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Dissonanz – der schwarze Blog

Dissonanz – der schwarze Blog von Dax,  Max
Dissonanz ist die wahre Geschichte eines Jahres. Der Blog des seinerzeitigen Spex-Chefredakteurs Max Dax ist zugleich eine Spurensuche von Verbrechen, die in seinem Namen geschahen, wie ein Versuch, über die Poesie vor und nach Auschwitz. Es wird von unerwiderter Liebe berichtet und von gutem Essen. Doch wer ist der Verfasser und was ist wirklich geschehen? Klar scheint allein: Der Autor, wer auch immer V2 Schneider sein mag, der ab dem 35. Tag mit einem Mal die Rolle des Erzählers übernimmt, lebt in einer unbarmherzigen Taktung von Stunden und Tagen, in rhythmisierten Patterns, die wie Risse in der Zeit gemahnen: Die Welt ist eine Erfindung der anderen, und mir kann nichts passieren. Bleibt die Frage der Hyperrealität, die in Dissonanz prominent verhandelt wird: Kann die Zukunft in der Gegenwart beschworen werden, oder ist sie vorbestimmt? In weiteren Sprechrollen: die geheimnisvolle D., Hans Ulrich Obrist, Gilbert & George, Claude Lanzmann, Diedrich Diederichsen, die Prinzessin von Sizilien und der Stadtfuchs.
Aktualisiert: 2020-07-01
Autor:
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Scheingleichheit

Scheingleichheit von Aue,  Karin, Schmidt,  Lena, Victor,  Divya
»Scheingleichheit« fragt danach, wie man mit einer hegemonialen Sprache und einem hegemonialen Sprechen umgehen kann. Die Ideen sind ja schon verpflanzt, das Zuckerrohr schon gesät, geerntet, verpackt und verschifft, der Mund schon erobert, das Blut schon geflossen, aus dem Kopf sprechen sich fremde Gedichte. Divya Victor erforscht eine neue Sprachpolitik und Sprechpraxis – in der Sprache der Kolonialmacht, im Sprechen ihrer Mutter, den »Zikaden im Mund« –, die vom Widerspruch angetrieben wird, sich in der Sprache der Kolonialisten von ebendieser zu befreien. In drei lose verflochtenen Essays werden persönliche Erinnerungen und historische Ereignisse, ihre kolonialen Implikationen und Erfahrungskontexte, analytisch verknüpft. Und eine poetische Untersuchung von Sprache/Sprechen in einer postkolonialen, dekolonialisierten Welt unternommen.
Aktualisiert: 2020-07-01
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Bel Ami

Bel Ami von Vinken,  Barbara
Barbara Vinken spürt dem Rückgriff auf die alttestamentarischen Schreck-Motive der »Großen Hure Babylon« und der Götzenverehrung im naturalistischen Roman des 19ten Jahrhunderts nach. Anhand von Guy de Maupassants Roman »Bel-Ami« demonstriert sie, wie der Götzendienst – von dem sich das christliche Bürgertum als abgegrenzt und emanzipiert verstanden wissen will – eben diesem als verdecktes, verdrehtes, verdrängtes Fundament zugrunde liegt. Mythologisch/theologisch aufgeladenen Metaphern (Jagd und Fischerei) auf der Fährte, verfolgt das Buch die Wiederkehr von Mythos, Kult und Idolatrie in der aufgeklärten, naturalistischen Literatur. Dabei tritt – mitten in Paris – der »Orient« als symbolisch übercodiertes Leitmotiv auf, das der Analyse gesellschaftlicher Verhältnisse dient. Die Demaskierung kolonialer und sexueller Ausbeutung treibt Vinken durch ein metaphorisches Dickicht, in dem Sakrales und Profanes, Ornamentales und Vulgäres, Tugend und Sünde als Mutter/Hure, Décor/Schmutz, Schmuck/Fleck, Gott/Götze ineinander verflochten, verzerrt gespiegelt und verkehrt sind.
Aktualisiert: 2020-07-11
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Geontologien

