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150 Jahre Oberösterreichischer Kunstverein

150 Jahre Oberösterreichischer Kunstverein von Ecker,  Berthold
Das Ziel vorliegender Beiträge war es, die historische Dimension eines Vereins in der Signifikanz für eine regionale Kunstentwicklung zu vermitteln und gleichzeitig durch exemplarische Beobachtungsansätze zu verdichten. Dabei spielen vor allem Ferdinand Georg Waldmüller, Moritz von Schwind und Carl Spitzweg für den Verein die bedeutsamsten Rollen. Die abgebildeten Arbeiten stammen großteils aus dem Bestand des Oberösterreichischen Landesmuseums und verweisen damit auf die enge Verbindung zum Oberösterreichischen Kunstverein, der 1855 auch den Impuls für die Gründung der heutigen Landesgalerie gegeben hatte. ()
Aktualisiert: 2019-11-26
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Das Julbacher Fastentuch

Das Julbacher Fastentuch von Seidl-Reiter,  Edda
Die Pfarrkirche in Julbach (Oberösterreich) hat ein bemerkenswertes neues Fastentuch erhalten. Fastentücher, auch Hungertücher genannt, haben eine lange Tradition in der Kirche. Ihre Geschichte lässt sich bis ins 10. Jahrhundert verfolgen. Anfangs war es ein schlichtes graues Tuch zur Verhüllung des Altares, ein Zeichen optischen Verzichts, das den Gläubigen zur inneren Auseinandersetzung mit dem Leiden Jesu anleiten sollte. Im Spätmittelalter mit seiner Bilderfreude wurden die Fastentücher bemalt. Berühmte Beispiele sind die Hungertücher von Zittau (Sachsen) und Gurk (Kärnten), beide aus dem 15. Jahrhundert. Das Zittauer Fastentuch erzählt die ganze Heilsgeschichte von der Schöpfung bis zur Verklärung Christi in 90 Bildern. Das war für die Gläubigen eine Anregung zur Meditation. Das Julbacher Fastentuch ist aus mehreren Gründen bemerkenswert: Es ist nicht auf Leinwand gemalt, sonder eine Stickerei, also eine Textilie. Der Entwurf stammt von Edda Seidl-Reiter, die Textilkünstlerin ist. Thema ist der Kreuzweg. Die Ausführung der Stickereien übernahmen Frauen der Pfarre ehrenamtlich.
Aktualisiert: 2019-01-02
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Victor Brauner – Der phantastische Bilderbogen

Victor Brauner – Der phantastische Bilderbogen von Brauner,  Victor, Dancer,  Martine, Franzke,  Andreas, Husslein-Arco,  Agnes, Zuckriegl,  Margit
Magie und Verwandlung – Der zeichnerische Schwerpunkt im Werk von Victor Brauner In Victor Brauners Schaffen begegnet uns als unverkennbares Merkmal eine geheimnisvolle, rätselhafte Bildwelt. Sie beruht im Frühwerk auf einer somnambulen Figuration in unwirklichem Ambiente. Bei den späteren Arbeiten überwiegen zu figürlichen Chiffren stilisierte Mischwesen. Offensichtlich mit emblematischen Anspruch entwickelt, wirken sie nicht nur verschlüsselt, sondern geradezu magisch. Denn es ist die Absicht des Künstlers, dem »Unbewussten« im Bild Ausdruck zu verleihen. In seinen Arbeiten wird »die ständige Pilgerschaft des Unbewussten unauflöslich in den Lauf des sinnlichen Wahrnehmungsvermögens eingraviert«. Während die Menschen- und Tiergestalten der frühen Zeichnungen und Gemälde noch einen Bezug zu Anatomie, zu vorstellbaren Situationen und traumhafter Ereignishaftigkeit auszeichnet und dieses in den Gemälden von einer weichen, diffus angelegten Malweise unterstrichen ist, gilt das nicht mehr für Brauners Werk seit Beginn der vierziger Jahre. Der Künstler formalisiert sein Wiedergaberepertoire mit einer strengen Konturierung. Seine Gestalten sind zu flächigen Bildzeichen verdichtet. In ihnen bleibt