Ad-hoc-Publizität bei strafbewehrten Compliance-Verstößen und die Grenze des Nemo-Tenetur-Grundsatzes

Ad-hoc-Publizität bei strafbewehrten Compliance-Verstößen und die Grenze des Nemo-Tenetur-Grundsatzes von Schletter,  Christopher
Mit der acht Milliarden Euro schweren Sammelklage von Aktionären gegen Volkswagen im Zuge des „Diesel-Skandals“ wurde ein zentrales Problem der kapitalmarktrechtlichen Pflicht zur Veröffentlichung kursrelevanter Informationen „ad-hoc“ offenbar: Muss sich ein Unternehmen bei Aufdeckung eines Compliance-Vorfalls selbst strafrechtlich belasten? Die bestehende Unsicherheit wird durch die europäische Vollharmonisierung der Ad-hoc-Publizität mit der neuen MAR weiter verstärkt. Hinzu kommt ein europäischer Trend der Kriminalisierung von Unternehmen, der die Interpretation der Menschenrechte nach der Charta und der Konvention maßgeblich beeinflusst und sich bereits in der jüngeren Rechtsprechung niedergeschlagen hat. Die zurückhaltende Position des deutschen Bundesverfassungsgerichts zur Geltung des Nemo-Tenetur-Grundsatzes für Unternehmen verliert hierdurch zunehmend an Bedeutung. Diese Doktorarbeit behandelt schwerpunktmäßig den Konflikt der Ad-hoc-Publizität nach Art. 17 MAR mit der Selbstbelastungsfreiheit. Hierzu wird die Veröffentlichungspflicht zunächst grundlegend rechtsökonomisch untersucht und deren Teleologie herausgearbeitet – der Schutz von Informationshändlern und die Kosteneffizienz der Regulierung. Darauf aufbauend wird erarbeitet, wie der Interessenkonflikt bei strafbewehrten Compliance-Verstößen bereits durch einen Aufschub nach Art. 17 Abs. 4 MAR aufgelöst werden kann, da der Selbstbelastung typischerweise berechtigte Emittenteninteressen entgegenstehen. Dies spiegelt sich auch im zeitlichen Anknüpfungspunkt der Ad-hoc-Publizität wider, der mangels einer Compliance-Dimension von der Kenntnis der Emittenten abhängt. Zwingt aber die Publizitätspflicht dennoch zur Selbstbelastung, verstößt dies gegen den Nemo-tenetur-Grundsatz nach der Charta, der Konvention und dem Grundgesetz. Daher ist de lege ferenda ein Verweigerungsrecht des Emittenten zu erlassen, das de lege lata über die primärrechtskonforme Reduktion des Art. 17 Abs. 1 MAR erzielt werden muss.
Aktualisiert: 2019-11-15
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Ernährungsinterventionen im Setting Schule als ernährungspolitisches Instrument der Gesundheitsförderung und Prävention

Ernährungsinterventionen im Setting Schule als ernährungspolitisches Instrument der Gesundheitsförderung und Prävention von Haß,  Julia
Das EU-Schulobst- und -gemüseprogramm (SOGP) wurde im Schuljahr 2009/2010 als europäische Initiative zur Prävention ernährungsbedingter Krankheiten unter hoher Beteiligung der Mitgliedstaaten eingeführt. Dem politischen Prozess zur Einführung des SOGP war die Veröffentlichung des Weissbuches „Ernährung, Übergewicht, Adipositas: Eine Strategie für Europa“ vorausgegangen, das als eine konkrete Maßnahme die Initiierung eines Projekts „Obst in der Schule“ vorsah. Nordrhein-Westfalen (NRW) ist eines von sieben Bundesländern, welches sich direkt zur Einführung des SOGP für eine Teilnahme entschieden hat. Zum Schuljahr 2012/2013 wurde im Rahmen der regionalen Strategie NRW zur Durchführung des SOGP eine Reduktion der Verteilungsfrequenz von fünf auf drei vorgesehene „Schulobsttage“ pro Woche beschlossenen – eine Änderung, die die Fortführung der Evaluation des Programmes notwendig machte. Hauptziel dieser Forschungsarbeit war es, unter Berücksichtigung der mit der regionalen Strategie zur Umsetzung des SOGP NRW im Schuljahr 2012/2013 beschlossenen Änderungen, die Effektivität der Schulobstlieferungen bei der Erhöhung des Obst- und Gemüseverzehrs der teilnehmenden Schüler zu bewerten. Aufgrund der noch geringen Erkenntnisse zur Nachhaltigkeit der Programmeffekte sollten zudem Hinweise auf die Stabilität einer möglichen Erhöhung des Obst- und Gemüseverzehrs abgeleitet werden. Auch der Nutzen der mit der Teilnahme an dem Programm verpflichtend vorgeschriebenen flankierenden Ernährungsbildungsmaßnahmen sowie die Bedeutung verschiedener persönlicher und sozialer Determinanten für die Erhöhung des Obst- und Gemüseverzehrs der teilnehmenden Kinder war eine zentrale Fragestellung der Studie. Die Ergebnisse der umfangreichen quantitativen Analysen liefern wichtige Erkenntnisse für die zukünftige Umsetzung des SOGP NRW und zeigen weiteren Forschungsbedarf auf.
Aktualisiert: 2019-11-06
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Betriebliche Fort- und Weiterbildung für MitarbeiterInnen der Erwachsenenbildung

