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Ach, wenn doch bloß der Krieg nicht wär!

Ach, wenn doch bloß der Krieg nicht wär! von Paurat,  Leonore
1939 sind die Liebenden 16 und 18 Jahre alt, - viel zu jung, um ein lebenslanges Versprechen abzugeben, was damals durchaus wörtlich zu nehmen war. Sie tun es und nehmen es wörtlich. 1941 kommt das erste Kind, - ziemlich unverhofft, passt aber in viele Zeiten. Es ist Krieg, und natürlich sind sie getrennt. Sie schreiben sich täglich. Nahtlos reiht sich Tag an Tag. Die Briefe sind authentisch. Rosa hat sie aufgehoben. Der Briefwechsel der beiden Liebenden in Zeiten des zweiten Weltkriegs bewegt. Sie tauschen Zärtlichkeiten aus, sie streiten sich, sie planen ihre Zukunft als gäbe es kein Heute. Die Gegenwart wird weitgehend ausgeklammert. Sie retten sich auf die Inseln der Glückseligkeit, auch wenn die Welt rings herum in Flammen steht. Sie klammern sich aneinander. Ja, wenn der Krieg erst mal vorbei ist... Das kleine, große Glück zu zweit, zu dritt, dann zu viert. Was interessiert da noch ein Hitler? Sie schreiben sich Liebesbriefe, - er hingebungsvoll, sie sehnsüchtig neckisch. Natürlich streiten sie sich auch: Wer hat Recht? Wer muss wen noch erziehen? Sie sind ja noch so jung! Was ist ein gutes Buch? Was ist gute Musik ? Wie wollen wir später leben? Was ist wahre Liebe? Zeitlos die erfindungsreichen Erpressungsversuche, um eben die wahre Liebe auf die Probe zu stellen. Zum Beispiel: „Wenn Du mich liebst, musst Du Dich auch mit meiner Mutter verstehen,“ - für Rosa ein Albtraum. Es geht um die Rollenverteilung Mann-Frau, um Anschauungen über Macht, Schönheit und Moral, um Eifersucht, Sehnsucht, Rache und natürlich um all die nutzlosen Versuche, den Partner nach dem eigenen Wunschbild zu formen. Trotz oft erbitterter Stellungskriege über mehr als sechs Jahrzehnte, bleiben sie bei ihrem Versprechen und das nicht aus Konvention oder aus dem Gefühl heraus: was habe ich sonst für eine Wahl? Sie bleiben innig miteinander verbunden. Die Intensität der Auseinandersetzungen, die Hingabe, die Zärtlichkeit, der Überschwang und Übermut, die kindliche Naivität und Erzählfreude sind das ewig Lebendige und Kostbare an dieser Hinterlassenschaft, die natürlich wesentlich gekürzt ist, um Raum zu lassen für Fiktion, Zeit-und Lebensgeschichte. Im heutigen Zeitalter der elektronischen Kurznachricht lesen sich die Briefe geradezu wie Literatur. Was schreiben sich Verliebte heute, - wenn sie sich überhaupt noch schreiben? Die Kürzel haben ja buchstäblich die Sprache verschlagen. Das Schreiben blieb für Friedrich und Rosa die einzige Möglichkeit, aus dem Alltag zu erzählen, ihre Liebe, Nöte und Sehnsüchte auszutauschen, an ihren Hoffnungen und Träumen festzuhalten, denn der Krieg trennte sie für viele Jahre. Friedrich muss sich – ganz gegen seine Natur - erst einmal im Kriechgang üben. Zur Vorbereitung auf den „Dienst an der Waffe“ wird er zum Arbeitsdienst eingezogen. Später, als Soldat in Holland, geht es ihm schon besser, - so makaber das klingt. Der Krieg ist erst einmal weit weg. Zudem hat er eine Nische gefunden: Nachrichtentechniker. So kann er es sich hier als Besatzer im Windschatten des Krieges gemütlich machen und hat auch noch Zeit, sich über die „verlorene Zeit“ mit natürlich guter Literatur hinweg zu retten. Rosa rettet sich mit der Evakuierung ins Württembergische vor den schwiegermütterlichen Zumutungen und vor den Bomben im Ruhrgebiet. Auf der schwäbischen Alb lebt es sich geradezu behaglich, wenn nur der verdammte Krieg nicht wär... Die Allmachtphantasien eines durchgeknallten Diktators und dessen kriminelles