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Zwischen Gesellschaftsroman und Pornografie

Zwischen Gesellschaftsroman und Pornografie von Schorm,  Rainer, Weigand,  Jörg
Die Themenkreise der Leihbücher nach 1945 können grob aufgeteilt werden in „Männerlektüre“ und „Frauenlektüre“. Sogenannte „Gesellschaftsromane“ und „Sittenromane“ hatten beide Lesergruppierungen im Blick, insbesondere da diese Genres oft mehrere Themengebiete abdeckten (etwa Abenteuer- und Kriminalromane plus exotisch-erotische Liebesabenteuer). Und da der Blick „hinter die Kulissen“, die der Sittenroman zu bieten vorgab, die (Neu-)Gier des einen wie des anderen Geschlechts weckte, wenn auch schwerpunktmäßig auf der männlichen Seite, wusste man in den Lektoraten der Verlage, dass es mit einiger Sicherheit genug Leser(innen) dafür geben würde. Ziel dieser Darstellung ist der Versuch einer ersten Bestandsaufnahme. Während sich mit der Kriminal- und Westernliteratur im Leihbuch zumindest Sammlerkreise intensiver beschäftigt haben ist das Genre des Sittenromans noch so gut wie unbearbeitet geblieben. Das soll hier nachgeholt werden und zugleich durch intensives Zitieren aufmerksam gemacht werden auf den einen oder anderen Titel, der einer intensiveren Aufmerksamkeit wert sein könnte.
Aktualisiert: 2021-04-22
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Das jüngste Gericht

Das jüngste Gericht von Ganswindt,  Hermann, von Reeken,  Dieter
Hermann Ganswindt (1856–1934) hatte in früheren Jahren zahlreiche Geräte und Verfahren erfunden oder bearbeitet und zeitweise mit der fabrikmäßigen Produktion von Fahrrädern einen ausreichenden wirtschaftlichen Erfolg gehabt. Seit etwa 1883 hatte er öffentlich den Bau eines großen lenkbaren Luftschiffes vorgeschlagen und dazu mehrere gut besuchte Vorträge gehalten und die Schrift "Die Lenkbarkeit des aerostatischen Luftschiffes: gemeinfasslich mit ausführlichen Berechnungen und Zeichnungen dargestellt" (Berlin: Gsellius 1884) veröffentlicht. Und am 27. Mai 1893 stellte der Erfinder in einem öffentlichen Vortrag in Berlin seine Pläne für den Bau eines „Weltenfahrzeuges“ vor, eines für den Flug durch den Weltraum geeignetes Fahrzeug, angetrieben von kontinuierlich explodierenden Dynamitpatronen. Ganswindts 1899 im Selbstverlag erschienene Broschüre "Das jüngste Gericht" ist antiquarisch und in öffentlichen Bibliotheken kaum erreichbar. Mit dem vorliegenden reprografischen Nachdruck soll diese sein Lebenswerk zusammenfassende Schrift des engagierten Erfinders Hermann Ganswindt wieder im Druck zugänglich gemacht werden.
