Der Riss

Der Riss von Petrillo,  Paolo Emilio
8. September 1943: Die italienische Regierung schließt einen Waffenstillstand mit den Alliierten und beendet somit den Pakt mit dem Deutschen Reich. Für Italien ist dieser Tag zum Symbol geworden, ein Symbol für die Schwäche, aber gleichzeitig auch für die moralische Kraft der Nation. Was bedeute dieses Datum aber für Deutschland? Und wie haben die deutsche Bevölkerung und die zahlreichen Soldaten in Italien diese Bekanntmachung erlebt? Emilio Petrillo versucht, auch durch einen Rückblick auf frühere Ereignisse, dieser Frage nachzugehen. Seine Quellen sind in erster Linie die 17 Bände der „Meldungen aus dem Reich“, welche, verfasst vom Sicherheitsdienst der SS, die Meinungen der Bevölkerung im Reich aufzeichnen, aber auch zum Großteil noch unbekannte Zeitungsartikel und vor allem auch das Gespräch mit noch lebenden Zeitzeugen. Die Aufarbeitung einer nicht unwesentlichen Episode in der jahrhundertelangen, engen und konfliktreichen Beziehung zwischen Deutschen und Italienern. Mit seinem frischen und unvoreingenommenen Wagemut ist es dem beherzten Journalisten Paolo Emilio Petrillo gelungen, in einem farbenreichen Bild von Einklängen und Missklängen nach siebzig Jahren die Erinnerungen von einfachen Soldaten wieder ins Leben zu rufen, mit dem Ziel, einen schwierigen Teil einer gemeinsamen Geschichte offenzulegen. Heucheleien verflechten sich mit Rechtfertigungen, und dabei zeigt sich schließlich, wie es ganz normalen Menschen, die von dramatischen Ereignissen mitgerissen wurden, gelingt, eine eigene, sinnige Menschlichkeit zu finden. (Luigi Vittorio Ferraris, ehemaliger Botschafter Italiens in Bonn.)
Aktualisiert: 2019-12-18
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Ohne Schaf geht’s nicht – Die Odyssee

Ohne Schaf geht’s nicht – Die Odyssee von Derndorfer,  Anna
Mitten im tiefen Ozean, vom Salzwasser durchtränkt und nach Luft röchelnd treibt ein kleines Schaf, mit den Vorderhufen ein Stück Balken haltend, umher und ist, die Äuglein vom Salzwasser gerötet und geschwollen, auf der Suche nach einem Stück Land. Das Schaf hat drei schwarze Punkte auf den Ohren, ist auffallend klein und strahlt trotz seiner doch eher misslichen Lage stoische Gelassenheit und Würde aus. Neben ihm hält sich ein Mann mit Mühe über Wasser. Seine wilde Mähne, der zottige Bart und die sonnengegerbte Haut hinterlassen einen ungepflegten Eindruck. Als ob nicht für das kleine Schaf die Last des vom Meereswasser beschwerten Felles groß genug wäre, muss es auch noch den Mann mit einem Vorderfuß stützen und ihn so vor dem Ertrinken retten. Der Mann heißt Odysseus, Odysseus Huber, Sohn des Laertes Huber, in dessen Adern oberösterreichisches Blut fließt. Aber das wissen nur wenige. Mindesten ebenso wenigen ist bekannt, dass der eigentliche Hauptdarsteller und Held in Homers Odyssee ein Schaf war. Zugegeben – das Schaf ist nicht gerade so, wie man es sich von antiken Helden erwartet. Es ist zwar belesen und klug, gleichzeitig aber auch frech, direkt und nimmt sich kein Blatt vor den Mund. Dennoch hätte es Homer der Vollständigkeit halber in seiner Odyssee erwähnen können. Um dieser aus der Erzähltradition aus welchen Gründen auch immer verdrängten Facette wieder zu ihrem Recht zu verhelfen, wurde die Odyssee neu verfasst. Nebenfigur: Odysseus Huber. Hauptdarsteller: ein kleines Schaf mit drei schwarzen Punkten auf den Ohren.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Adria Blues

Adria Blues von Pleterski,  Friederun
Das „dolce far niente“, den mediterranen Müßiggang auf der kleinen, dalmatinischen Insel Olib, kennt man schon von den Vorgängerbüchern „Ein Haus in Dalmatien“ und „Dalmatinisches Inselbuch“. In „Adria Blues“ sieht die Ich-Erzählerin ihre zweite Heimat mit neuen Augen. Eine überstandene Krebserkrankung und das Tagebuch jener Zeit sind der Auslöser für diese autobiographische Erzählung, die das Lebensmotto der Inselbewohner zum Schlüssel für Gelassenheit macht: „Take it easy“, sagt der Fischer zur Erzählerin, bevor sie sich völlig in ihr Schneckenhaus auf Olib zurückziehen kann. „Take it easy“ weist ihr auch den Weg ins neue Leben. Nur noch 46 kroatische Inseln sind bewohnt (von 1244), auf allen Inseln nimmt die Bevölkerung ständig ab, mit ihr auch die Landwirtschaft. Rettung verspricht man sich vom Tourismus. Abseits der Saison leben auch auf Olib nur noch die alten und einige wenige Junge, die sie umsorgen. Man nimmt das Leben, wie es kommt, und macht das Beste draus. Die „Zeitmillionäre Olibs“, wie sie die Autorin nennt, sind die Helden einer Geschichte vom Loslassen und Neu-Beginnen, vom aufbrechen und Heimisch-Werden – und vom grenzenlosen Blau der Adria.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Teheran Wunderland

