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Kritische Erziehungswissenschaft

Kritische Erziehungswissenschaft von Hoffmann,  Dietrich
In den 1960er Jahren trugen die Bemühungen der 'Frankfurter Schule', insbesondere die von Theodor W. Adorno und Max Horkheimer, aber auch die des 'frühen' Jürgen Habermas Früchte, in Westdeutschland eine neue, in der Hauptsache gesellschaftskritische Aufklärung in Gang zu setzen. Es war ein Versuch, die 'bleierne Zeit' zu beenden, zu der sich die Epoche der Restauration nach dem Zweiten Weltkrieg in der Bundesrepublik Deutschland entwickelt hatte. Einige der jüngeren Vertreterinnen und Vertreter der Geisteswissenschaftlichen Pädagogik, die in der Nachkriegszeit an den Hochschulen und Universitäten wiederhergestellt und zur herrschenden Richtung geworden war, traten für eine Revision der Begriffe und Theorien, der Prinzipien und Kategorien im Sinne der Kritischen Theorie und damit für eine Kritische Erziehungswissenschaft ein, u.a. Herwig Blankertz, Ilse Dahmer, Wolfgang Klafki und Klaus Mollenhauer. Es kann offen bleiben, ob das Paradigma an der Stärke der Gegenaufklärung oder an der Schwäche des damaligen Konzepts gescheitert ist: seit dem Anfang der 80er Jahre des vorigen Jahrhunderts ist von ihm kaum noch die Rede. In einem Umfeld, in dem Kritik ohnedies nicht hoch im Kurs steht, lässt sie sich leicht als destruktiv denunzieren - und mit dem blinden Aktionismus der '68er' in Verbindung bringen. Was von dem Konstrukt übrig blieb, wurde zunächst dem Individualismus der 'Moderne' und sodann dem Relativismus der 'Postmoderne' zugerechnet; der Plan einer sozialen Emanzipation durch Veränderung der Erziehung und Rückkehr zur Bildung war damit vom Tisch. In der entstandenen Beliebigkeit und der verbreiteten Unübersichtlichkeit wird nun statt Aufklärung Verblendung und Verdummung organisiert. In dieser Situation erscheint es notwendig, mit Hilfe historischer und systematischer Beispiele an die Kritische Erziehungswissenschaft zu erinnern, um sie zu erneuern. Unter dem Eindruck von Restriktionen und Reduktionen hat die Erziehungswissenschaft in den 1990er Jahren erschreckt davon abgelassen, sich mit dem Verhältnis von Erziehung und Gesellschaft - und den diese beherrschenden Mächten - zu beschäftigen. Es ist die Absicht des Verfassers, eine erneute Hinwendung auf diese Probleme anzuregen und zu unterstützen.
Aktualisiert: 2019-12-20
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Entwicklung eines Berufsbildes Kunsttherapie

Entwicklung eines Berufsbildes Kunsttherapie von Mertens,  Melanie
Mit diesem Buch liegt erstmals eine Veröffentlichung vor, in der systematisch wesentliche Voraussetzungen für einen berufspolitischen und berufsrechtlichen Etablierungsprozess der Kunsttherapie zusammengefasst werden. Der berufsrechtliche Etablierungsprozess umfasst die adäquate Einstufung kunsttherapeutischer Leistungen durch die private und gesetzliche Krankenversicherung, die Festlegung spezifisch kunsttherapeutischer Ausbildungs- und Berufsrechtsstandards und die Konsolidierung der kunsttherapeutischen Berufszusammenschlüsse. Das Buch umfasst darüberhinaus eine vollständige aktuelle Auflistung der kunsttherapeutischen Ausbildungseinrichtungen und der kunsttherapeutischen Vereine und Verbände in Deutschland. Was das Buch letzlich für den gesamten heilkundlichen Berufsbereich interessant macht, ist eine konstruktive Auseinandersetzung mit der allgemeinen defizitären Rechtslage und der inhomogenen berufsständischen Organisation in der nicht-ärztlichen Heilkunde. In diesem Zusammenhang werden Optionen zur Bildung eines rechtlichen, gesundheitspolitischen und berufsständischen Status quo in der nicht-ärztlichen Heilkunde und deren Vertretung durch die gesetzliche und private Krankenversicherung diskutiert. Die Bedeutung einer effektiven rechtlichen und berufspolitischen Organisation im nicht-ärztlichen Berufsbereich für die Weiterentwicklung des heilkundlichen Behandlungsstandards im Sinne des Patienten wird ausdrücklich angesprochen. Für beruflich und gesundheitspolitisch engagierte Kunst-, Kreativ- und Musiktherapeuten, Psychotherapeuten, Pädagogen, Heilpädagogen, Mediziner, Dozenten, Vertreter von Therapie- und Ausbildungseinrichtungen im heilkundlichen und heilpädagogischen Bereich, bei Krankenkassen, Berufsverbänden, Arbeitsämtern, Einrichtungen der öffentlichen Verwaltung und der Gesundheitspolitik ist diese informative und innovative Arbeit höchst empfehlenswert.
