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Der Fliegenpilz

Der Fliegenpilz von Bauer,  Wolfgang
Als Giftpilz ist der Fliegenpilz ein Symbol für die Gefährlichkeit der Natur, und gleichzeitig gilt er als Synonym für das Glück schlechthin. Wissenschaftler sehen im Fliegenpilz das vielleicht älteste bewusstseinsverändernde Mittel der Menschheit. Der heilige Pilz begleitete Schamanen bei ihren Seelenreisen zu Geistern und Göttern, er half bei der Suche nach Verlorengegangenem und der Erforschung der Zukunft. Das Geheimnis um seine rituelle Verwendung wurde in archaischen Kulturen streng gehütet. Spuren seines Gebrauchs finden sich noch im Namen (ein Pilz zum Fliegen!), in Legenden um Eremiten, die in der Wüste Visionen suchten, in Göttermythen und Zaubermärchen, im Stein der Weisen der Alchimisten und in der fantastischen Literatur. Und nicht zuletzt wird er bis in unsere Zeit als Schmerz- und Heilmittel eingesetzt, vor allem bei nervösen Leiden.
Aktualisiert: 2021-11-17
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100 Rituale für die Krippe

100 Rituale für die Krippe von Charner,  Kathy, Clark,  Charly, Murphy,  Maureen
Die Krippe bedeutet für viele Kinder die erste längere Trennung von ihren Eltern. Deshalb ist es wichtig, dass sie sich dort sofort geborgen und sicher fühlen. Kleine Rituale können da helfen, den Kindern Ängste zu nehmen und ihnen durch einen strukturierten Tagesablauf Sicherheit zu geben. In diesem Buch finden Sie deshalb 100 hilfreiche Ideen zu Situationen wie Ankommen, Einschlafen und Heimweh sowie Anregungen für Phasenübergänge oder die Zusammenarbeit mit den Eltern. Alle Rituale lassen sich schnell und unkompliziert im Alltag umsetzen. Mit wenig Zeitaufwand ermöglichen Sie Ihren Schützlingen so ein schnelles Zurechtfinden in ihrer Krippe.
Aktualisiert: 2020-09-07
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Mut zum Ritual

Mut zum Ritual von Bieger,  Eckhard, Hipp,  Theo
Geburt und Taufe, Geburtstag, Einweihung, Jubiläum, Hochzeit – im Leben gibt es immer wieder wichtige Veränderungen. Sie werden durch Riten „besiegelt“. Rituale verändern die Wirklichkeit und bestimmen unser Leben. Aus dem Verlobten wird der Schwiegersohn, aus dem Individuum eine Gemeinschaft. Die Autoren beschreiben zunächst zahlreiche Arten und Funktionen von Riten und Ritualen, die unser Leben prägen. Dabei verlieren sie ihr Anliegen nie aus dem Blick, die Feier- und Ritenkunst früherer Generationen wieder neu zu beleben.
Aktualisiert: 2022-09-16
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Zeitschrift für Semiotik / Tränen und Weinen in der griechisch-römischen Antike

Zeitschrift für Semiotik / Tränen und Weinen in der griechisch-römischen Antike von Fögen,  Thorsten
Aus dem Inhalt: Tränen und Weinen in der Dichtung des archaischen Griechenlands Sabine Föllinger Summary. Weeping and tears play a central role in the Homeric epic poems Iliad and Odyssey as the spontaneous expression of various emotions. The reason can be, above all, sorrow, fury, despair, yearning, and fear, but also desire for revenge and disappointment, indeed even joy. The importance of weeping in Homeric epic becomes clear already through the semantic variety of the terms used for weeping and lamenting. There is no difference in the spontaneous expression of the emotion of sorrow between men and women, as, unlike in our contemporary culture, weeping is not regarded as being ‘unmanly’. Men and women weep not only individually, but also in company. Apart from special purposes, such as to honor the dead, weeping also serves for “relief’’, which is felt by the fact of having let tears and laments take their course. The lyric poet Archilochus, however, takes a different position by exhorting people to control themselves in sorrow and not to fall into “womanly grief’’. This difference in judging displays of emotion probably does not derive, as has been assumed, from developmental roots but is rather specific to the genre. The epic was intended to arouse emotions. The fact that it succeeded in this in the Classical Age can be seen in Plato’s criticism of the stirring effect of Homeric epics, which he felt to be detrimental to a ‘manly’ upbringing. Zusammenfassung. In den Homerischen Epen Ilias und Odyssee spielen Weinen und Tränen als spontaner Ausdruck verschiedener Emotionen eine zentrale Rolle. Der Grund dafür können vor allem Trauer, Wut, Verzweiflung, Sehnsucht und Angst, aber auch Rachsucht und Enttäuschung, ja sogar Freude sein. Wie wichtig das Weinen in den Epen ist, wird schon durch die semantische Vielfalt der für Weinen und Klagen benutzten Ausdrücke