Rollkommando werden nicht wahr-oder nicht ernst genommen. Schließlich gibt es Wichtigeres, - nämlich die eigene Zukunft. Der Krieg nervt, weil er ihre Pläne durchkreuzt und sie nicht zusammen sein können. So sind diese Briefe als Spiegel ihrer Zeit ein zeitgeschichtliches Dokument und gleichzeitig, da letztlich alle Sorge um das eigene Wohl kreist, entwaffnend zeitlos. Zeitgebunden der Sozialdarwinismus, der Glaube an eine überlegene Rasse. Der edle Mensch, der Held schlechthin ist nordischen Geblüts. Mit klassischem und romantischem Kitsch verrührt, gerinnt er zu brauner Soße. Auch Friedrich sitzt mit seiner schwärmerischen und hehren Gedankenschwere der folgenschweren Ideologie seiner Zeit auf. Rosa fehlt es an jeder Kritik, - nicht aus Vorsicht, sondern aus Mangel an Durchsicht. Sie pflegt auch in „schweren“ Zeiten, - die für sie persönlich noch leicht zu ertragen waren, - ihren naiven Optimismus. Nach Regen kommt Sonnenschein... Sie sind zwei von Millionen Mitläufern. Friedrich will einmal nicht so enden, wie der eigene Vater, - Erfinder, Trinker und einer, der nie Geld in der Tasche hatte. Er ist 14 Jahre alt, als der Vater stirbt. Von den Erfindungen ist nichts geblieben. Und so macht sich Friedrich schon 1946 auf, sein Schicksal zu ändern. Rosa war auf Rosen gebettet, doch der frühe Tod ihrer Eltern saß wie Stacheln im Fleisch. So konnte die junge Erbin zwar einerseits den Grundstein für den gemeinsamen Aufstieg legen, andererseits konnte sie aber ihre Krallen nie einfahren, bis diese im hohen Alter stumpf geworden waren und sie sich ihrer Gebrechlichkeit beugen musste. Friedrich macht sich also mit ihrer Hilfe selbständig und bahnt sich seinen Weg mit erfindungsreichen Maschinen durch den deutschen Bergbau, dann durch den internationalen Tunnelbau. Alle Wunschträume und Hoffnungen werden wahr. Doch eines Tages wendet sich das Schicksal gegen sie und hält sie gnadenlos im eisernen Griff. Bis er ans Ende des Tunnels geriet und alle Geschäfte platzten, vergingen 45 Jahre. Die Zeit war über ihn hinweggerollt, und als es noch Zeit war innezuhalten und abzutreten, hielt er sich für unsterblich, wollte mit seinen neuen Ideen die Welt retten und sich ein Denkmal setzen. So verlor er alles, wofür er in seinem Leben gekämpft hatte, - auch seinen Verstand.
Aktualisiert: 2018-10-11
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Taxi nach Verona

Taxi nach Verona von Meier,  Hannes
Eine gestandene, Pleite gegangene bayerische Geschäftsfrau, setzt sich von Behörden und Gläubigern Richtung Süden ab, um in Italien den Spuren einer Jugendliebe nachzugehen. Unterwegs trifft sie auf einen Berliner Kleinkriminellen, der eine große Klappe hat und nach der Devise: „Ob wahr oder gelogen – egal, Hauptsache, dass dabei was rausspringt“ lebt und in ‘Liforno’ seinen Bruder finden will, der angeblich Erster Offizier auf einem Kreuzfahrtschiff ist. Das ungleiche Paar schlägt sich trotz der unterschiedlichen Dialekte mit einigen Hindernissen tatsächlich bis zu den jeweiligen Zielorten durch, wo allerdings beiden eine herbe Enttäuschung bevorsteht. Immerhin führt die Reise dazu, dass Frau Rehrl mit ihrem Sohn ins Klare kommt, der als wenig erfolgreicher Schauspieler von ihr immer als Versager eingestuft wurde – und der zwischen einer Theaterprobe in München und der Verfolgung seiner Mutter in Italien auch ziemlich unsanft hin und her geworfen wird. Dem Autor ist mit diesem Roman eine spritzige Erzählung gelungen, voll von Überraschungen und mit Sprachwitz vom Feinsten. Dem leicht dahinfließenden Text merkt man an, dass der Autor viele Jahre als Drehbuchautor und Regisseur tätig war.