Aktualisiert: 2020-12-04
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Das Verhältnis von französischem Chanson und italienischer Canzone

Das Verhältnis von französischem Chanson und italienischer Canzone von Bonnermeier,  Andreas
Das französische Chanson und die italienische Canzone sind in ihren jeweiligen Heimatländern grundlegender Bestandteil der Alltagskultur. Trotz ihres populären Charakters weisen viele Chansons und Canzoni Gemeinsamkeiten auf, die zu der Annahme berechtigen, dass sie nach bestimmten - wenn auch nicht explizit formulierten - Regeln entstehen. Anhand eines ausgewählten Korpus von 350 Chansons und Canzoni, das sich aus den Repertoires von 18 Interpretinnen zusammensetzt, sollen diese Merkmale analysiert und in Form einer Poetik der Gattung "Chanson" bzw. "Canzone" zusammengefasst werden. Es zeigt sich schnell, dass dabei weitere Faktoren eine Rolle spielen: Die Aufmachung, die gewissermassen die "Verpackung" eines Chansons bzw. einer Canzone darstellt, die Verbreitungswege über die verschiedenen Medien, aber auch die Rolle des Hörers. Darüber hinaus stellt sich die Frage, ob aufgrund gewisser Übereinstimmungen der Bestimmungsmerkmale von Chanson und Canzone nicht eine gemeinsame Gattung angenommen werden kann. Wie aber lässt sich dies mit einer unterschiedlichen Entwicklungsgeschichte von Chanson und Canzone vereinbaren? Welche Rolle spielt dabei das Festival von Sanremo, das in der italienischen Alltagskultur seit mehr als 50 Jahren einen festen Platz als nationales Ereignis einnimmt? Welche Formen des Austauschs gibt es zwischen französischem Chanson und italienischer Canzone? Und welchen Platz nehmen schliesslich die Interpreten der Gattung ein? Die vorliegende Studie versucht, eine bislang wenig gestellte Frage nach der Verbindung zwischen Chanson und Canzone zu untersuchen und eine Antwort auf die Gattungsfrage zu geben. Sie singen von der Liebe, von der Einsamkeit und vom Tod, sie erzählen kleine Geschichten aus dem täglichen Leben oder lassen humoristischen Phantasien freien Lauf. Ihre Geschichten enden manchmal gut, oft auch traurig und wirken mitunter täuschend echt. Manche von ihnen scheuen auch nicht vor kritischen und ernsten Tönen zurück. Im Rampenlicht erwecken sie durch ihre Stimme und ihren Vortrag die Chansons zum Leben. Häufig vermischen sich Elemente aus ihrem Privatleben mit den Qualitäten auf der Bühne. Ist die Mischung erfolgreich, werden nicht selten Karrieren geboren, die über Jahrzehnte andauern und die dazu beitragen, bestimmte Stars in den Rang von Mythen zu erheben. Die Rede ist von den Interpretinnen und Interpreten, die für die Existenz von Liedern ein unverzichtbarer Bestandteil sind. Betrachtet man die grossen Namen der Interpreten von französischem Chanson und italienischer Canzone, so wird man rasch feststellen, dass der Anteil der Frauen relativ hoch ist: Édith Piaf, Juliette Gr©co, Barbara, Dalida, Patricia Kaas oder auch Mina, Ornella Vanoni, Patty Pravo und Milva sind Namen, die allgegenwärtig sind und die für die Tradition von Chanson und Canzone eine grosse Bedeutung haben. Wie aber setzen die Interpretinnen ihre Rolle als Stimme von Chanson und Canzone um? Wie spielen die Bestandteile einer gelungenen Interpretation zusammen? Welche Entwicklung hat die Institution der Interpretin in Frankreich und Italien seit dem Ende des 19. Jahrhunderts genommen? Und schliesslich: Kann die Interpretin als ideale Vermittlungsinstanz von Chanson und Canzone gesehen werden? Auf diese und andere Fragen versucht die vorliegende Studie anhand einer materiellen Ausgangsbasis von 18 ausgewählten Interpretinnen und ihrem Repertoire eine Antwort zu finden.