Aktualisiert: 2021-04-08
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Aspira

Aspira von Lasswitz,  Kurd, von Reeken,  Dieter
Hauptbeschreibung Wie später (1909) in seinem letzten Roman Sternentau hat Laßwitz in seiner erstmals 1905 erschienenen Erzählung Aspira die Fechner’sche Vorstellung von einer „beseelten Natur“ thematisiert. Anders als in Sternentau geht es hier nicht um „Elfenwesen“, sondern um eine diffuse „überirdische“ Wolke, deren Versuch, eine harmonische Verbindung zwischen „der Natur“ und „dem Menschen“ herzustellen, ebenso wie in Sternentau letztlich scheitert. Wie später in Sternentau spielt auch hier eine gebildete junge Frau, die Chemikerin Wera Lentius, eine bedeutende Rolle: In ihrem Körper „materialisiert“ sich die „Wolkenprinzessin“ Aspira und bekommt so für sie völlig neue, ihr fremd bleibende Einblicke in das Empfinden der Menschen. Aspira kehrt angesichts ihres Scheiterns (wie die „Idonen“ in Sternentau) in „ihre Welt“ zurück. Anders als vier Jahre später als in Sternentau heiratet die junge Frau Wera Lentius aber schließlich nicht den „jugendlichen Liebhaber“, den bei einem Umfall ums Leben gekommenen Ingenieur Theodor Martin, sondern ihren väterlichen Freund und Wissenschaftler-Kollegen Paul Sohm. Dieser Umstand lässt einen inneren Wandel bei Laßwitz’ schwärmerischer und offenbar auf Gegenseitigkeit beruhender Neigung zu seiner Cousine zweiten Grades, Hanna Brier, erkennen: Gewinnt – im Roman – 1905 (noch) der altersweise väterliche Freund die junge Frau, so tritt 1909 in Sternentau endgültig ein junger Mann an diese Stelle, während sich der ältere Mann in die Rolle des eben (nur) väterlichen Freundes fügt. Der Roman spiegelt sehr deutlich Laßwitz’ Ausrichtung auf die Gedankenwelten Immanuel Kants und Gustav Theodor Fechners wider. Das hat (neben den für den Handlungsfluss eher als störend wirkenden zahlreichen Gedichten im Kapitel „Werbung“), ebenso wie später bei Sternentau, nicht dazu beigetragen, den von einem nur kleinen Publikum (dafür aber sehr) geschätzten Roman so populär werden zu lassen wie den „handfesteren“ Großroman Auf zwei Planeten: Nach dem 7. bis 8. Tausend (1924) hat es bisher offenbar nur einen auszugsweisen Nachdruck und zwei reprografische Nachdrucke gegeben. Der vorliegenden Neuausgabe liegt die folgende Ausgabe letzter Hand zugrunde: Aspira. Der Roman einer Wolke. Von Kurd Laßwitz. Leipzig: B. Elischer Nachfolger, 3. Tsd., o. J. [1906/07], Ganzleinen, Buchblock ca. 18,0 x 12,0 cm, IV, 265 Seiten Das 4. Tausend ist, soweit dies aus Werbeanzeigen in anderen Laßwitz-Ausgaben des Elischer-Verlags zu rekonstruiert werden konnte, erst nach 1910, wahrscheinlich erst 1913, erschienen.
Aktualisiert: 2020-12-17
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Die Autoren der utopisch-phantastischen Leihbücher

Die Autoren der utopisch-phantastischen Leihbücher von Weigand,  Jörg
In den Jahren 1946 bis Mitte der 1970er war das Leihbuch im deutschen Sprachraum, vorzugsweise in der Bundesrepublik Deutschland, ein wichtiger Vermittler von Unterhaltungsliteratur. Dass die gewerblichen Leihbüchereien bereits Anfang der siebziger Jahr stark an Lesepublikum verloren, lag zu einen am Aufkommen des Taschenbuchs mit unterhaltendem Inhalt, das sich nicht nur in Sortimentsverlagen wie Heyne oder Goldmann immer mehr durchsetzte, sondern auch zunehmend von Heftroman-Verlagen wie Pabel, Moewig oder Bastei gepflegt wurde. Noch ein Grund war allerdings auch die Tatsache, dass die auf Leihbücher spezialisierten Verlage auf Grund schrumpfender