die Suggestion von Raum und Volumen – zumindest bei der Mehrzahl der Beispiele – ausgeschlossen. Gerade in den Zeichnungen wird besonders gut anschaulich, wie der Künstler schrittweise zu den mysteriös wirkenden »Hieroglyphen« seiner nicht selten janusköpfigen Zwittergestalten gelangt. Dass die verblüffende Unverwechselbarkeit der Kunst Brauners mit Malern der Zeit so einprägsam ist und dabei von der Zeichnung über Gemälde bis zu Skulpturen und Objekten reicht, verdankt sie keineswegs einer Einseitigkeit weder der formalen oder technischen Anlage noch beschränkter Inhaltlichkeit, sondern der konsequenten Strategie ihres Erfinders, wie Gestalterisches und Thematisches aufeinanderbezogen und miteinander zu einer anschaulichen Symbiose finden. Unübersehbar ist, welches enorm breitgefächerte Spektrum materieller ebenso wie gestalterischer Modi dem Künstler zur Verfügung steht. Das äußert sich allein schon im Bereich der Zeichnungen. Brauner weiß nicht nur Bleistift, Feder, Tusche, Gouache, Wachs sowie Monotypie sehr einfallsreich einzusetzen, sondern nutzt das Medium äußerst brillant. Hierin liegt die Voraussetzung, die es ihm erlaubt, seine überbordende Phantasie überzeugend zu visualisieren. Indem er die intendierte Wiedergabe mit einer für die Motivwahl adäquaten graphischen Pointierung ausstattet, erreicht er eine faszinierende Komplexität. Sie ist Garant einer elektrisierenden Wirkung auf den Betrachter, den es beunruhigt, sich so unausweichlich unbekannten Traumwelten konfrontiert zu sehen. Brauners Figuren wirken auf ihn wie Inkarnationen von Wach- und Albträumen. In dem gleichen Maße, wie sie ihn fesseln, gibt ihm ihre offensichtliche Symbolhaltigkeit Rätsel auf. Ihr Motiv-Alphabet zu entschlüsseln und seinem Geheimnis zumindest auf die Spur zu kommen, reizt ihn zwar, er muss sich jedoch eingestehen, dass seine Kenntnis in Bezug auf Geheimwissenschaften, Zahlenmystik, Esoterik, alchimistische sowie astrologische Zeichen ebenso wie das Wissen um die Freud’schen Deutungskategorien des Unterbewussten nicht ausreichen, sie in ihrer vom Künstler praktizierten Kombinatorik zu lesen. Wie ein Alchimist hat Brauner Okkultes, Spekulatives, Kabbalistisches und Symbolisches miteinander amalgamiert. Er löst damit ein Gefühl des Überfordertseins beim Rezipienten aus. Indem er aus dem Un- und Unterbewussten gespeiste Motive sich gleichnishaft in seinen Arbeiten auskristallisieren lässt, erreicht er zwar, dass der Außenstehende seine figürlichen Phantome im Bildkontext als konkrete Gestalten erfährt und von ihrer visuellen Formulierung überzeugt ist, jedoch der Künstler nicht verhindern kann, dass der innere Kern der Darstellungen sein Geheimnis nicht preisgibt. Dem Betrachter wird vielmehr bewusst, dass er auf Vermutungen angewiesen ist, die letztendlich kaum einer befriedigenden Interpretation standhalten. Das rührt nicht zuletzt daher, dass der Künstler wie in einem Kaleidoskop, Magie, Alchimie, kabbalistische Symbolik, astrologische Zeichen, psychoanalytische Traumdeutungen ebenso wie Märchenmetaphern der von ihm verehrten deutschen Romantiker – etwa Novalis – wie selbstverständlich nutzt. Dieses betrifft die inhaltliche Ebene. Hinzu kommt, dass seine Auseinandersetzung mit Masken und Figuren außereuropäischer Ethnien, mit ihren Idolen und Fetischen zweifellos eine Rolle spielt. Darüber hinaus sind es dekorative Muster volkskundlicher Objekte und Bildtraditionen seiner rumänischen Heimat, die seine Bildsprache im Formalen unübersehbar prägen. In seiner