Aktualisiert: 2021-05-22
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Zwischen Lemberg und Meran

Zwischen Lemberg und Meran von Dominikus Andergassen, Zapperi Zucker,  Ada
Eine große Liebesgeschichte, die vor dem ersten Weltkrieg in Lemberg als Eine große Liebesgeschichte, die vor dem ersten Weltkrieg in Lemberg als Eine große Liebesgeschichte, die vor dem ersten Weltkrieg in Lemberg als "schlampiges Verhältnis" zwischen dem reichen Großgrundbesitzer Kazimierz Bodynski und seiner Hausdame Mitzi Greiner beginnt, aber schon nach kurzer Zeit von Mitzi sang- und klanglos beendet wird. ...Der Hausherr hält sich an einer jungen Huzulin schadlos, die seine Frau in die Dienerschaft aufgenommen hat, weil sie sich von dem jungen Mädchen seltsam angezogen fühlt. Als ihr die unterschwellig vorhandene erotische Zuneigung zu der neuen Dienerin und gleichzeitig deren Verhältnis zu ihrem Mann bewusst wird, begeht sie - ohnehin psychisch labil und hochgradig hysterisch (so nannte man das damals) - Selbstmord. Sie erhängt sich, ausgerechnet am Teufelsbaum, der in dem abergläubischen Denken der Landbevölkerung ohnehin schon einen sagenumwobenen Ruf einnimmt. Die fortgejagte Huzulin erscheint nach einiger Zeit wieder und legt dem Hausherrn mit den kargen Worten: "Es ist Euer Sohn, Euer Eigentum!", ein Bündel auf den Tisch. Der zweite Teil des Romans spielt in Meran, wohin Pan Bodynski aus gesundheitlichen Gründen übersiedelt ist und dort vom Ausbruch des ersten Weltkriegs überrascht wird. Sein Sohn, das Kind der Huzulin, lebt bei ihm und geht in Meran zur Schule, während seine eheliche Tochter als Krankenschwester in einem Lazarett in Wien arbeitet. Anlässlich eines Besuchs in Meran berichtet sie von den grauenhaften Zuständen in der Stadt und in den Lazaretten, aber auch vom Schicksal der Mitzi Greiner. Obwohl die Tochter bei ihrem Vater ein sorgloses Leben führen könnte, prangert sie dessen unbeschwertes Leben an und kehrt nach Wien zurück. ...Das Ende des ersten Weltkriegs stürzt die Welt ins Chaos, der Brenner ist zu einer undurchlässigen Grenze geworden, Züge verkehren kaum noch und wenn, sind sie total überfüllt. Trotzdem gelingt es Bodynski, von der Sorge um seine Tochter getrieben, nach Wien zu gelangen. In der Wohnung seiner Tochter - von ihm zu ihrer Hochzeit luxuriös eingerichtet, jetzt aber komplett ausgeleert (alles wurde gegen Lebensmittel eingetauscht) - trifft er wieder auf Mitzi Greiner. Bei einer kargen Kartoffelsuppe, mühsam auf einem kleinen Öfchen in der Küche zubereitet, wird ihm bewusst, dass er eigentlich die ganzen Jahre hindurch immer nur sie im Sinn hatte und er ist sich plötzlich sicher, nur an ihrer Seite weiterleben zu wollen. Aber ob sie das auch will? Vor dem Hintergrund des zerfallenden Habsburgerreiches, erzählt der Roman die Geschichte von charakterlich sehr unterschiedlichen Menschen, die auf seltsame Art, vielfach mehr vom Zufall als von gewollten Aktionen gesteuert, aufeinander und voneinander zu- und wegbewegt werden. Ganz im Sinne der stillstehenden Zeit vor dem großen Krieg, als die Welt den Atem anzuhalten und widerstandslos das Hereinbrechen der Katastrophe zu erwarten schien. Das Leben in Galizien, damals der östlichste Teil des Habsburgerreiches, mit seinen vielen unterschiedlichen Volksgruppen, bildet die bunte Kulisse für die Handlung. Das von Aberglauben und Mythen bestimmte Leben der Landbevölkerung, wird vor allem in der Schilderung der Huzulen deutlich, die ihr Leben nach ganz eigenen, unserem Gesellschaftsverständnis