Geontologien von Povinelli,  Elizabeth A., Walter,  Axel
In Geontologien erkundet Elizabeth A. Povinelli das Wesen des Spätliberalismus, indem sie einen neuen Begriff der Macht, die Geontomacht, entwickelt. Povinelli argumentiert, dass das Konzept des Anthropozän und sein Begleitkonzept des Klimawandels nicht nur als meterologische und geologische Ereignisse betrachtet werden können, sondern vielmehr als eine Reihe von politischen und konzeptionellen Störungen, die die Organisation des kritischen Denkens, die Kulturpolitik als auch die geopolitische Steuerung verändert haben. Da der Begriff der Biomacht die gegenwärtigen Mechanismen der Macht und des Regierens nicht angemessen beschreiben kann, retheoretisiert sie das foucaultsche Paradigma, indem sie mit dem Begriff der Geontomacht, Diskurse, Affekte und Taktiken aggregiert, in denen die für die Biopolitik wesentliche Unterscheidung zwischen Leben und Nichtleben zersetzt ist. Povinelli skizziert diese Erosion im Spätliberalismus der Siedler mithilfe einer Reihe von Figuren: der Wüste, dem Animisten und dem Virus. Sie sind Werkzeug, Symptom und Diagnose anhand derer die einst vorausgesetzten, jetzt zitternden Architekturen der geontologischen Governance sichtbar werden.
Aktualisiert: 2020-06-30
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Geschmack

Geschmack von Agamben,  Giorgio, Hiepko,  Andreas
»Die Frage, auf die das Schöne (und der Geschmack als ›Wissen des Schönen‹) hinausläuft, ist also die Frage nach dem Subjekt des Wissens: Wer ist das Subjekt des Wissens? Wer weiß?« Geschmack und Wissen teilen sich eine gemeinsame sprachliche Wurzel: ›sapere‹. Von dieser Herkunft ausgehend entfaltet Giorgio Agamben eine abendländische Vergessensgeschichte, in der das Wissen dem Genuss über lange Zeiten entfremdet wird, um erst im 18. Jahrhundert wieder in ein Verhältnis gesetzt zu werden. Wie lassen sich ein Wissen, das nicht genießt und ein Genuss, der nicht weiß, analysieren? Warum spaltet sich die Erkenntnis in diese beiden Antipoden auf?
Aktualisiert: 2020-06-30
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Mengeles Schädel

Mengeles Schädel von Engelmann,  Herwig, Keenan,  Thomas, Weizman,  Eyal
Mit dem Eichmann-Prozess gelangte die Zeugenschaft der Überlebenden in den Fokus rechtswissenschaftlicher Überlegungen; Urteil, Subjektivität und Zeugenaussage wurden durch ihn in ein neues Verhältnis setzt. Als untergetauchter Kriegsverbrecher wurde auch dem KZ-Arzt und Phrenologen Josef Mengele der Prozess gemacht. Dabei trat jedoch nicht der lebendige Täter, sondern seine mutmaßlichen menschlichen Überreste des Schuldigen vor ein Forum, das allerdings kein juristisches, sondern ein forensisches war. Dem Urteil »schuldig« im Fall Eichmanns entsprach das Urteil »Mengele« im Fall Mengeles. In Mengeles Fall dienten die Knochen den Richtern als Zeugen, wobei die subjektive Spur, die das leblose Objekt auf gespenstische Weise noch umgab, »osteobiografisch« untersucht und sichtbar gemacht wurde. Diese Verfahren präzise untersuchend, erweitern Keenan und Weizman die Idee vom Einzug des Zeugen ins Gericht beim Eichmann-Prozess mit der Vorstellung vom Einzug des Dinges in die Gerichtsbarkeit. Mengeles Schädel, der (beinahe wie in Dantes Bestrafung der Sünder einer Inversion seines eigenen Vergehens unterworfen, also zum Objekt wissenschaftlicher Untersuchungen wurde) stellen Keenan und Weizman als Gelenkscharnier eines paradigmatischen Turns dar, das sich zur forensischen Ästhetik hin bewegt. Diese sei nicht nur eine Erweiterung des Forums, sondern ein Moment des Strukturwandels, der ein zunehmendes Ineinanderverlaufen von Objekten und Subjekten, Totem und Lebendigem bedeute.
Aktualisiert: 2020-06-30
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Gesammelte Schriften

Gesammelte Schriften von Mies van der Rohe,  Ludwig, Walter,  Axel
Die »Gesammelte Schriften« spiegeln den Werdegang des Architekten Ludwig Mies van der Rohe in seinen poetischen und philosophischen Reflexionen zu Architektur und Formdenken wieder. Herausgegeben werden sämtliche zu Lebzeiten veröffentlichte Schriften, Interviews, Redemanuskripte und Manifeste. Ergänzt wird der Band durch ausgewählte bisher unveröffentlichtes Materialien aus dem Nachlass, sowie ein editorisches Nachwort und aussagekräftige Abbildungen.
Aktualisiert: 2020-06-30
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Para-Plattformen