Betriebliche Fort- und Weiterbildung für MitarbeiterInnen der Erwachsenenbildung von Bauer,  Martin Heinz
Immer mehr Bildungseinrichtungen und ihre ArbeitnehmerInnen müssen sich auf die Herausforderungen rasant ändernder Wirtschafts-, Lebens-, Sozial-, Arbeits- und auch Lernumfelder einstellen. Diese sind durch unzählbare Entwicklungen im Bereich der Digitalisierung, neuer Arbeitsformen, der Gesundheit, der Robotik sowie innovativer Lehr- und Lernformen, um nur die relevantesten hervorzuheben, geprägt. Die diesbezügliche Fort- und Weiterbildung spielt hier sozial und wirtschaftlich gesehen eine wegweisende Rolle. Sie ist ein unumstößlicher Garant für die nachhaltige Employability der/des Einzelnen und oft individuelle Überlebensstrategie. Die interne Fort- und Weiterbildung der ArbeitnehmerInnen stellt damit einen wesentlichen Faktor für den Unternehmenserfolg einer Bildungseinrichtung dar. Es ist somit unumgänglich, sich neue, aktuelle und zukunftsweisende Kompetenzen zusätzlich zu handlungsorientiertem Wissen flexibel (zeitlich wie räumlich) anzueignen. Zielsetzung dieser Publikation ist es, im Wege einer Bildungsbedarfsanalyse die Fort- und Weiterbildungsanforderungen von ArbeitnehmerInnen, die für die Hauptbereiche einer Erwachsenenbildungseinrichtung verantwortlich zeichnen, zu identifizieren sowie passende, aktuelle, kostenschonende Methoden und Instrumente zu erheben und zu präsentieren.
Aktualisiert: 2019-11-06
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Lesbos in der Antike

Lesbos in der Antike von Sachs,  Gerd
Die Abhandlung befasst sich mit der antiken Insel Lesbos aus archäologischer, althistorischer und altphilologischer Sicht. Bereits in prähistorischer Zeit (ca. 3000 – ca. 2000 v. Chr.) sind mehrere Siedlungen nachgewiesen, wovon eine anhand der Funde exemplarisch beschrieben wird. Mit der Auswanderung nach Kleinasien zu Beginn des 1. Jahrtausend v. Chr. sind äolische Griechen nach Lesbos gekommen und haben mehrere Städte gegründet. In einem ersten Hauptteil wird der archäologische Befund der ursprünglich sechs Städte dargelegt. Der zweite Hauptteil befasst sich mit der wechselhaften Geschichte der Insel von der archaischen bis zum Ende der hellenistischen Zeit. Im dritten Teil werden berühmte Persönlichkeiten der Philosophie, Musik und Dichtung vorgestellt.
Aktualisiert: 2019-11-08
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Die Edda des Snorri Sturluson: Skáldskaparmál