völlig fremdem Regeln, gestalten. Diese bunte Welt versinkt dann im Chaos der Weltkrieges und lässt auch die handelnden Personen orientierungslos zurück - nur die vor vielen Jahren begonnene Liebesbeziehung, lässt am Ende einen kleinen Hoffnungsschimmer aufleuchten. schlampiges Verhältnis” zwischen dem reichen Großgrundbesitzer Kazimierz Bodynski und seiner Hausdame Mitzi Greiner beginnt, aber schon nach kurzer Zeit von Mitzi sang- und klanglos beendet wird. ...Der Hausherr hält sich an einer jungen Huzulin schadlos, die seine Frau in die Dienerschaft aufgenommen hat, weil sie sich von dem jungen Mädchen seltsam angezogen fühlt. Als ihr die unterschwellig vorhandene erotische Zuneigung zu der neuen Dienerin und gleichzeitig deren Verhältnis zu ihrem Mann bewusst wird, begeht sie - ohnehin psychisch labil und hochgradig hysterisch (so nannte man das damals) - Selbstmord. Sie erhängt sich, ausgerechnet am Teufelsbaum, der in dem abergläubischen Denken der Landbevölkerung ohnehin schon einen sagenumwobenen Ruf einnimmt. Die fortgejagte Huzulin erscheint nach einiger Zeit wieder und legt dem Hausherrn mit den kargen Worten: "Es ist Euer Sohn, Euer Eigentum!", ein Bündel auf den Tisch. Der zweite Teil des Romans spielt in Meran, wohin Pan Bodynski aus gesundheitlichen Gründen übersiedelt ist und dort vom Ausbruch des ersten Weltkriegs überrascht wird. Sein Sohn, das Kind der Huzulin, lebt bei ihm und geht in Meran zur Schule, während seine eheliche Tochter als Krankenschwester in einem Lazarett in Wien arbeitet. Anlässlich eines Besuchs in Meran berichtet sie von den grauenhaften Zuständen in der Stadt und in den Lazaretten, aber auch vom Schicksal der Mitzi Greiner. Obwohl die Tochter bei ihrem Vater ein sorgloses Leben führen könnte, prangert sie dessen unbeschwertes Leben an und kehrt nach Wien zurück. ...Das Ende des ersten Weltkriegs stürzt die Welt ins Chaos, der Brenner ist zu einer undurchlässigen Grenze geworden, Züge verkehren kaum noch und wenn, sind sie total überfüllt. Trotzdem gelingt es Bodynski, von der Sorge um seine Tochter getrieben, nach Wien zu gelangen. In der Wohnung seiner Tochter - von ihm zu ihrer Hochzeit luxuriös eingerichtet, jetzt aber komplett ausgeleert (alles wurde gegen Lebensmittel eingetauscht) - trifft er wieder auf Mitzi Greiner. Bei einer kargen Kartoffelsuppe, mühsam auf einem kleinen Öfchen in der Küche zubereitet, wird ihm bewusst, dass er eigentlich die ganzen Jahre hindurch immer nur sie im Sinn hatte und er ist sich plötzlich sicher, nur an ihrer Seite weiterleben zu wollen. Aber ob sie das auch will? Vor dem Hintergrund des zerfallenden Habsburgerreiches, erzählt der Roman die Geschichte von charakterlich sehr unterschiedlichen Menschen, die auf seltsame Art, vielfach mehr vom Zufall als von gewollten Aktionen gesteuert, aufeinander und voneinander zu- und wegbewegt werden. Ganz im Sinne der stillstehenden Zeit vor dem großen Krieg, als die Welt den Atem anzuhalten und widerstandslos das Hereinbrechen der Katastrophe zu erwarten schien. Das Leben in Galizien, damals der östlichste Teil des Habsburgerreiches, mit seinen vielen unterschiedlichen Volksgruppen, bildet die bunte Kulisse für die Handlung. Das von Aberglauben und Mythen bestimmte Leben der Landbevölkerung, wird vor allem in der Schilderung der Huzulen deutlich, die ihr Leben nach ganz eigenen, unserem Gesellschaftsverständnis völlig fremdem Regeln, gestalten. Diese bunte Welt versinkt dann im Chaos der Weltkrieges und lässt auch die handelnden Personen