Aktualisiert: 2020-12-04
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Die Handhabung der berufstypischen Zulassungsgründe durch die Oberverwaltungsgerichte

Die Handhabung der berufstypischen Zulassungsgründe durch die Oberverwaltungsgerichte von Heitmann,  Jörn
Für den Verwaltungsprozess galt seit Inkrafttreten der Verwaltungsgerichtsordnung im Jahre 1960 der dreistufige Instanzenzug. Gegen verwaltungsgerichtliche Urteile war die Berufung statthaft. Berufungsurteile wiederum konnten, sofern von Oberverwaltungs- oder Bundesverwaltungsgericht zugelassen, mit der Revision angegriffen werden. Dieses Rechtsmittelsystem hat durch die 6. VwGO-Novelle tiefgreifende Veränderungen erfahren. Seit 01.01.1997 kann Berufung nur noch eingelegt werden, wenn diese zuvor in einem gesonderten Verfahren zugelassen worden ist. Neben den schon aus dem Revisionsrecht bekannten hat der Gesetzgeber zwei neue Zulassungsgründe normiert, den der ernstlichen Richtigkeitszweifel und den der besonderen Schwierigkeiten. In ihnen spiegelt sich die Funktion des Berufungsgerichts als Tatsachengericht wider. Zur Handhabung dieser beiden berufungstypischen Zulassungsgründe hat sich eine stark divergierende Rechtsprechung herausgebildet. Teilweise legen selbst Senate eines Oberverwaltungsgerichts unterschiedliche Massstäbe an. Für den Rechtsmittelführer, der berufungstypische Zulassungsgründe in Anspruch nimmt, lässt sich vor diesem Hintergrund kaum abschätzen, ob seinem Zulassungsantrag stattgegeben wird. Die vorliegende Arbeit stellt dar, welche Probleme sich bei der Anwendung der berufungstypischen Zulassungsgründe ergeben haben, und bietet einen Überblick über die unterschiedlichen Lösungsansätze innerhalb der obergerichtlichen Rechtsprechung. Mit ihnen setzt sich der Verfasser ebenso kritisch auseinander wie mit dem inzwischen vorliegenden Schrifttum. Die Arbeit leistet damit zugleich einen Beitrag zur einheitlicheren Handhabung der Zulassungsvorschriften. Den Weg für eine derartige Vereinheitlichung hat zwischenzeitlich die 7. VwGO-Novelle frei gemacht.
Aktualisiert: 2020-12-04
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Kulturthema: Lächeln

Kulturthema: Lächeln von Zhang,  Fan
Das Lächeln als nonverbales Kommunikationsmittel ist ein kulturabhängiges Phänomen und kann in der interkulturellen Begegnung Missverständnisse verursachen. Diese Studie möchte die interkulturelle nonverbale Kommunikation zwischen Deutschen und Chinesen erleichtern, indem die Situationen, in denen das chinesische Lächeln oft auftritt und von Deutschen als schwer verständlich empfunden wird, durch empirische Untersuchungen aufgedeckt und aufgeklärt werden. Hierfür werden die kulturellen Interpretationen und theoretischen Analysen im Rahmen der Konfuzianischen Prinzipien und der interaktionistischen Theorie präsentiert. Die aus Fragebögen und Interviews gewonnenen Daten werden in typische Situationen klassifiziert. Die detaillierten Analysen der repräsentativen Interviewaussagen und die konkreten Beispiele sollen dazu beitragen, die Verschiedenheiten des Lächelns in den Kommunikationssituationen zwischen Deutschen und Chinesen und die dabei entstehenden Probleme zu deuten, darauf aufbauend die Verständigung zu verbessern und für weitere Forschungen Anregungen zu geben. Fan Zhang, geboren 1977 in Tai'an (China), studierte in Qingdao und Bayreuth interkulturelle Germanistik, an der Tongji-Universität und an der Ludwig-Maximilians-Universität München Angewandte Linguistik, und promovierte an der Fremdsprachenuniversität Shanghai und an der Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg. Seit 2004 lehrt sie an der Fremdsprachenuniversität Shanghai.