Auflagen immer geringere Honorare zu zahlen bereit waren. Die Autoren wanderten in das Romanheft ab und, wenn sie Glück hatten und ausreichend qualitative Texte vorlegten, auch ins Taschenbuch. In den Folgejahren, ab Mitte der 1970er Jahre, geriet das Leihbuch zunächst zunehmend in Vergessenheit. Eine der letzten funktionierenden Leihbüchereien gab es Mitte der 1990er Jahre noch in Staufen, südlich Freiburg/Breisgau. Angeschlossen an einen Zeitschriftenverleih, konnte ein Überleben bis dahin gesichert werden. Doch im Bewusstsein der Öffentlichkeit spielten gewerbliche Leihbüchereien und damit auch die Schwarten auf dickem Papier“ keine Rolle mehr. Inzwischen freilich hatten sich Sammler der Sache angenommen. Rund um den in Offenbach-Bieber ansässigen Jerry-Cotton-Spezialisten und Leihbuch-Großsammler Herbert Kalbitz scharten sich im Laufe der letzten Jahrzehnte an Unterhaltungsliteratur Interessierte; es bildeten sich Arbeitsgruppen, es gab Publikationen. Und: ein jährliches Symposium sorgte für Kontakte und Informationen. Das systematische Abgrasen der großen und kleinen Trödelmärkte durch die Teilnehmer am Offenbacher Symposion sorgte darüber hinaus auch noch für reichlich Nachschub an bis dato unbekannten Titeln. Dabei ging es zunächst immer um das Leihbuch an sich, nicht um einzelne Genres. Dennoch gab es von vorneherein spezielle Interessenten etwa für Kriminalromane oder Western, für Abenteuerromane oder aber eben auch für Science-Fiction und verwandte Gebiete. Für diese hier vorliegende Veröffentlichung wie auch bereits für die vorangegangene Publikation Das utopisch-phantastische Leihbuch nach 1945. Eine Bestandsaufnahme (2019) gilt, dass beide ohne die Kontakte innerhalb des Offenbacher Leihbuchkreises nie in solcher Vielfältigkeit und Ausführlichkeit hätten entstehen können. Erst der Gedanken- und Wissensaustausch unter den Teilnehmern brachte die notwendigen, erhellenden und ergänzenden Hinweise. Denn für den Bereich der utopisch-phantastischen (künftig abgekürzt „up“) Leihbücher gilt: Es gibt weitaus mehr Titel, die up-Inhalte enthalten, als angenommen. Das wurde bereits in der erwähnten Publikation dokumentiert. Und damit gab es auch weitaus mehr Autoren, die ihre Romane mit SF- bzw. utopisch-phantastischen Elementen ausstatteten, wenngleich auch manchmal quasi nur „nebenbei“. Während der Sammler von Leihbüchern mit up-Charakter die Autoren der reinen Science-Fiction durch einschlägige Nachschlagewerke im Allgemeinen durchaus kennt, trifft dies in keiner Weise auf Autoren zu, die normalerweise außerhalb des Genres Science-Fiction mit vielerlei up-Elementen, nicht nur mit SF-Charakter, gearbeitet haben. Dies gilt insbesondere für Abenteuer- und Kriminal- sowie Spionageromane, stimmt aber auch bei einigen Liebes-, Heimat-, Arzt und sogar – was gewiss den einen oder anderen Leser überraschen mag – Wildwestromanen. Diese Abhandlung ist bemüht, in Kurzfassung all jene Autorinnen und Autoren vorzustellen, die in der 2019 erfolgten Veröffentlichung genannt sind. Ausführlichere Bio-Bibliografien der Science-Fiction-Autoren finden sich in den einschlägigen Nachschlagewerken. Die hier gemachten bibliografischen Hinweise sind bei Vielschreibern als Beispiele zu verstehen; komplette Titellisten sind anderswo verfügbar. Der Verfasser hegt die Hoffnung, dass der eine oder andere Interessent des up-Leihbuchs bei der Lektüre eine Anregung finden mag, sich auch mit den Romanen der Autoren in anderen Genres zu beschäftigen. Nicht immer, aber überraschend oft, lohnt es die Mühe.