orientierungslos zurück - nur die vor vielen Jahren begonnene Liebesbeziehung, lässt am Ende einen kleinen Hoffnungsschimmer aufleuchten. schlampiges Verhältnis” zwischen dem reichen Großgrundbesitzer Kazimierz Bodynski und seiner Hausdame Mitzi Greiner beginnt, aber schon nach kurzer Zeit von Mitzi sang- und klanglos beendet wird. ...Der Hausherr hält sich an einer jungen Huzulin schadlos, die seine Frau in die Dienerschaft aufgenommen hat, weil sie sich von dem jungen Mädchen seltsam angezogen fühlt. Als ihr die unterschwellig vorhandene erotische Zuneigung zu der neuen Dienerin und gleichzeitig deren Verhältnis zu ihrem Mann bewusst wird, begeht sie - ohnehin psychisch labil und hochgradig hysterisch (so nannte man das damals) - Selbstmord. Sie erhängt sich, ausgerechnet am Teufelsbaum, der in dem abergläubischen Denken der Landbevölkerung ohnehin schon einen sagenumwobenen Ruf einnimmt. Die fortgejagte Huzulin erscheint nach einiger Zeit wieder und legt dem Hausherrn mit den kargen Worten: "Es ist Euer Sohn, Euer Eigentum!", ein Bündel auf den Tisch. Der zweite Teil des Romans spielt in Meran, wohin Pan Bodynski aus gesundheitlichen Gründen übersiedelt ist und dort vom Ausbruch des ersten Weltkriegs überrascht wird. Sein Sohn, das Kind der Huzulin, lebt bei ihm und geht in Meran zur Schule, während seine eheliche Tochter als Krankenschwester in einem Lazarett in Wien arbeitet. Anlässlich eines Besuchs in Meran berichtet sie von den grauenhaften Zuständen in der Stadt und in den Lazaretten, aber auch vom Schicksal der Mitzi Greiner. Obwohl die Tochter bei ihrem Vater ein sorgloses Leben führen könnte, prangert sie dessen unbeschwertes Leben an und kehrt nach Wien zurück. ...Das Ende des ersten Weltkriegs stürzt die Welt ins Chaos, der Brenner ist zu einer undurchlässigen Grenze geworden, Züge verkehren kaum noch und wenn, sind sie total überfüllt. Trotzdem gelingt es Bodynski, von der Sorge um seine Tochter getrieben, nach Wien zu gelangen. In der Wohnung seiner Tochter - von ihm zu ihrer Hochzeit luxuriös eingerichtet, jetzt aber komplett ausgeleert (alles wurde gegen Lebensmittel eingetauscht) - trifft er wieder auf Mitzi Greiner. Bei einer kargen Kartoffelsuppe, mühsam auf einem kleinen Öfchen in der Küche zubereitet, wird ihm bewusst, dass er eigentlich die ganzen Jahre hindurch immer nur sie im Sinn hatte und er ist sich plötzlich sicher, nur an ihrer Seite weiterleben zu wollen. Aber ob sie das auch will? Vor dem Hintergrund des zerfallenden Habsburgerreiches, erzählt der Roman die Geschichte von charakterlich sehr unterschiedlichen Menschen, die auf seltsame Art, vielfach mehr vom Zufall als von gewollten Aktionen gesteuert, aufeinander und voneinander zu- und wegbewegt werden. Ganz im Sinne der stillstehenden Zeit vor dem großen Krieg, als die Welt den Atem anzuhalten und widerstandslos das Hereinbrechen der Katastrophe zu erwarten schien. Das Leben in Galizien, damals der östlichste Teil des Habsburgerreiches, mit seinen vielen unterschiedlichen Volksgruppen, bildet die bunte Kulisse für die Handlung. Das von Aberglauben und Mythen bestimmte Leben der Landbevölkerung, wird vor allem in der Schilderung der Huzulen deutlich, die ihr Leben nach ganz eigenen, unserem Gesellschaftsverständnis völlig fremdem Regeln, gestalten. Diese bunte Welt versinkt dann im Chaos der Weltkrieges und lässt auch die handelnden Personen orientierungslos zurück - nur die vor vielen Jahren begonnene Liebesbeziehung, lässt am Ende einen kleinen Hoffnungsschimmer aufleuchten.