Aktualisiert: 2019-12-20
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Die Rechtsstellung der Eltern und die Rechtslage verstorbener Kinder im Falle von Fehlgeburt und Schwangerschaftsabbruch

Die Rechtsstellung der Eltern und die Rechtslage verstorbener Kinder im Falle von Fehlgeburt und Schwangerschaftsabbruch von Severin,  Cathleen
Die Bestattungsrechtslage im Hinblick auf Fehlgeburten, Totgeburten und Leibesfrüchte aus Schwangerschaftsabbrüchen ist seit Ende der 1990er Jahre gesetzgeberischen Änderungen unterworfen. Teilweise anknüpfend an bereits vielerorts in Deutschland praktizierte gemeinschaftliche Bestattungen dieser Kinder statuierten viele Landesgesetzgeber weitergehende Rechte und Pflichten betroffener Eltern. Die Verfasserin fasst zunächst die in Deutschland bestehende unübersichtliche Rechtslage mit Stand Februar 2009 zusammen und bringt diese in eine Übersicht. Angeknüpft wird dabei an die Einteilung von Embryonen und Föten nach Gewicht oder Schwangerschaftsalter. Die Untersuchung der Verfassungsmäßigkeit der einzelnen landesrechtlichen Vorschriften unter verschiedenen Gesichtspunkten schließt sich an. Im Fokus stehen insbesondere die zum Teil bei 500 Gramm, zum Teil bei 1.000 Gramm Geburtsgewicht angesiedelten Gewichtsgrenzen toter Leibesfrüchte und eine sich hieran orientierende Trennung in Bestattungszwang und Bestattungsrecht. Kritisch betrachtet werden auch die zum Teil in einigen Landesgesetzen noch vorgesehene "Beseitigung" dieser Leibesfrüchte, die Bestattungspflicht medizinischer Einrichtungen, die Behandlung abgetriebener Leibesfrüchte im Bestattungsrecht und die Verwendung toter Leibesfrüchte zu medizinischen, pharmazeutischen und / oder wissenschaftlichen Zwecken. Im Rahmen der Rechtsstellung der Eltern setzt sich die Verfasserin insbesondere mit einer teilweise von den Gesetzgebern vorgesehenen Pflicht der medizinischen Einrichtung, Eltern über ihr Bestattungsrecht und einen unter Umständen bestehenden Bestattungszwang zu informieren, auseinander. Das Buch enthält einen Anhang, der die wesentlichen gesetzlichen Vorschriften auszugsweise wiedergibt. Die Verfasserin legte großen Wert auf einen nahen Praxisbezug. Es erfolgten Recherchen bei verschiedenen Vereinen der "Verwaisten Eltern" in Deutschland sowie der "Initiative Regenbogen", Seelsorgern, Hebammen und Trauerbegleitern. Die Verfasserin referierte im November 2009 in München auf der Fachtagung "Wenn das Leben mit dem Tod beginnt" zum frühen Tod von Kindern in der Schwangerschaft, bei der Geburt und in der ersten Zeit nach der Geburt, initiiert vom Verein "Verwaiste Eltern München e.V.".
Aktualisiert: 2019-12-20
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Empörung

Empörung von Kalisch,  Dorothee E
Diese Forschungsarbeit behandelt die Emotion 'Empörung' mit dem Anliegen, Ansatzpunkte für ihre gezielte Veränderung aufzuzeigen und damit die Bearbeitung von Konflikten in den unterschiedlichsten Anwendungsfeldern zu fördern. Den Ausführungen liegt ein kognitivistisches Emotionsverständnis zugrunde, wonach Emotionen als globale, rasche und kognitiv gehaltvolle Urteile über die subjektive Bedeutsamkeit von Sachverhalten gelten. Ein Theoriekapitel betrachtet anfangs auf mikroanalytischer Ebene die Entstehung von Emotionen, ein zweites untersucht spezifische Einflussfaktoren auf die Empörung. Daraus entsteht ein komplexer theoretischer Rahmen, der vielfältige Möglichkeiten für die Analyse von Empörung und ihrer Antezedentien sowie für bewusst geplante Einflussnahme eröffnet: Jede Emotion lässt sich abstrakt durch ein für sie typisches Gedankenmuster beschreiben, und jedes erlebte Gefühl geht mit einer einmaligen Konstellation von subjektiven Wahrnehmungen und Deutungen einher. Die Kenntnis der typischen Elemente und Einflussfaktoren einer Emotion sowie deren Zusammenhänge untereinander erlaubt es somit, Empörung in einem konkreten Fall differenziert zu erfassen, Beeinflussungsmöglichkeiten zu generieren, ihre Auswirkungen zu bestimmen und zu bewerten und die Empörung anschliessend zielgerichtet zu steuern. Im Verlauf der Studie wird verstärkt auf den Verursacher einer Empörungsepisode fokussiert. Für ihn gibt es besondere Möglichkeiten, um auf den empörten Vorwurf einer Normverletzung zu reagieren; und sein späteres Handeln wirkt moderierend auf das emotionale Erleben der betroffenen Person zurück. Wie seine möglichen Reaktionen die Empörung beeinflussen, wird aus dem theoretischen Rahmenmodell abgeleitet. Ein Fallbeispiel, der Streit über die Mohammed-Karikaturen im Winter 2005/06, illustriert die erläuterten Konstrukte und Zusammenhänge. Am Erleben der dänischen Muslime wird nachvollzogen, wie Empörung entsteht. Zudem veranschaulichen Beispiele aus der islamischen Welt, wie verschiedene Akteure dort das emotionale Erleben vieler Menschen zielstrebig anregten und lenkten.