Aktualisiert: 2020-12-17
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Lustige Bilder aus der Vergangenheit der Zukunft

Lustige Bilder aus der Vergangenheit der Zukunft von Galle,  Heinz J, Grätz,  Theodor, Roeseler,  August, Stockmann,  Hermann
Über das Buch Mit der beginnenden teilweisen Mobilisierung der Bürger im Biedermeierzeitalter veränderten sich die Lebensumstände in Stadt und Land. Die Mobilisierung der Massen begann gegen Ende des 19. Jahrhunderts, begleitet von den Auswirkungen der „industriellen Revolution“, dem Übergang von der Agrar- zur Industriegesellschaft, der in Deutschland um 1850 begann. Diese Umwälzungen führten zu einer Zerstörung der traditionellen Werte und zu einschneidenden Veränderungen im Gesellschaftssystem. Man tauschte enorme technische Fortschritte gegen ein zunehmendes allgemeines Unbehagen, auch auf dem kulturellen Sektor, ein. Die sind bekannte Tatsachen, aber durch den Brennspiegel der zeitgenössischen Satire zeigt sich erst, wie der Alltag der Menschen sich veränderte. Parallelen zur Gegenwart sind unübersehbar: Im damals anbrechenden Industriezeitalter war es die Mobilisierung der Massen, heute sind es die Veränderungen durch Digitalisierung sowie der wachsende Einfluss von Robotern auf die menschliche Gesellschaft. Besonders erwähnenswert ist die Tatsache, dass auf den Seiten der populären humoristisch-satirischen Zeitschriften ‚Fliegende Blätter‘ (München, Braun & Schneider 1845–1944), ‚Meggendorfer Blätter‘ (München, J. E. Schreiber 1889–1928) u. a. ein ganzes Pantheon bekannter Künstler (Theodor Grätz, Adolf Hengeler, August Meissl, Adolf Oberländer, August Roeseler, Arpad Schmidhammer, Hermann Stockmann, Carl Storch u. a.) vertreten war. In den ausgewählten Bildbeispielen aus der Zeit des endenden 19. und des beginnenden 20. Jahrhunderts wird die anbrechende Moderne sichtbar gemacht; die Zeichnungen reflektieren die wirtschaftlichen und kulturellen Veränderungen des anbrechenden neuen Zeitalters. Vielfach gab es Parodien („Der moderne Erlkönig“) und Zukunftsbilder mit Gegenüberstellungen („da mals – heute – morgen“), ansonsten extrapolierten die Zeichner die möglichen Entwicklungen und Auswirkungen verschiedener Neuerungen auf das gegenwärtige und künftige Leben. Themen waren dabei neue Fortbewegungsmittel (vom Fahrrad über das Automobil bis zum Zeppelin und Flugzeug), Erfindungen für Haus, Familie und Wirtschaft (vom Telephon – damals mit „ph“ geschrieben – über das Grammophon bis zum Kinematographen – dem Film –) sowie Entwicklungen auf gesellschaftlichem Gebiet (Auswüchse in der Werbung, die Emanzipation der Frauen, Umweltveränderungen und Kriminalität), wobei sich die Themenfelder oft überschneiden. Erstaunlich ist, wie sehr sich manche Erwartungen erfüllt haben, etwa auf dem Gebiet der Gleichberechtigung der Frauen (die weibliche „Justizgalerie“ auf S. 116 wirkt inzwischen vertraut) und der Werbung (kaum ein Sportler tritt heute noch unbepflastert mit Firmen-Logos vor die Kameras, vor dem Hintergrund einer Multi-Logo-Werbetafel); ; auch das „Hundertwasser-Haus“ auf S. 102 überrascht heute nicht mehr (man denke nur an den tatsächlich bestehenden „Hundertwasser-Bahnhof“ Uelzen …).