Teheran Wunderland von Maani,  Sama
Teheran Wunderland spielt nicht in Teheran, sondern in einer Provinzstadt der Deutschsprachigen Berge. In einem Gasthof haben sich drei aus Teheran gebürtige Brüder zu einer ungewöhnlichen Gerichtsverhandlung versammelt. Die Brüder kämpfen für eine zweite Revolution in Teheran, da die erste, an der sie vor Jahren selbst beteiligt waren, gescheitert ist. Auch wenn sie nicht wissen, wann – und ob – diese ihre zweite Revolution siegen wird – eines wollen sie schon jetzt: die revolutionäre Gerechtigkeit. Jetzt und hier, in den Deutschsprachigen Bergen, im engsten Kreis der Familie. Daher die Gerichtsverhandlung. Einer der Brüder wird von den anderen verdächtigt, mit dem Regime der Klerikalen kollaboriert zu haben. Und während er seine Geschichte erzählt – die Geschichte eines jungen, romantisch gesinnten Verfassers von Gedichten und revolutionären Parolen – verändert sich die Miene seines jüngeren Bruders. Auch er hat jetzt eine Geschichte zu erzählen. Und es scheint, als hätte die Geschichte des einen – nachträglich – die des anderen verändert. Und diesen selbst. Mit dramatischen Folgen.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Fedjas Flucht

Fedjas Flucht von Brickwell,  Ditha
Der junge Fedja erlebt den slowenischen Bürgerkrieg 1943–1945: das Kriegstreiben der Alten, die Waffenspiele der Kinder, das Töten im Namen von Religion und – die Entwurzelung am Kriegsende. Die katholischen Milizen fliehen nach Kärnten; sie vertrauen der britischen Besatzungsmacht; doch anstatt dass sie nach Italien gebracht werden, finden sie sich auf einer Todesfahrt in die Arme der Partisanen wieder. Fedjas hellsichtige Mutter folgt ihnen und versucht in einer atemlosen Aktion, ihre Söhne noch auf Kärntner Boden herauszuholen. In burlesken Bildern verdichtet Ditha Brickwell die Erzählung von Zeitzeugen und historische Tatsachen zu einem Roman – und entfesselt Gespenster der Gegenwart.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Unter einem glücklichen Stern

Unter einem glücklichen Stern von Koestler,  Erwin, Pregelj,  Sebastijan
Triest und das Triestiner Umland: Vom historischen Glanz des einstigen Emporiums ist hier nichts zu spüren, sehr viel aber von den sozialen Widersprüchen, von Willkür und Fremdenhass und vom täglichen Kampf um die Existenz, die diese Gesellschaft und ihre Akteure prägen. Dazu kommt das historisch belastete Verhältnis zwi¬schen Italienern und Slowenen, das es schwer macht, überkommene Nationalismen hinter sich zu lassen. Die bevorzugten Schauplätze sind Innenräume: das Krankenhaus, das Zimmer, die Automechanikerwerkstatt, und immer wieder das Auto, denn in diesem Roman wird viel gefahren. Das Schicksal eines jungen rumänischen Paares, das sich in Italien eine Existenz aufbauen will, bildet den Ausgangspunkt für die Erzählung, in der Gewalt und Abrechnung als Leitmotive figurieren. Bei einem unfreiwilligen Zwischenstopp in Triest gerät das Paar in die Fänge des psychopathischen Polizisten Gianfranco. Die Frau verliert ihr Kind, während ihr Mann, halb totgeschlagen, im Koma liegt. Eine slowenische Krankenschwester nimmt sich der Frau an und bringt sie zu sich nach Hause. Dort wohnt auch der greise Großonkel, der seit Jahrzehnten auf der Suche nach einem italieni¬schen Kriegsverbrecher ist. Auf der anderen Seite gruppieren sich die Geschichten um Gianfranco, der sich vorgenommen hat, die Stadt von den Fremden zu säubern und der immer mehr Menschen in seine verbrecherischen Machenschaften hineinzieht …
Aktualisiert: 2019-12-18
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Respektverweigerung