deutlich. Dabei gibt es in der spontanen Äußerung von Trauer keinen Unterschied zwischen Männern und Frauen, wie überhaupt das Weinen – anders als in unserer heutigen Kultur – nicht als ‚unmännlich‘ gilt. Männer und Frauen weinen nicht nur individuell, sondern auch in Gemeinschaft. Als Funktion des Weinens sieht man neben speziellen Zielen, wie der Ehre für die Toten, auch die „Erleichterung“, die einem dadurch widerfährt, dass man den Tränen und dem Klagen freien Lauf lässt. Eine andere Position nimmt der Lyriker Archilochos ein, der dazu ermahnt, sich in der Trauer zu kontrollieren und nicht „weibischem Kummer“ zu verfallen. Dieser Unterschied in der Bewertung der Emotionsäußerung dürfte nicht, wie angenommen, entwicklungsgeschichtlich, sondern eher gattungsspezifisch begründet sein: Das Epos sollte emotionalisierend wirken. Dass es damit Erfolg hatte, zeigt in Klassischer Zeit Platons Kritik an der aufwühlenden Wirkung der Homerischen Epen, die einer Erziehung zur Männlichkeit abträglich sei. Gefährliche Tränen? Platonische Provokationen und aristotelische Antworten Roland Baumgarten Summary. For anyone who reads Plato’s famous critique of poetry in the Politeia, it seems unquestionable that, in the eyes of the Athenian philosopher, emotions like grief and sorrow are dangerous to the minds of men. Since, according to Plato, the soul should resist emotions, the weeping and moaning heroes of Homeric epic and Attic tragedy do not constitute models worthy of emulation, and therefore these genres should be banned from the ideal state. There are some hints, however, that Plato was not an irreconcilable enemy of poetry and rhetoric which are designed to evoke an emotional response, and that he had a concept of a new philosophical rhetoric and poetry, which can also move to tears, but for a better purpose: recognizing one’s own faults, which is the first step towards overcoming them. In contrast with his teacher, Aristotle had no need to seek out a new form of poetry. He was highly satisfied with the best works of the poetic tradition, because for him one of the main aims of an ideal tragedy was to evoke tears of pity; the experience of such strong emotion in the sheltered place of the theater could prove salutary for confronting the travails of everyday life. Zusammenfassung. Für jeden, der Platons berühmte Dichtungskritik in der Politeia liest, steht es außer Frage, dass in den Augen des athenischen Philosophen Emotionen wie Kummer und Leid eine Gefahr für den Verstand eines Menschen bedeuten. Dementsprechend liefern die homerische Epik und die attische Tragödie schlechte Leitbilder für eine Seele, die eigentlich widerstandsfähig sein sollte, und deshalb sollten sie auch aus dem idealen Staat verbannt werden. Doch gibt es einige Hinweise, dass Platon kein unversöhnlicher Gegner einer auf emotionale Wirkung zielenden Dichtung war, sondern dass er über ein Konzept zu einer neuartigen philosophischen Rhetorik und Dichtung verfügte, die zwar gleichfalls zu Tränen rühren kann, doch in einer besseren Absicht: der Erkenntnis der eigenen Fehler, die den ersten Schritt zu deren Beseitigung darstellt. Im Gegensatz zu seinem Lehrer hatte Aristoteles keinen Bedarf, sich nach einer neuartigen Form von Dichtung umzuschauen. Er war höchst zufrieden mit den besten Produkten der poetischen Tradition, da es seiner Auffassung nach geradezu eine der Hauptaufgaben der Tragödie ist, zu Mitleidstränen zu rühren, denn die Erfahrung einer so starken Emotion im geschützten Raum des Theaters kann heilsam sein für das tägliche Leben der Zuschauer. Die Bedeutung weiblicher Tränen in antiken römischen Ritualen Darja Šterbenc Erker Summary. In ancient Roman times, weeping was a codified and strictly regulated sign of mourning. It was a ritual duty towards a dead relative, a friend, or a ruler, and considered especially to be the task of women. The paper analyzes tears as signs in various ritual and mythological contexts: weeping during a burial ritual, calling for revenge of murdered family members, during supplications and in aetiological stories about the founding of the city of Rome. The article shows that the ancient authors, who represent upper-class morals, describe women’s tears in a negative way whenever they object to the ideals of the “civitas’’, whereas the same practice is represented positively when they act on behalf of the political community. Zusammenfassung. Im antiken Rom war das Weinen ein kodifiziertes und strikt reglementiertes Zeichen der Trauer. Es war eine rituelle Pflicht gegenüber toten Angehörigen, einem Freund oder dem Herrscher, die als Aufgabe der