Aktualisiert: 2020-12-02
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Kurd Laßwitz : Eine illustrierte Bibliografie seiner Werke 1868–2019

Kurd Laßwitz : Eine illustrierte Bibliografie seiner Werke 1868–2019 von Reeken,  von,  Dieter, Schweikert,  Rudi
Kurd Laßwitz (1848–1910), langjähriger Gymnasialprofessor in Gotha, war seit Ende der 1860er Jahre bis zu seinem Tode schriftstellerisch tätig. Neben bedeutenden naturwissenschaftlichen und philosophischen Schriften (insbesondere über die Geschichte der Atomistik, die Arbeiten Immanuel Kants und Gustav Theodor Fechners) und zahlreichen Essays verfasste er vor allem „moderne Märchen“, Romane, Novellen und Kurzgeschichten, die man heute rückblickend als „Science Fiction“, als überwiegend anspruchsvolle spekulative Erzählliteratur bezeichnen kann. Vor allem wegen seines eindrucksvollen umfangreichen Romans Auf zwei Planeten (1897) wird Laßwitz heute vielfach als „Vater der deutschen Science Fiction“ bezeichnet. Das nun in 2., überarbeiteter und erweiterter Auflage vorliegende Verzeichnis der veröffentlichten Texte von Kurd Laßwitz umfasst den Zeitraum von 1868 bis 2019, dem Jahr seines 100. Todestages. Mit weit über 550 Einträgen und 362 Abbildungen dokumentiert diese Bibliografie das Schaffen von Kurd Laßwitz in seinem ganzen Umfang, zeigt die vielfältigen Talente und publizistischen Leistungen dieses Dichters und Gelehrten ebenso wie die internationale Verbreitung seiner Werke in 15 Sprachen. Die chronologisch angelegte Bibliografie wird durch mehrere Register erschlossen, sodass den Benutzern dieses Verzeichnisses ein optimaler Zugang zu den geistigen Welten des renommierten Wissenschaftlers und ideenreichen Erzählers Kurd Laßwitz geboten wird. Die umfangreichen Bildteile in Farbe und Schwarz-Weiß geben einen genauen Überblick insbesondere über die zahlreichen Einbandvarianten der bis 1928 erschienenen Bücher von Kurd Laßwitz.
Aktualisiert: 2020-11-20
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Volksbücher und Heftromane : Band 3

Volksbücher und Heftromane : Band 3 von Galle,  Heinz J
Heinz J. Galle, der 1936 geborene bekannte Sammler, Herausgeber und Lexikograph auf dem Gebiet der populären Unterhaltungsliteratur, hat mit seinem erstmals 1998 erschienenen und inzwischen dreibändigen Kompendium Volksbücher und Heftromane die Ergebnisse seiner langjährigen „Streifzüge durch über 100 Jahre populäre Unterhaltungsliteratur“ der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Band 3 bietet in 13 Kapiteln mit 192 Abbildungen einen Überblick über den Zeitraum von 1855 bis 1905 und widmet ein besonderes Kapitel den sog. „Frauenromanen“:
Aktualisiert: 2020-07-01
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Auf zwei Planeten

Auf zwei Planeten von Lasswitz,  Kurd, Zeeden,  Walter