Respektverweigerung von Maani,  Sama
Heute scheint auch der Weltoffene, wenn es um Fremde geht, nicht ohne ausdrückliche Betonung von deren Zugehörigkeit zu einer 'anderen Kultur' auszukommen. Mehr noch: Als Mensch mit Migrationshintergrund wird der Fremde seine Zugehörigkeit zu einer 'fremden Kultur' auch in den Folgegenerationen nicht los. Welches Konzept von Gesellschaft steckt hinter der Inflation des Begriffs 'Kultur' in der aktuellen Debatte ('fremde Kultur', 'unsere Kultur', 'Leitkultur', 'Multikulturalität' etc.)? Welche Art Unterschiede sollen 'kulturelle' Unterschiede denn sein? Gelten für Angehörige 'anderer Kulturen' andere Maßstäbe hinsichtlich Demokratie, Freiheit und Recht? Im untertitelgebenden Essay plädiert Sama Maani eindrücklich dafür, derartigen?'Kultur'zuschreibungen den Respekt zu verweigern. Aber auch in den anderen fünf Beiträgen ist der Autor, 'ein Iraner mit einem ›außereuropäischen Migrationshintergrund‹' (Maani über Maani), mit (psycho-)analytisch geschultem Blick und treffenden Formulierungen um klärende Zuspitzung bemüht. So fragt er in Warum wir über den Islam nicht reden können, warum wir, wenn wir vorgeben, über den Islam zu reden, über alles mögliche andere (Terrorismus, Migration, 'Integration') reden, nur nicht über den Islam. Emma und die Revolutionen im Iran versucht den Charakter der iranischen?Revolutionen und ihre Reinszenierungen mit Hilfe von Sigmund Freuds und Walter Benjamins Theorien der Nachträglichkeit zu analysieren. Die Frage, warum manche dem Staat Israel eine besondere moralische Verantwortlichkeit zuschreiben, während ihn andere als 'Ursache allen Übels' ansehen, versucht der Autor in Warum uns Israel erregt zu beantworten. Als pointierte Verteidigung der Psychoanalyse erweist sich der Beitrag Warum uns Psychotherapie nicht weiterhilft. Schließlich stellt sich Maani im?Schlussessay Warum die Vergangenheit nicht vergeht die Frage, ob wir angesichts der 'Religionskriege' im Nahen Osten, angesichts der Wiederkehr des Nationalismus in?Europa Zeugen einer Umkehr des Zivilisationsprozesses sind, so wie sie beim Übergang von der Spätantike ins Frühmittelalter der Fall war.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Verlorene Söhne

Verlorene Söhne von Baltic,  Murat, Dabic,  Jelena
Ein deutscher Beamter bei der Fremdenpolizei, der seinen Sohn an den Kosovo-Krieg verliert. Ein redseliger und lebenserfahrener kosovarischer Rom, der mit seinen drei Frauen und elf Kindern nach Deutschland zieht. Eine rätselhafte Uranvergiftung, die etliche KFOR-Soldaten dahinrafft. Eine Lebensgeschichte, die von Anfang an von Armut, Diskriminierung und Gewalt bestimmt ist, aber auch von Lebensfreude und Liebeslust, von der Fähigkeit, sich zurechtzufinden, sowie vom Bildungshunger eines Unangepassten. Haben die beiden Männer doch mehr Gemeinsamkeiten, als es auf den ersten Blick scheint? Der pflichtbewusste Beamte, der das Wichtigste im Leben an sich vorbeiziehen lässt, und der andere, vom Rande der Gesellschaft, der allen Widrigkeiten zum Trotz den Wunsch nach einem besseren und schöneren Leben nicht aufgibt? „Verlorene Söhne“ ist der vierte in deutscher Übersetzung erscheinende Roman des vielfach ausgezeichneten Autors. Ein gleichermaßen poetischer wie realistischer Text, der brutale Momente genauso wenig scheut wie folkloristischen Humor.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Die Weltbürgerin

Die Weltbürgerin von Dekleva,  Milan, Jezernik,  Jerneja, Olof,  Klaus Detlef
Alma M. Karlin, die heute zu den zehn größten Weltreisenden gehört und ihre Reisebücher und andere literarische Werke in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der deutschen Sprache verfasste, erlitt ein schweres Schicksal. Sie wurde sowohl vom Nazismus als auch vom Kommunismus verpönt und verschwiegen und erst nach der Unabhängigkeit Sloweniens 1990 als Autorin wiederentdeckt. Milan Dekleva begleitet sie in seinem Roman in drei dramatischen Lebensabschnitten. Er folgt ihr nach London kurz vor Beginn des Ersten Weltkriegs, wo Alma acht Sprachen studiert und es als eine der wenigen Europäerinnen damaliger Zeit wagt, sich mit einem Chinesen zu verloben. Dann finden wir sie am Anfang ihrer Weltreise im Jahr 1920 in Arequipa in Peru. Der letzte Teil stellt die Zeit zwischen 1932 und 1944 dar: Zu diesem Zeitpunkt lebt Alma M. Karlin schon mit ihrer Schwesternseele Thea Schreiber-Gamelin in Celje zusammen und schließt sich dem Partisanenkampf an, um ihr Leben zu retten. Trotz der starken Verankerung in historischen Gegebenheiten stehen im Roman die Phantasie und die Intuition des Autors im Vordergrund. Ein Roman über eine edle Frau und ihr bitteres Schicksal. Das Nachwort stammt von Jerneja Jezernik, die sich schon seit Jahrzehnten mit dem Leben und dem Werk von Alma M. Karlin wissenschaftlich und schriftstellerisch beschäftigt.
Aktualisiert: 2019-12-18
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