Aktualisiert: 2019-12-20
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Hilda Weiss – Soziologin, Sozialistin, Emigrantin

Hilda Weiss – Soziologin, Sozialistin, Emigrantin von Garz,  Detlef
Hilda Weiss, geboren 1900 in Berlin, gestorben 1981 in Brooklyn, New York, war Soziologin, Sozialistin und Emigrantin; schliesslich war sie Jüdin, Tochter, Schwester und Ehefrau. In ihrer Autobiographie hebt sie jedoch besonders ihre Berufsrolle bzw. die Zeiten der universitären Ausbildung, die zu ihrer Tätigkeit als Soziologin führten, hervor. Verbunden hiermit ist ihr intensives Engagement als Staatsbürgerin und ihr Eintreten für die von ihr als gerecht angesehene "Sache des Sozialismus", das sie auch für einige Jahre, nämlich von 1925 bis 1932, in die Kommunistische Partei Deutschlands führte. Gegen Ende der 20er Jahre fand sie im 1924 in Frankfurt gegründeten Institut für Sozialforschung einen institutionellen Zusammenhang, welcher es ihr erlaubte, ihren beruflichen und politischen Interessen gleichermassen nachzugehen. Die durch die nationalsozialistische Regierung erzwungene Emigration führte sie über eine kurze Zwischenstation in der Schweiz und eine längere in Frankreich im Jahr 1939 in die USA, wo sie bis zu ihrem Tod 1981 lebte. Hilda Weiss gehört zu jenen wenigen Frauen, die sich schon in dieser Zeit sowohl beruflich als auch politisch betätigten und die heute in die Gefahr geraten, vergessen zu werden Das hier abgedruckte autobiographische Manuskript wurde von Hilda Weiss für ein wissenschaftliches Preisausschreiben verfasst, das im Jahr 1939 unter der Überschrift "Mein Leben in Deutschland vor und nach dem 30. Januar 1933" durchgeführt wurde und sich an alle diejenigen richtete, die "Deutschland vor und während Hitler gut kannten." Es bietet den Einblick einer soziologisch geschulten Mitarbeiterin in die Geschichte des Frankfurter Instituts für Sozialforschung und auf die Gesellschaft insgesamt, während es auch vor eigenen Erfahrungen, Stärken und Schwächen nicht halt macht. Der Text zeichnet sich durch eine Perspektive aus, die in unmittelbarer Verbindung zu den Geschehnissen zu Papier gebracht wurde; eine Perspektive, die z.B. noch nichts wissen konnte von der zu Beginn der 40er Jahre einsetzenden systematischen Vernichtung der Juden und somit noch nicht überlagert und damit möglicherweise nachträglich modifiziert wurde von späteren Erfahrungen und Erinnerungen. Im ausführlichen Nachwort gibt der Herausgeber weitere Hinweise zu Hilda Weiss, die sowohl den beschriebenen Zeitraum als auch die Zeit nach 1940 betreffen. Darunter befinden sich quasi "in letzter Minute" ausfindig gemachte wichtige Quellen, die hier erstmals berücksichtigt werden.