Aktualisiert: 2021-03-25
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Das Glyzinienhaus

Das Glyzinienhaus von Zapperi Zucker,  Ada
Eine große Stadt in Sizilien in der Zeit nach dem zweiten Weltkrieg, eine Straße, viele Geschichten, Geschichten von einsamen Frauen in dieser jahrhundertealten Verlassenheit, die nur die Inselfrauen kennen und daher die Mühseligkeit des Lebens, die Resignation, die Stille unter einer schonungslosen, erdrückenden Sonne: hier hat die Natur etwas Primitives, Ausgezehrtes an sich, mit gewaltigen Farben, gnadenlos wie es zu Zeiten Odysseus gewesen sein muss, als er hier landete. Ein Land für Männer gemacht, keinesfalls für Frauen, die sind jedoch in ihrer Jugend, wie S. Aglianò schreibt, ein „Wunder an Grazie … vor dem die Lüfte erzittern und das Universum sich verneigt.“ Um dann frühzeitig und unabwendbar zu verblühen.
Aktualisiert: 2020-10-01
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Von Sizilien in die Toskana

Von Sizilien in die Toskana von Rotondi,  Lorella, Zapperi Zucker,  Ada
Zweisprachige Bücher sind ja in erster Linie für die Lernenden einer Fremdsprache gedacht, wobei die Leser naturgemäß sehr unterschiedliche Stadien der Sprachbeherrschung mitbringen. Diesem Umstand trägt dieses Buch Rechnung. Die Themen der Erzählungen, die Schreibweise und die Komplexität der Sprache könnten unterschiedlicher nicht sein. Auch überrascht, dass der sizilianische Abschnitt aus eher heiteren, geradlinigen kleinen Skizzen besteht, während aus der lichtdurchfluteten Toskana düstere und schockierende Begebenheiten berichtet werden. Die Anordnung der Texte verlangt dabei eine immer größere Beherrschung der Sprache: Aus Sizilien kommen klar strukturierte Berichte, während die poetische Sprache der Erzählungen aus der Toskana dazu geeignet sind, ein über das reine Wortverständnis hinausgehende Gefühl für die Sprache zu entwickeln. Ein Buch also, das jedem, der in einer der beiden Sprachwelten als Fremder unterwegs ist, etwas zu bieten hat.