Frauen galt. Der Artikel analysiert unterschiedliche rituelle und mythologische Kontexte, in denen Tränen als Zeichen eingesetzt wurden: das Weinen während des Begräbnisrituals, beim Aufruf zur Rache ermordeter Familienmitglieder, bei Supplikationen und in aitiologischen Erzählungen über die Gründung der Stadt Rom. Aus der Untersuchung geht hervor, dass die Vertreter der oberschichtlichen Moral die weiblichen Tränen negativ schildern, wenn sich Frauen mit dem Weinen den Idealen des Zusammenlebens in der „civitas“ widersetzen; wenn sie hingegen die Verdienste der Frauen für die politische Gemeinschaft betonen, bezeichnen sie die gleiche Praktik als positiv. Tränen in der römischen Liebeselegie Thorsten Fögen Summary. In few literary genres of classical antiquity is the role of emotions as pronounced as in Roman love elegy, which vividly portrays the feelings of its characters with respect to gestures, facial expression, and tone of voice. In this context, the occurrence of tears and crying is particularly noteworthy. The contribution primarily examines exemplary passages from Propertius and Ovid in which both women and men are presented as crying. As the reasons for their tears vary, the analysis of the narrative functions of tears within individual elegies stands in the foreground of this article. It is shown that the motif of crying is frequently devoid of weighty emotional import and instead deployed for the sake of humor and levity. Apart from an investigation of the context in which tears occur in Roman elegy, the focus is on nonverbal elements and gender-specific differences that appear in connection with crying. The paper concludes with some remarks on tears in Ovid’s Ars amatoria and Remedia amoris, followed by an excursus on the role of crying in works by the Greek epistolographers Alciphron and Aristaenetus. Zusammenfassung. Kaum eine literarische Gattung der Antike thematisiert Emotionen stärker als die römische Liebeselegie. Gefühlsäußerungen auf gestischer, mimischer und stimmlicher Ebene manifestieren sich in Texten dieses Genres besonders eindrücklich. Auffällig ist dabei das häufige Auftreten von Tränen. In diesem Beitrag werden exemplarische Passagen vor allem aus Properz und Ovid diskutiert, in denen sowohl Frauen als auch Männer als weinend dargestellt sind. Die Gründe für deren Tränen sind dabei unterschiedlicher Art. Im Vordergrund der Betrachtung steht die Frage nach den narrativen Funktionen von Tränen innerhalb der hier behandelten Liebeselegien. Dabei wird deutlich, dass das Motiv des Weinens in zahlreichen Fällen seiner Ernsthaftigkeit entkleidet und als ein Element des Humors eingesetzt wird. Neben einer genauen Analyse des Kontextes, in dem innerhalb der römischen Elegie Tränen auftreten, richtet sich das Augenmerk dieser Untersuchung zugleich auf diejenigen nonverbalen Elemente, die mit dem Weinen verbunden sind, sowie auf diesbezügliche geschlechtsspezifische Unterschiede. Es schließt sich ein kurzer Ausblick auf Ovids Ars amatoria und die Remedia amoris an sowie ein Exkurs zur Rolle von Tränen bei den griechischen Epistolographen Alkiphron und Aristainetos. Statius und die Tränen des Kaisers (Silvae 2.5):Weinen als Form amphitheatralischer Kommunikation Helmut Krasser Summary. This paper analyzes the Roman amphitheater as a space of symbolic communication; the focus lies on the semantic potential of the shedding of tears both by the spectators and the organizers (viz. provincial procurators or the emperor himself). After a short summary of the decisive characteristics and functions of amphitheatrical stagings, two different groups of testimonies are dealt with: texts that supply immediate evidence by presenting weeping scenes in the amphitheatre, and texts that thematize generals and emperors weeping in critical wartime situations. These testimonies provide sufficient evidence that the two types of ostentative gestures shared a communicative function: both establish and reinforce a consensus between the respective agents – achievement of concord being one of the most important functions of amphitheatrical stagings in general. On this basis, the poem Silvae 2.5 by Statius is read as a literary staging of amphitheatrical communication, and the strategies which this text employs (especially the representation of a weeping emperor) are analyzed within the framework of amphitheatrical rituals of consensus. Zusammenfassung. Der vorliegende Beitrag untersucht das Amphitheater als einen Raum symbolischer Kommunikation und das semantische Potential des Weinens von Publikum und Spielegebern (Kaiser / Statthalter) im Horizont dieser