Die Edda des Snorri Sturluson: Skáldskaparmál von Lorenz,  Gottfried
Die Skáldskaparmál des isländischen Schriftstellers und Politikers Snorri Sturluson (1179–1241) ist eine berühmte Poetik der mittelalterlichen europäischen Literaturgeschichte, in der das alte Island eine eigenständige und großartige Rolle spielt. Sie war von Snorri ausdrücklich gedacht als Lehrbuch für ambitionierte junge Dichter, um die überlieferte komplizierte Metaphorik der altisländischen Dichtkunst zu verstehen, sich anzueignen und dann selbst zu verwenden, um die tradierten Formen weiterzuführen und weiterzuentwickeln. Die Skáldskaparmál enthalten zahlreiche Verse und Strophen aus dem seinerzeit bestehenden literarischen Fundus als Beispiele für unterschiedliche Benennungen und Metaphern. Darüber hinaus werden in längeren Prosaabschnitten die Hintergründe für die benutzten Bilder erläutert. Dabei handelt es sich um mythologische Erzählungen, die Snorri in literarischer oder auch literaturtheoretischer Absicht und nicht etwa als eine Art germanischer Glaubenslehre oder Theologie mitteilt. Dieser Band bietet einerseits eine möglichst wortgetreue und damit nicht immer „schöne“ Übersetzung, andererseits eine freie Übertragung der Prosatexte. Die Strophen werden in mehreren Schritten übertragen: einer möglichst wörtlichen Übersetzung folgt in nicht selten mehreren Schritten die Komprimierung des Textes auf den eigentlichen Kern der Aussage der jeweiligen Verse. Außerdem werden oft mehrere Möglichkeiten einer Übersetzung angegeben. Damit unterscheidet sich der Band von anderen Übersetzungen dieses literarischen Werks.
Aktualisiert: 2019-11-08
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Strafzumessung bei Vergewaltigung

Strafzumessung bei Vergewaltigung von Gebauer,  Erik
Über die Strafzumessung bei Vergewaltigungstaten wird seit jeher äußerst kontrovers diskutiert. Immer wieder sind spektakuläre Fälle, wie zuletzt die mutmaßliche Gruppenvergewaltigung in Freiburg, in der Medienlandschaft präsent. Neben den Tatumständen stehen dabei die am Ende von den Gerichten verhängten Strafen im Fokus. Hier herrscht häufig ein gewisses Unverständnis für das Ergebnis der richterlichen Strafzumessung. Zudem wird immer wieder die Frage aufgeworfen, ob die Gerichte die vorhandenen Strafrahmen voll ausschöpfen. Die Studie beschäftigt sich mit der Strafzumessung im Allgemeinen, insbesondere mit dem Vorgang der Strafzumessung bei Vergewaltigung in der Gerichtspraxis. Zunächst befasst sich der Autor mit dem Delikt der Vergewaltigung im historischen und kriminologischen Kontext. Dabei wird stets die Verbindung zur Strafzumessung hergestellt. In einem interdisziplinären Exkurs wird zudem auf die Darstellung der Vergewaltigung in Kunst, Medien und der Öffentlichkeit eingegangen. Anschließend wird die Dogmatik der Strafzumessung näher dargestellt. Dies ist ein Themengebiet, welches selbst im juristischen Studium ein Schattendasein fristet. Neben den allgemeinen Grundlagen liegt der Schwerpunkt auf den relevanten Strafzumessungsmerkmalen beim Tatbestand der Vergewaltigung. Fragen der Strafrahmenverschiebung werden dabei ebenso beleuchtet wie Aspekte der Richterpsychologie. Den Kern der Untersuchung bildet eine Urteilsanalyse von 116 Urteilen aus den Jahren 2013 und 2014. Diese bilden zwei komplette Jahrgänge an Verurteilungen wegen „Vergewaltigung“ aus ganz Baden-Württemberg. Im Vordergrund der Erhebung stehen dabei, neben den ausgesprochenen Strafen, die in den Urteilsgründen dargelegten relevanten Strafzumessungstatsachen und die Ausschöpfung der angewandten Strafrahmen. Daneben werden auch kriminologische Erkenntnisse zu Taten, Tätern und Opfer erfasst und analysiert.
Aktualisiert: 2019-11-06
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