Para-Plattformen von Bratton,  Benjamin, Grassegger,  Hannes, Keshavarz,  Mahmoud, Miessen,  Markus, Nagle,  Angela, Nickel,  Uli, Power,  Nina, Reed,  Patricia, Ritts,  Zoë, Slavs & Tatars, Staal,  Jonas, Steyerl,  Hito, Tillmans,  Wolfgang, Trüby,  Stephan, Varvia,  Christina
Texte von Benjamin H. Bratton, Hannes Grassegger, Mahmoud Keshavarz, Angela Nagle, Nina Power, Patricia Reed, Konrad Renner, Slavs & Tatars, Jonas Staal, Hito Steyerl, Wolfgang Tillmans, Stephan Trüby, Christina Varvia (Forensic Architecture). Cover von Liam Gillick. Rechtspopulismus ist keine neue Erscheinung. Seine Formen und Vorgehensweisen befinden sich jedoch im stetigen Wandel und erobern ständig neue Räume. Rechtspopulistisches, völkisch-autoritäres Gedankengut grassiert vermehrt durch virtuelle, soziale und materielle Landschaften, durchquert Institutionen, Netzwerke und Plattformen und annektiert so gesellschaftliche Felder. Die ideologische Verankerung des Rechtspopulismus im sozialen Raum wird in diesem Band in territorialen Kategorien gedacht. Design und Material werden auf ihre politischen Implikationen hin untersucht, und aus verschiedensten Winkeln reflektiert, um Strategien zu entwickeln, die auf die rechte Raumpolitik reagieren. Die Analyse baut auf drei Fallstudien auf, die sich mit neu entstandenen Räumen des Rechtspopulismus befassen und auf einem von Markus Miessen organisierten Symposium des Design Festivals Göteborg präsentiert wurden
Aktualisiert: 2020-06-30
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ONE + ONE

ONE + ONE von Avanessian,  Armen, Hennig,  Anke
»›Sie weiß es‹, lese ich dich eifersüchtig an den Rand schreiben. (...) So wenig du dir und deinem eigenen Schreiben traust, umso hemmungsloser vertraust du jedem Satz, den sie gegen dich oder gegen sich selber schreibt. Denn das meinte und meint ›Du weißt es‹ immer auch und zuallererst, dass wir, keiner von uns, je recht hat. Sondern immer der andere, und wenn wir (wie eigentlich fast immer) unterschiedlicher Meinung sind, nur sie – und nur gegen sich bzw. ihre Meinung – beweisen kann, warum du recht hast. Nur sie weiß, warum du recht hast, und ›Ich‹ hat insofern nie recht, weiß es doch nie, warum diese oder jene Einschätzung der Dinge nun die wahre ist.« In ONE + ONE entwickeln Armen Avanessian und Anke Hennig ihr kollaboratives Projekt ›Spekulative Poetik‹ noch einmal weiter – hin zu einer Praxis schreibenden Nachdenkens. Mit ihrer Suche nach neuen poetischen Ausdrucksformen jenseits des universitären Diskurses, aber auch gängiger ästhetischer und kritischer Arten des Schreibens, stellen sie sich den politischen und ethischen Konsequenzen aus ihrer Methode, die verlangt, nicht nur neue Positionen zu bestimmen, sondern auch für diese einzustehen. Die Frage, wie Sprache Wirklichkeit verändert und Subjekte schreibend zu anderen werden, führt die beiden in Bereiche wie Technologie, Ökonomie oder Geopoetik. Sie lesen Texte von AutorInnen wie Kathy Acker, Chris Kraus oder Quentin Meillassoux, überschreiben ihre früheren Positionen und konfrontieren einander mit ihrer theoretischen und para-akademischen Praxis. Was heißt Zeitgenossenschaft in einer geteilten Gegenwart? Wie eignen Algorithmen sich Bedeutung an? Und welches spekulative Kapital lässt sich aus den Innovationen der Finanzwirtschaft schlagen? Das neben dem parallel entstandenen I - I vierte gemeinsame Buch von Avanessian und Hennig entfaltet sich in einem Austausch unterschiedlicher Stimmen, die hin und wieder zu einem Wir zusammenlaufen – manchmal teilen sie eine Meinung, oft aber sind sie auch geteilter Meinung. Was sie verbindet, ist der Zweifel an der Überzeugung, dass Individualismus als gelungenste Form der Subjektivität zu gelten hat und individuelle Selbstreflexion noch Ausdruck einer produktiven philosophischen Haltung ist. »Es bedarf in der Tat keines universalen oder neutralen Subjekts, um eine Ethik oder Politik zu entwickeln. Wessen es auf dem Weg über ein einzelnes egoistisches und solipsistisches Selbst hinaus bedarf, ist lediglich die Begegnung mit einem Anderen.«
Aktualisiert: 2020-07-01
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