Kommunikation. Neben einem kurzen Überblick über zentrale Aspekte und Funktionen amphitheatralischer Inszenierungen werden zunächst zwei Zeugnisgruppen in den Blick genommen: zum einen Zeugnisse, die ganz unmittelbar einschlägige amphitheatralische Szenen beschreiben, zum anderen solche, die das Weinen von Feldherrn und Kaisern in militärischen Krisensituationen thematisieren. Im Folgenden wird gezeigt, dass ein zentrales Element, das diese beiden ostentativen Gesten in ihrer kommunikativen Funktion verbindet, in der Herstellung von Konsens zwischen unterschiedlichen Akteuren besteht – ein Aspekt, der generell für amphitheatralische Inszenierungen bedeutsam ist. Auf der Basis dieser Überlegungen wird dann Silvae 2.5 des Statius als literarische Inszenierung amphitheatralischer Kommunikation diskutiert und die Strategie des Textes, dessen Pointe in der Imagination kaiserlichen Weinens besteht, im Horizont amphitheatralischer Konsensrituale herausgearbeitet. Geheimnisvolle Tränen: Das Phänomen des Weinens aus der Sicht der Neurosemiotik Arvid Kappas Summary. The publication of Charles Darwin’s The Expression of the Emotions in Man and Animals in 1872 is usually seen as the starting point of modern empirical emotion research. Darwin argued that expressive behavior initially served certain physical functions that were useful for the propagation of a species, but gained communicative value in the course of evolution. While he found such functional origins for most of the ‘standard‘ emotional expressions, emotional tears were an exception. He considered them to be a by-product of the constriction of a muscle group to protect the eyes. Since then behavioral scientists have tried to unravel the origin and the function of weeping – a behavior that appears, despite its universality, to be as mysterious as it is fascinating. Vingerhoets et al. (2000) present a comprehensive process model of crying which may allow an integration of theories and empirical data that have accumulated so far. Zusammenfassung. Die Veröffentlichung von Charles Darwins The Expression of the Emotions in Man and Animals im Jahre 1872 wird allgemein als der Beginn der empirischen Emotionsforschung angesehen. Darwin argumentierte, dass Ausdrucksverhalten ursprünglich direkt bestimmten physischen Funktionen diente und dadurch dem Fortbestand einer Art nützte, im Laufe der Evolution jedoch eine kommunikative Bedeutung gewann. Während er für die meisten „typischen“ Emotionsausdrücke funktionale Erklärungen finden konnte, blieb die Ursache der Tränen für Darwin ungeklärt. Er vermutete, dass es sich um eine Begleiterscheinung der Aktivität einer Muskelgruppe handelte, die die Augen schützen sollte. Seitdem haben Verhaltensforscher versucht, den Ursprung und die Funktion der Tränen zu ergründen – ein Verhalten, das trotz seiner Universalität so mysteriös wie faszinierend scheint. Vingerhoets u.a. (2000) stellen ein Prozessmodel des Weinens vor, das vermutlich die bisher umfassendste Integration von Theorien und empirischen Daten erlaubt. Ein Modell menschlichen Weinens: Situationseinschätzung, Weinprogramme, interindividuelle Effekte Ad J. J. M. Vingerhoets Summary. This contribution describes the present state of research concerning human crying on the basis of scientific publications and results of the Tilburg research group. The shedding of tears is regarded not only as a psychobiological process with possible effects on the physical and mental well-being of the crying person, but also as a process of sign production and communication between the person crying and other persons present. In this respect, protest crying must be differentiated from resigned weeping. According to the context of explanation chosen, one can distinguish ethological, anthropological, psychological, psychoanalytical, and biochemical approaches to the study of crying. After presenting reductionist explanation attempts and their shortcomings, the author describes relevant differences in the crying behavior of babies, children, adolescents, and both male and female adults, which can only be explained on the basis of a holistic approach. He presents a comprehensive model of adult crying, which not only accounts for these behavior differences, but also covers the antecedents of crying, its social contexts, its consequences for the crying person, and its inter-individual effects. In babies and small children crying functions primarily as a signal of distress and alarm call addressed to a caregiver, and as an indicator and source of information concerning the health status of the crying child. In adults, crying also serves