von Thomas Busch und Brigitte Windhab nach Tonbandaufzeichnungen verfasste Erzählung ist kein Heldenepos. Es ist die Lebensgeschichte einer einfachen Frau, die sich nicht unterkriegen lässt. Die zeitgenössische Version einer Mutter Courage, die der Schlauheit und der Beharrlichkeit – den Waffen der jahrhundertelang Geknechteten – mehr vertraut als der technischen Übermacht des Gegners. Und es ist, anhand von Jelkas Leben, die Geschichte der Kärntner Slowenen – ihrer Verfolgung, ihres Widerstandes und ihrer Diskriminierung. Eine Geschichte, die nicht zu Ende geschrieben ist …
Aktualisiert: 2022-06-23
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Peter und Paolo

Peter und Paolo von Schulenburg,  Ulrich Norbert
Ein spezielles Bild trägt Peter Zeit seines Lebens mit sich: das Bild des drei Meter langen Familientisches, den sein Vater aus Schiffsbojen gezimmert hatte. Es hätte alles so beschaulich bleiben können rund um diesen riesigen Tisch mit der italienisch-slowenisch-ungarisch-deutschen Verwandtschaft an der Seite. Hätte … wenn da nicht der Krieg gewesen wäre, der die jüdische Familie in alle Winde zerstieben ließ. Ulrich Schulenburg verfolgt in seinem Roman die Geschichte des Lebenskünstlers Peter Simic aus Strinic in Slowenien. Immer wieder erfindet sich Peter neu – Partisane. Geschäftsmann in Triest. Unternehmensberater. Ein neuer Name rettet ihn über den 2. Weltkrieg hinweg. Man könnte sagen, dass Peter ein erfolgreiches Leben führt, wäre da nicht seine unerfüllte Liebe Sarah, der er trotz seiner Homosexualität in ganz individueller Art die Treue hält. Auch nach dem Krieg bleibt Triest Lebenszentrum für den Protagonisten, der nach und nach Kontakte zu Verlegern und Verlagshäusern knüpft. Und wer die Geschichte von Ulrich Schulenburgs eigenem Verlag kennt, wird hier einige Parallelen erkennen. Peters spektakuläres Ende sorgt bei seinen Freunden und Geschäftspartnern für große Anteilnahme, wie zahlreiche Danksagungen namhafter Persönlichkeiten der Zeit beweisen.
Aktualisiert: 2022-06-23
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Das Beste kommt noch

Das Beste kommt noch von Weis,  Heidelinde
65 Jahre lang hat Heidelinde Weis Theater-, Kino- und Filmgeschichte geschrieben. Schon als Sechzehnjährige steht sie erstmals auf der Bühne, von der sie sich erst mit 80 ohne Bedauern und großer Dankbarkeit verabschiedet, „denn irgendwann muss ja mal Schluss sein“. In ihrer Biografie blickt sie nun auf ihr Leben, ihre Arbeit, ihre Weggefährten und die vergangenen Jahrzehnte zurück. Auf eine Arbeit, die zum großen Teil ihr Leben bestimmt und einen nicht unwesentlichen Teil dazu beigetragen hat, dass sie alle privaten Tiefen und Schicksalsschläge überstanden hat und immer wieder aufgestanden ist. Die Kriegsjahre in Österreich, das „Paradies“ danach trotz des beruflich schwierigen Neuanfangs der Eltern in Villach, ihre erste Rolle bei einer Schulwanderbühne und danach schon bald die Hochzeit mit dem Theaterproduzenten Hellmuth Duna, ihrer großen Liebe. Sie führt kein Leben in der Öffentlichkeit, ist kein Star zum Anfassen, hat keine Skandale, erfüllt keine Rollenklischees – und macht trotzdem, oder vielleicht gerade deshalb, international Karriere. Pragmatismus „die Dinge so zu nehmen, wie sie sind“ und eisernes Durchhaltevermögen zeichnen sie aus, als ihr Mann zum Pflegefall wird, sie selbst drei Fehlgeburten erleidet und drei Mal an Krebs erkrankt. Als Fazit ihrer unterhaltsam erzählten, teils lustig, teils nachdenklich machenden Lebenserinnerungen bleibt für die LeserInnen die folgende Botschaft zurück: „Ich mache keine Pläne mehr. Ich schiebe nichts mehr auf, ich lebe heute. Wenn ich etwas machen will, dann tue ich es gleich. Oder morgen … Und Nullpunkte gehören zum Leben. Ich bin nicht geboren, um nur durchs Leben zu tänzeln.“ Was für eine Schauspielerin, was für eine großartige Frau!
Aktualisiert: 2022-06-23
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Eisenschädel

Eisenschädel von Biron,  Georg
„Bin ich der Biron oder heiß’ ich nur so? Jedenfalls schadet es nicht, sich zu erinnern. Die Erinnerungen sind weder gut noch schlecht. Aber das Erinnern ist gut. Und ich meine damit nicht, dass früher alles besser war. Nein, wirklich nicht. Aber es war anders. Ganz anders. Und ja: Vielleicht war es auch besser. Nicht alles. Aber vieles. Und ich weiß auch, woran das liegt. Weil ich jünger war. Weil mir nichts weh getan hat. Weil 60 nicht das neue 40 war, sondern das alte 60. Und das war gut so. Damals. In Österreich. Und überhaupt. Und weil vieles heute gar nicht mehr möglich wäre.“
Aktualisiert: 2022-06-23
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