Aktualisiert: 2019-12-20
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Schulische Diagnostik von Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsproblemen

Schulische Diagnostik von Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätsproblemen von Koentges,  Christa, Schleider,  Karin
Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörungen (ADHS) stellen einen zentralen Problembereich des Kindes- und Jugendalters dar. Die Symptome und die damit verbundenen Folgeprobleme kommen dabei besonders prägnant im schulischen Bereich zum Tragen und stellen alle Beteiligten vor große Herausforderungen. Zudem sind Lehrerinnen und Lehrer häufig die ersten professionellen Fachkräfte, die eine mögliche Symptomatik bemerken und erkennen können. Aus diesem Grund kommt der Schule sowohl bei der Diagnostik als auch bei der Förderung betroffener Kinder eine besondere Bedeutung zu. Der zentralen Rolle der Schule wurde mit Blick auf die aktuelle Studienlage bislang nur wenig Rechnung getragen; der Forschungsschwerpunkt lag überwiegend im klinischen Bereich der psychiatrischen und/oder psychotherapeutischen Versorgung. In dieser Untersuchung wird die Rolle der Schule im diagnostischen Prozess bei ADHS systematisch herausgearbeitet. Zudem wird mit dem ADH-S-G, einem Screeninginstrument für die Grundschule, ein raschskaliertes Beurteilungsinstrument vorgestellt, mit dessen Hilfe die Rolle der Schule im diagnostischen Prozess gestärkt wird. In einer umfassenden empirischen Studie an einer repräsentativen Stichprobe von 1.272 Grundschülerinnen und Grundschülern aus Baden-Württemberg wurden die vier Skalen des ADH-S-G, Aufmerksamkeitsdefizit, Hyperaktivität, Soziale Probleme und Emotionale Probleme, überprüft und validiert. Zudem wurden anhand einer Teilstichprobe von Kindern mit der Diagnose ADHS Cut-Off-Werte ermittelt. Mit deren Hilfe wird den Lehrkräften ermöglicht, eine valide Einschätzung der genannten Verhaltensauffälligkeiten bei den Schülerinnen und Schülern vorzunehmen. Es konnte gezeigt werden, dass der ADH-S-G ein valides Screeninginstrument ist, das sehr gut zwischen auffälligen und unauffälligen Kindern unterscheiden kann. Darüber hinaus wurden alters- und geschlechtsspezifische Unterschiede sowie Zusammenhänge zu assoziierten Verhaltensproblemen und demographischen Variablen aus Sicht der Lehrkräfte untersucht. Die Übereinstimmung der hier gefundenen Ergebnisse mit Forschungsbefunden aus dem klinischen Kontext spricht für eine valide Abbildung von ADHS-assoziierten Verhaltensweisen im Schulkontext durch die Lehrkräfte.
Aktualisiert: 2022-10-20
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Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin)

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) von Werheit,  Peter
Im Jahre 2002 hat sich der Gesetzgeber entschlossen, die vormaligen drei Aufsichtsämter für das Kreditwesen (BAKred), für das Versicherungswesen (BAV) und den Wertpapierhandel (BAWe) zur "Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht" oder auch kurz: BaFin zusammenzulegen. Geschaffen wurde eine neue "bundesunmittelbare, rechtfähige Anstalt des öffentlichen Rechts". Die Ausführung von Gesetzen durch den Bund selbst unterliegt allerdings verfassungsrechtlichen Vorgaben und Beschränkungen. Diese ergeben sich vor allem aus dem VIII. Abschnitt der Verfassung und zwar namentlich aus den Artikeln 86 ff. GG. Doch welche Vorgaben und Beschränkungen sind dies eigentlich? Und lassen sich die Vorgaben und Beschränkungen systematisieren und wenn ja, hält die BaFin einer konkreten Überprüfung anhand dieser Kriterien stand? Bereits der ausdrückliche Hinweis des Gesetzgebers auf die "Rechtsfähigkeit" der Bundesanstalt im "Finanzdienstleistungsaufsichtsgesetz-FinDAG" lässt nämlich vermuten, dass er sich mit genau diesen Vorgaben und Beschränkungen überhaupt nicht auseinandergesetzt hat. Denn ist eine Anstalt des öffentlichen Rechts nicht schon per se rechtsfähig? Der Verfasser geht genau diesen und anderen Fragen nach und untersucht umfassend die BaFin auf ihre Vereinbarkeit mit dem Grundgesetz der Bundesrepublik Deutschland. Das Ergebnis der Untersuchung verblüfft, denn: Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht in ihrer konkreten Gestalt ist verfassungswidrig.
Aktualisiert: 2019-12-20
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