to reduce aggression and manipulate other people; in addition, it can have a cathartic effect on the crying person. In both contexts, crying can be considered an important means for reinforcing the attachment of other persons, and an emotion-focused and problem-focused coping mechanism. Zusammenfassung. Der vorliegende Beitrag schildert den gegenwärtigen Forschungsstand zum menschlichen Weinen auf der Grundlage der Fachliteratur und der Ergebnisse der Tilburger Forschungsgruppe. Dabei wird das Tränenvergießen nicht nur als psychobiologischer Vorgang mit möglichen Auswirkungen auf das physische und mentale Wohlbefinden der weinenden Person verstanden, sondern auch als Zeichenproduktion und Kommunikation der weinenden Person mit den Anwesenden. In diesem Sinne ist Protestweinen etwas anderes als resignierendes Weinen. Je nach dem gewählten Erklärungskontext werden ethologische, anthropologische, psychologische, psychoanalytische und biochemische Ansätze zur Untersuchung des Weinens unterschieden. Nach einer Darstellung reduktionistischer Erklärungsversuche und ihrer Mängel hebt der Verfasser auffällige Unterschiede im Weinverhalten von Babys, Kindern, Heranwachsenden sowie erwachsenen Männern und Frauen hervor, die für einen holistischen Erklärungsansatz sprechen. Er präsentiert ein umfassendes Modell des Weinens von Erwachsenen, das nicht nur diesen Verhaltensunterschieden Rechnung trägt, sondern auch die Anlässe des Weinens, seine gesellschaftlichen Kontexte, seine Konsequenzen für die weinende Person und seine interindividuellen Effekte einbezieht. Bei Babys und Kleinkindern funktioniert das Weinen primär als Notsignal und Hilferuf an die Adresse der Betreuer und als Anzeichen für und Informationsquelle über den Gesundheitszustand der weinenden Person. Bei Erwachsenen wird es darüber hinaus eingesetzt zum Aggressionsabbau und zur Manipulation der Anwesenden und kann zudem einen kathartischen Effekt auf die weinende Person haben. In beiden Zusammenhängen ist das Weinen ein Mittel zur Verstärkung der Bindung anderer an die weinende Person, das sowohl emotionsregulierend als auch problemregulierend wirken kann. „Iss dich schlank!“Semiotische Grundlagen kulinarischer Handlungen: Das Beispiel der Lebensmittelwerbung Nicole M. Wilk Summary. This paper thematizes the high attention that recent media discourse has paid to the pleasure of eating and to the risks of consuming the food available in central Europe today. It treats these topics as symptomatic as well as symbolic of the changes we are witnessing in the social sphere of contemporary Europe. First, the various structuralist, functionalist, and socio-psychological research traditions in the cultural analysis of eating are examined with respect to their semiotic underpinnings. Then, a semiotic model of culinary culture is introduced which distinguishes between culinary sign processes, codes, and media and promises to be useful in bringing together the research results on food styles, eating practices, and culinary rituals from very different academic disciplines. A study of selected TV advertisements which promote trends such as snacking, functionalizing, and health food reveals that the role of meals in the formation of social groups is decreasing, thus giving room to their instrumentalization in the self-imaging of the individual with respect to social status, fitness, and beauty. Zusammenfassung. Die Aufmerksamkeit, die der gegenwärtige Mediendiskurs den Freuden des Essens und den Risiken der Ernährung widmet, in ihrer Symptom- und Symbolhaftigkeit für soziale Umbruchprozesse in Mitteleuropa zu verstehen, ist eines der Hauptanliegen des vorliegendes Berichts. Zunächst werden die semiotischen Traditionslinien einer Kulturforschung des Essens rekonstruiert, wie sie in den verschiedenen strukturalistischen, funktionalistischen und sozialpsychologischen Forschungsansätzen bis in die Gegenwart hinein fruchtbar aufgegriffen worden sind. Auf der Grundlage der Differenzierung zwischen kulinarischen Zeichenprozessen, Kodes und Medien wird eine Kultursemiotik des Essens entworfen, die der Notwendigkeit einer disziplinenübergreifenden Betrachtung komplexer Ernährungsstile, Essenspraktiken und Nahrungsrituale Rechnung trägt. Die Studie gelangt anhand der aktuellen Fernsehwerbung zu der Einschätzung, dass die gemeinschaftsstiftende Funktion kulinarischer Handlungen abgelöst wird durch symbolische und synästhetische Selbstthematisierungen eines Subjekts, das seine Moral nicht mehr länger an die Auseinandersetzung mit anderen, sondern an eine gesundheitszentrierte innenweltliche Körperkommunikation knüpft.