Aktualisiert: 2020-01-01
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Das Haus in der Widenmayerstraße

Das Haus in der Widenmayerstraße von Zapperi Zucker,  Ada
Ein junges Mädchen, in der Toskana geboren und aufgewachsen, aber mit deutschen Wurzeln, kommt zum Studium nach München. Sie hat vom Großvater eine Wohnung in der Widenmayerstraße geerbt, groß, düster und überraschenderweise auch bewohnt – eine Frau Edith mit ihrem französischen Kater ist dort zuhause, angeblich die ehemalige Haushälterin des Großvaters. Für Serafina, sorglos und ein wenig oberflächlich mit ihrer schwedischen Mutter und dem deutschen Aussteiger-Vater in Italien aufgewachsen, ist vieles unverständlich. Von der dunklen Zeit der Großväter, dem Krieg und der Naziherrschaft, hat sie – wie fast alle jungen Menschen ihrer Generation – nur eine sehr verschwommene Vorstellung. Aber durch einige Bemerkungen der Frau Edith neugierig gemacht, beginnt sie die Vergangenheit der väterlichen Familie aufzudröseln und stößt dabei auf tiefe Verstrickungen mit dem Unrechtsystem des tausendjährigen Reiches. Auch der geliebte Vater entpuppt sich als ganz anders, als er der Tochter immer erschienen ist und die geheimnisvolle Existenz von Frau Edith erfährt ebenfalls eine unerwartete Aufklärung. Abgesehen von den spannenden und berührenden Geschehnissen die erzählt werden, beeindruckt der Roman vor allem durch das Miterleben der – man möchte fast sagen – Menschwerdung der jungen Serafina, die durch die neuen Erkenntnisse in eine tiefe Krise gestürzt wird, daraus aber als bewusst lebende, gereifte junge Frau hervorgeht. Dabei spielt die erste Ehefrau des Vaters eine wesentliche Rolle, die sie mit mütterlicher Wärme umgibt und immer als Zufluchtsort bereit steht. Und auch der Kater Fuset, trägt überraschend zu einem versöhnlichen Ende bei ...
Aktualisiert: 2020-01-01
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Liebe und andere Verdrießlichkeiten

Liebe und andere Verdrießlichkeiten von Zapperi Zucker,  Ada
Und noch einmal das uralte Thema der Menschen, tausendfach beschrieben und doch immer noch unerschöpflich und unauslotbar: die Liebe, als plötzlicher Blitzschlag, verklärt durch lange Ehejahren oder nur als momentane Verwirrungen der Sinne, aber immer zwischen Ekstase und bitterem Erwachen in der Wirklichkeit. Tief dringt die Autorin in die Psyche der handelnden Personen ein und lässt uns miterleben, wie es zu den jeweiligen Konstellationen gekommen ist und wie es eventuell weitergehen könnte. Fünf Erzählungen, fünf verschiedene Facetten ein und desselben Prismas, weit weg von Klischees und romantischen Oberflächlichkeiten, bringen den Leser zum Schmunzeln und Nachdenken – auch wenn er meinte, schon alles über dieses Thema gewusst zu haben.
Aktualisiert: 2020-01-01
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Geht dieser Zug nach Taranto?

Geht dieser Zug nach Taranto? von Cecere,  Ester
Deutlich zu spüren ist in diesen Erzählungen der Süden Italiens und sein Meer.. Einige der Erzählungen haben mit dem Meer zu tun, ein gestrandeter Waal, eine vergiftete Möwe oder der aus dem Wasser gerettete Hund. Aber wo die Handlung der Erzählungen auch immer spielt, immer ist der mensch im Mittelpunkt und mit ihm diese besonderen Augenblicke in denen die Weichen gestellt werden für die hahe oder fernere Zukunft ja für ein ganzes leben. Die Autorin versteht es, diesen kurzen Augenblick in dem die Würfel fallen, minutiös herauszuarbeiten. Wahrlich wie unter einem Mikroskop, mit dem sie als Meeresbiologin offenbar trefflich umzugehen versteht.
Aktualisiert: 2020-07-01
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Herta und andere Geschichten

Herta und andere Geschichten von Zapperi Zucker,  Ada
Herta liefert den Titel für diese Sammlung von Erzählungen: wer von uns hat den Tante Emma Laden in der Osterwaldstraße, wenige hundert Meter vom Englischen Garten, nicht schon betreten? Aber, letztendlich, wissen wir wer sie ist? Unsere täglichen Begegnungen, wie im Falle mit Herta, beschränken sich in den meisten Fällen auf einen Austausch von wenigen Worten, immer den gleichen, die jedoch sehr selten enthüllen können, wer diese Person wirklich ist, warum dieser Mensch zu jemanden wurde, den wir zu kennen glauben. In diesem Buch wird daher versucht, der wirklichen Identität der vier Repräsentanten des vergangenen Jahrhunderts nachzuspüren.
Aktualisiert: 2020-02-02
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