Phantasie hat der Maler all dieses und viele Eindrücke mehr gespeichert, reflektiert, kombiniert, von unnützem Beiwerk gereinigt und sie schließlich in seinen Arbeiten den Erfordernissen seiner Bildvision angepasst. Besonders effektiv funktioniert Brauners Umgang mit diesem höchst differenziert verästelten Imaginationsgewebe, wenn er seine emblemartigen stilisierten Mischwesen als schablonenartige Zeichen definiert. Davon beziehen seine ab 1940 entwickelten raffinierten Erfindungen prototypischer Sinnfiguren ihre Eindringlichkeit. Dabei überrascht nicht wenig, welchen Wandlungen er sein Vokabular unterwirft und wie er nie außer Acht lässt, es für vielschichtige Metamorphosen verfügbar zu halten. Denn er »nutzt viel zwangloser als jeder die unbegrenzten Möglichkeiten von Metamorphosen. Nie zuvor war man so weit mit der dramatischen Praxis der verborgenen Dämonologie des Menschen gegangen … Sein Werk ist der Beweis dafür, dass ein Mensch alle Möglichkeiten in sich hat (der Widerspruch zu sich selbst sowie das Prinzip der Identität) und dass er mit allem, was ihn durchdringt, welche Richtung auch immer vorgegeben sein mag, in Harmonie leben kann.« Unzweifelhaft ähnelt Victor Brauner als Künstler einem Proteus, der sich in die von ihm erfundenen Gestalten verwandelt. Er spiegelt sich gerade auch dort in ihnen wieder, wenn menschliche Körper mit Tierleibern, seltener mit Pflanzen oder Dingen verschmelzen. Das treibt er zum Teil so weit, dass die Grenzen zwischen Tier und Mensch verschwimmen. Folglich erlebt der Betrachter absurde Zwitterwesen, die eine überwirkliche (surreale) Präsenz besitzen und doch zugleich anspielungsreiche Sinnhaltigkeit verkörpern.
Aktualisiert: 2020-10-05
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Es muss was geben

Es muss was geben von Kump,  Andreas
In Linz an der Donau gehen Mainstream und Musik nicht zusammen. Seit 1977, abgetörnt vom Austropop und aufgestachelt vom englischen Punk, die Band Willi Warma das Café Landgraf zum Linzer Marquee Club umfunktionierte, ist stattdessen eine höchst aktive Musikszene in Bewegung, die alternativen Spielarten und Strukturen hohen Stellenwert beimisst. „Es muss was geben“ geht den Entwicklungslinien dieser Szene nach. Als Erzählung der Protagonisten selbst. Zu Wort kommen dabei u.a. Linzer Bands wie Willi Warma, Miss Molly‘s Favourites, Fuckhead, Attwenger, Musiker von Texta und Shy, genauso wie die Schauspielerin Sophie Rois. Und so kann ich behaupten, dass ich damals den Gedanken an eine Dokumentation der Linzer Musikszene wieder aufgriff. Diesmal nicht als Stammbaum, sondern als Buch. Und nicht etwa um knietief in Nostalgie zu waten oder wild herumzuinterpretieren, sondern um (eine) Geschichte aufzuzeichnen, die sonst bestenfalls aus Fußnoten und unzulässigen Beiträgen in Zeitungen und Magazinen zusammengetragen werden könnte. Wie ich die Geschichte erzählen würde, wusste ich sofort. Das verdankte ich „Bill Graham Presents“ von Robert Greenfield. In diesem 1992 im Verlag Zweitausendeins auf Deutsch erschienenen Buch über den „erfolgreichsten Rock-Impresario der USA“ kommen die Protagonisten ausnahmslos selbst zu Wort. Teils einhellig, teils widersprüchlich schildern sie Erlebnisse mit Bill Graham aus ihrer jeweiligen Perspektive. Ich hielt das für die beste Methode, um den verschiedenen Ansichten und Motivationen, aber letztendlich auch den Gemeinsamkeiten der Linzer Musikszene gerecht zu werden. ()
Aktualisiert: 2022-01-12
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