Aktualisiert: 2019-01-07
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Räuchern mit heimischen Kräutern

Räuchern mit heimischen Kräutern von Verster,  Roman
Mit heimischen Kräutern räuchern heißt, etwas für sein Wohlbefinden zu machen. Raumluft zu aromatisieren, Räume spiri- tuell zu reinigen. Räuchern mit eigene Kräutern heißt: Räu- chern mit Pflanzen aus dem Garten, von der Wiese, vom Waldrand. Sich mit diesen Pflanzen zu beschäftigen, mit Ihrer Mythologie, mit dem Wesenhaf- ten, den Kräften die den Pflanzen inne Ruhen, das heißt sein individuelles Räucherwerk zu finden. Für jeden ist ein Kraut gewachsen. Beruhigende Wirkung, belebende Wirkung, Räuchern als Meditationshilfe? In diesem 1x1 des Räucherns findest du deine Pflanzen und Kräuter und damit auch die Mischung, die für dich stimmen. So wie für jeden Menschen eine bestimmte Ernährung passend ist, so wie jeder Mensch sein eigenes Krafttier hat, so gibt es auch für jeden die passenden Räucherpflanzen. Räuchern mit deinen Kräutern – das 1 x 1 der heimischen Räucherpflanze hilft dir dein Kraut, deine Räucherpflanze zu finden.
Aktualisiert: 2018-07-12
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Warum weint der König?

Warum weint der König? von Dinzelbacher,  Peter
In der modernen Mediävistik v. a. historischer und germanistischer Provenienz erfährt zur Zeit alles, was mit Ritualen zu tun hat oder haben könnte, besondere Aufmerksamkeit. Im Zuge dieser Fokusierung ist es allerdings dazu gekommen, daß rituelles Handeln unkritisch auch dort am Werk gesehen wird, wo es in den Quellen schlichtweg nicht nachweisbar ist, was man eine Tendenz zum ‚Panritualismus‘ nennen könnte. Die beiden hier veröffentlichten Studien nehmen dagegen Stellung, daß zwei konkrete mittelalterliche Verhaltensweisen fast habituell als Rituale bezeichnet werden: Es geht einmal um die angeblich stets nur in Erfüllung politischer ‚Spielregeln‘ in theatralischen Inszenierungen weinenden Herrscher, dann um angeblich in der Heilkunde jener Zeit wichtige Riten, die schon allein durch Autosuggestion medizinische Wirkung zeitigen sollen. Neben der Analyse historischer und literarischer Texte in ver-schiedenen Sprachen und Gattungen werden auch anthropologische Argumente diskutiert.