Über das Buch Nachdem er schon mehrere utopisch-phantastische und sonstige Erzählungen veröffentlicht hatte, erschien 1897 Kurd Laßwitz’ erzählerisches Hauptwerk, der Marsroman Auf zwei Planeten. Dieser Roman ist seitdem nahezu unverändert in mehreren Auflagen bis etwa 1930 mit einer Gesamtauflage von ca. 70 000 Exemplaren nachgedruckt worden und auch in vielen fremdsprachigen Übersetzungen erschienen. Auf zwei Planeten ist im zeitlichen Umfeld anderer großer „Marsromane“ entstanden und erschienen; genannt seien hier stellvertretend Across the Zodiac (1880; dt. Jenseits des Zodiakus, 1882, Neuausgabe 2008 in der DvR-Buchreihe) von Percy Greg und The War of the Worlds (1898; dt. Der Krieg der Welten, 1901) von Herbert George Wells. Leider ist Laßwitz’ großes Werk nach dem Zweiten Weltkrieg über Jahrzehnte hinweg in nur mehr oder weniger stark bearbeiteten und gekürzten Ausgaben in Buch-, Taschenbuch- und sogar Heftform erschienen, wobei der Text weitgehend auf die äußerliche Handlung reduziert worden ist; die Imperialismuskritik und der humanistische Geist sind dabei weitgehend verloren gegangen. Erst ab 1979 wurde der Roman erstmals wieder in sprachlich modernisierten, aber vollständigen Ausgaben vorgelegt. Hierzu gehört auch die vorliegende Neuausgabe, die den unveränderten Text der „Ausgabe letzter Hand“ (9.–11. Tsd., o. J., wahrscheinlich 1908) wiedergibt. Wie wenig gegenwärtig der so oft zitierte und in seiner vollständigen Fassung wenig bekannte Roman Auf zwei Planeten heute auch in „Fachkreisen“ noch ist, zeigt sich u. a. darin, dass vielfach die Ansicht vertreten wird, Raumschiffe in Kugelform seien eine „Erfindung“ der 1961 begonnenen und noch immer erfolgreich laufenden PERRY-RHODAN-Serie, also ihrer Autoren und insbesondere des Exposé-Redakteurs Karl-Herbert Scheer. Kugelraumschiffe hat es auch vor 1961 in der „SF-Welt“ gegeben, sei es seit 1958 bei der Zeichenserie NICK DER WELTRAUMFAHRER von Hansrudi Wäscher oder auf Titelbildern von SF-Heftromanen, die seit Anfang der 1950er Jahre auch in Deutschland erschienen sind. Und auch Kurd Laßwitz hat seinen „Martiern“ Kugelraumschiffe zugeschrieben, zwar erst nach der noch früheren Erwähnung eines Kugelraumschiffs in Robert Cromies Roman A Plunge Into Space (1890), aber doch mit eigener Gestaltungskraft, was die in der nun vorliegenden Neuausgabe enthaltenen Illustrationen des als Marinemaler bekannten Walter Zeeden (1891–1961) verdeutlichen: Für Laßwitz, der über die physikalischen Eigenschaften von „Tropfen, die … der Schwerkraft ausgesetzt sind“ promovierte (vgl. KOLLEKTION LASSWITZ, Bd. II.1), waren Kugelraumschiffe eben metallene „Tropfen“, die besonders stabil und übrigens regelmäßig nicht der Schwerkraft ausgesetzt waren ... Ob Karl-Herbert Scheer sich bei seiner Vorliebe für Kugelraumschiffe von Auf zwei Planeten – bewusst oder unbewusst – oder von anderen Vorbildern hat inspirieren lassen, ist mir nicht bekannt. Für die erste Annahme könnte allerdings sprechen, dass es in der PERRY-RHODAN-Welt, d. h. im Wega-System, einen unwirtlichen Planeten „Gol“ und auf dem Laßwitz-Mars eine „Wüste Gol“ gibt … Der vorliegenden Neuausgabe liegt die folgende Ausgabe letzter Hand zugrunde: Kurd Laßwitz: Auf zwei Planeten. Roman in zwei Büchern. Leipzig: Verlag von B. Elischer Nachfolger, 9.–11. Tsd., o. J. [1908], 2 Bde. (Bd. 1: IV + 421 S., Bd. 2: IV + 545 S.). Ganzleinen, Farb- und Goldprägung, Buchblock ca. 18,5 x 12,3 cm, Druck v. Lippert & Co (G. Pätz’sche Buchdr.), Naumburg a. S. Die Hardcover-Ausgabe enthält die 35 Illustrationen von Walter Zeeden, die dieser für die von Erich Laßwitz (1880–1959) gekürzte und bearbeitete und 1948 im Verlag Cassianeum, Donauwörth, erschienene Fassung geschaffen hat.