Aktualisiert: 2019-03-15
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Islam verstehen – Herausforderung für Europa

Islam verstehen – Herausforderung für Europa von Schmidt-Hahn,  Claudia
Geschichte und Geschichten der islamischen Kultur, Goethes Beziehung zur Kalligraphie, die Rituale im Sufismus – Künstler, Religionsvertreter und internationale Experten auf dem Gebiet der Islamwissenschaft aus zwölf Ländern erörtern aus unterschiedlichen Perspektiven oft unbekannte spirituelle Facetten des Islams. Die Beiträge behandeln nicht nur Themen der islamischen Spiritualität und ihre Ausprägungen in Kunst und Kultur, sondern setzen sich auch mit der Wertevermittlung in der Erziehung und der (Un)Übersetzbarkeit des Gotteswortes auseinander. Die Wahrnehmung Europas der Muslime des Balkans wird explizit u. a. von Staatssekretär Markus Ederer vom Auswärtigen Amt Berlin und Sloweniens Mufti Nedžad Grabus dargestellt. Der Bogen spannt sich von der wissenschaftlichen Abhandlung bis hin zu persönlichen Erfahrungen eines „Drehenden Derwisches“ und eines „Meisters der Freien Erzählkunst“, ein Titel, der heute in Persien nur zwei bis drei Erzähler auszeichnet. Dieser Sammelband umfasst die Vorträge, die während der Disputationes im Rahmen der Ouverture spirituelle der Salzburger Festspiele 2014 gehalten wurden. Diese Disputationes wurden vom Herbert-Batliner-Europainstitut in Kooperation mit den Salzburger Festspielen ins Leben gerufen, um den spirituellen Prolog der Salzburger Festspiele mit Diskussionen und wissenschaftlichen Erörterungen zu bereichern und zur Reflexion über interkulturelle und interreligiöse Themen anzuregen. Neben der christlichen Musiktradition wurde in diesem Jahr im Konzertprogramm der Ouverture spirituelle der Blick auf die unterschiedlichen musikalischen Ausprägungen in der Welt des Islams gerichtet. Mit Beiträgen von Shahid Alam, Ednan Aslan, Thomas Bauer, Erhard Busek, Peter Hüseyin Cunz, Markus Ederer, Maha El Kaisy-Friemuth, Jürgen Wasim Frembgen, Nedžad Grabus, Valentin Inzko, Gerdien Jonker, Ahmad Milad Karimi, Mouhanad Khorchide, Gudrun Krämer, Karl-Josef Kuschel, Hossam Mahmoud, Parvis Mamnun, Ina Merdjanova, Heinz Nußbaumer, Claudia Ott, Helga Rabl-Stadler, Abdul-Ahmad Rashid, Claudia Schmidt-Hahn, Karlheinz Töchterle und Ulrich Winkler.
Aktualisiert: 2020-05-01
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Du hast es in der Hand

Du hast es in der Hand von Küstenmacher,  Werner "Tiki"
Reichen Sie dem Glück die Hand! In der Hektik des Alltags vergessen wir zuweilen, dass das Leben eigentlich schön sein könnte – und um ein Vielfaches leichter. Wie praktisch wäre es da, wenn es etwas gäbe, das uns daran erinnert. Etwas, das wir immer bei uns haben. So wie die eigene Hand. Werner Tiki Küstenmacher macht diese Idee zum Ausgangspunkt seines neuen Ratgeber-Hörbuchs. Das Resultat ist seine Fünf-Finger-Methode: Jeder Finger verkörpert dabei ein kleines Ritual, mit dem man die aktuelle Belastung sofort verringert. Kurzweilige Reflexionen zu jedem Thema und leicht umsetzbare Handlungsanleitungen, Übungen, Tipps und eine geführte Meditation sorgen dafür, dass wir die Bedeutung der fünf Finger rasch verinnerlichen und die Rituale in den Tagesablauf integrieren können.
Aktualisiert: 2021-04-10
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Ritual und Sakrament

Ritual und Sakrament von Benzing,  Tobias
Der Band Ritual und Sakrament befasst sich mit der Ritualtheorie des Ethnologen und Kulturanthropologen Victor Turner. Angesichts des Bedeutungsverlusts der Sakramente wird nach einer neuen Zuordnung von Leben und Sakrament gefragt. Ziel ist es, die Beziehung von Ritual und Sakrament auf der Basis der Turnerschen Grundbegriffe soziales Drama, ritueller Prozess, Liminalität und Communitas neu zu bestimmen. Die Konfrontation klassischer Sakramentendefinitionen mit den Begriffen Turners eröffnet ein neues Verhältnis von Leben und Sakrament. Lässt sich die Sakramentalität von Ritualen und die Liminalität der Sakramente behaupten? Dies kann auf der Basis seiner Theorien gelingen.
Aktualisiert: 2023-01-15
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