Aktualisiert: 2020-07-01
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Hundert Jahre deutsche Westernmythen

Hundert Jahre deutsche Westernmythen von Eisfeld,  Rainer
Inhaltsbeschreibung Rainer Eisfeld lehrte als Professor für Politikwissenschaft an der Universität Osnabrück und als Gastprofessor an der University of California at Los Angeles (UCLA). Während seines Studiums übersetzte er außer zahlreichen Science-Fiction- auch ein rundes Dutzend Western-Romane, darunter Erzählungen von Louis L’Amour und Wayne D.Overholser. Aus seinem mehrfach nachgedruckten Aufsatz “Myths and Realities of Frontier Violence: A Look at the Gunfighter Saga” ging das Buch Wild Bill Hickok: Westernmythos und Wirklichkeit (Reinbek1994) hervor. Rainer Eisfelds Darstellung entwirft ein Panorama des „deutschen“ Wilden Westens, in dem ein Jahrhundert lang – beginnend mit Friedrich Armand Strubberg („Armand“) über Karl Mays „Shatterhand“ bis zu „Billy Jenkins“ – Deutschen als Zivilisationsbringern eine zentrale Rolle zufiel. Schließlich gab es im 19. Jahrhundert eine regelrechte Auswanderungswelle aus den deutschen Fürstenstaaten ins freie Texas,angefeuert durch keinen Geringeren als Hoffmann von Fallersleben … Das Buch kontrastiert auf fesselnde Weise die im deutschen Westernroman immer wieder erhobenen Ansprüche auf historische Wahrheit mit den Realitäten der amerikanischen Siedlungsgrenze. Im Lauf seine rDarstellung zeigt Eisfeld, dass Karl May sehr viel stärker durch Strubberg beeinflusst wurde, als bislang angenommen. Er demonstriert, wie der Zirkusgründer Hans Stosch-Sarrasani den Romanhelden „BillyJenkins“ erfand, und er erläutert, warum die Jenkins-Reihe unter dem NS-Regime erscheinen konnte. Sein Buch erzählt, wieso die Figur des „G-Man“ lange vor den Jerry-Cotton-Krimis Einzug in deutsche Western hielt. Und es räumt am Ende auf mit der Legende von der „neuen Authentizität“ der Westernromane G. F. Ungers und H. J. Stammels.
Aktualisiert: 2020-07-18
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Die Zukunft von gestern

Die Zukunft von gestern von Stöllner,  Heinrich
HAUPTBESCHREIBUNG Werke der Science-Fiction-Literatur wurden unter diesem Gattungsbegriff ab den zwanziger Jahren des zwanzigsten Jahrhunderts in den USA in preiswerten Magazinen publiziert, die sich auf Unterhaltungsliteratur spezialisiert hatten. Allerdings gab es Werke, die als Science Fiction eingeordnet können, bereits wesentlich früher. In den deutschsprachigen Ländern hatten ab den fünfziger Jahren während einiger Jahrzehnte Heftreihen eine ähnliche Bedeutung wie in Amerika vorher die Pulpmagazine. Die wichtigsten darunter waren die unter den Namen Utopia und Terra von den Verlagen Pabel und Moewig publizierten Reihen. Neben vielen Einzelwerken gab es in diesen auch eine große Anzahl von Serien mit gleichbleibenden Hauptpersonen oder mit einem gemeinsamen Hintergrund. In diesem Buch werden in fünf Teilen die in den Utopia- und Terra-Reihen erschienenen Sub- und Miniserien vorgestellt. Nach zwei einleitenden Kapiteln zur Geschichte der Science Fiction als eigenständiges Genre und zur Bedeutung der Utopia- und Terra-Reihen werden in den Kapiteln 3–13 die Serien deutschsprachiger Autoren betrachtet, in den Kapiteln 14–27 Serien englischsprachiger Autoren. Die Kapitel 28–30 beleuchten die berühmten Fernseh- und Filmserien Raumschiff Orion, Raumschiff Enterprise und Planet der Affen. Es werden sowohl Serien vorgestellt, die komplett in Utopia oder Terra publiziert wurden, aber auch solche, die durch Ein- und Ausgliederungen teilweise auch als eigenständige Serien herauskamen. Schließlich werden jene Serien gesamtheitlich betrachtet, von denen nur einzelne Romane in den beiden Reihenkomplexen erschienen sind, die Mehrzahl aber in Buch- oder Taschenbuchausgaben. Eine Fülle von Zitaten und Querverweisen lässt bei Kennern Erinnerungen hochkommen, der Blick richtet sich aber auch auf manche bemerkenswerte Details über die Autoren. Die Werke werden kritisch betrachtet, auch im Vergleich verschiedener Ausgaben und dabei insbesondere auch der Übersetzungen fremdsprachiger Texte. Die umfangreichen Bibliografien zu den einzelnen Kapiteln sind zur Hilfestellung für Sammler, aber auch für wissenschaftlich Tätige gedacht. Das Buch beleuchtet eine wichtige Periode in der deutschen SF-Geschichte.
Aktualisiert: 2020-07-18
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