Hermeneutik des Bilderverbots

Hermeneutik des Bilderverbots von Hartenstein,  Friedhelm, Moxter,  Michael
Das biblische Bilderverbot hat in der Geschichte der jüdischen und der christlichen Religion eine wichtige Rolle für die Abgrenzung der eigenen Identität gegenüber den Bilderkulten gespielt und den byzantinischen Bilderstreit ebenso befeuert wie den Bildersturm der Reformationszeit. Was waren die leitenden Intentionen bei der Ablehnung bildlicher Vergegenwärtigungen Gottes? Und wie verträgt sich diese Ablehnung mit der durch den Gedanken der Inkarnation ermöglichten Tradition des Christusbildes als Repräsentation des unsichtbaren Gottes? Welche Abgrenzungen vollziehen die alttestamentlichen Formulierungen des Bilderverbotes und wie ist es religions- und theo-logiegeschichtlich zu beurteilen? Was folgt aus den neueren archäologischen Einsichten zur Ikonographie Palästinas für die Auslegung des Bilderverbotes? Welche Bedeutung hat es in Religionsphilosophie, Ästhetik und Systematischer Theologie und wie stellt sich die Theologie heute zur Nicht-Bildlichkeit Gottes? Die Annäherungen aus der Sicht eines Exegeten und eines Systematikers sind von der gemeinsamen Überzeugung getragen, dass eine sachgemäße Hermeneutik des Bilderverbotes angesichts des iconic turn in Kulturwissenschaft und Theologie ebenso lohnend wie nötig ist.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Gefühlspolitik

Gefühlspolitik von Frevert,  Ute
Zum 300. Geburtstag Friedrichs des Großen am 24. Januar: die Anfänge moderner Gefühlspolitik im aufgeklärten Absolutismus. Durch Liebe, nicht durch Furcht und Gehorsamszwang sollte der König regieren. So bestimmte es die (früh)moderne Staatstheorie. Schon Friedrich II. von Preußen (1712-1786) wusste, dass es nicht ausreicht, über die Körper der Untertanen zu herrschen. Auch ihre Herzen wollen erobert werden. Doch die Geschichtsschreibung berichtet, dass Friedrich der Große weder mild noch sanft mit seinen Untertanen umging. Ute Frevert analysiert das Herrschaftsverständnis Friedrichs ebenso wie dessen gefühlspolitische Praktiken. Sie zeigt, mit welchen Mitteln der aufgeklärt-absolutistische König die Zustimmung und Zuneigung derjenigen suchte, die seiner Herrschaft unterworfen waren. Dieses Interesse machten sich die Untertanen zunutze: Sie stellten Bedingungen, formulierten Erwartungen und reagierten enttäuscht, wenn der König darauf nicht einging. Die Historikerin zeigt, dass Herrschaftskommunikation in zwei Richtungen verläuft, und das nicht erst in der heutigen Mediengesellschaft. Im 18. Jahrhundert entdeckt Frevert die Ansätze einer Gefühlspolitik, die ihre Spuren in der Moderne hinterlassen haben.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Umkämpftes Recht

Umkämpftes Recht von Suntrup,  Jan Christoph
Dass Recht eine Friedensordnung ist, die Konflikte aus der Welt schafft oder sogar Chaos und Gewalt mit zivilisierter Ordnungsbildung begegnet, gehört zu den großen Narrativen des politischen und juristischen Denkens. Gleichwohl ist das Recht nicht nur Schauplatz zahlreicher sozialer und politischer Kämpfe und rechtlicher Kollisionen, sondern es provoziert auch mitunter durch seine Verfahren, Normen und Kategorien neue Konflikte. Im Mittelpunkt dieser Studie steht die Analyse kultureller Konflikte, die sich – nicht zuletzt bedingt durch die Dynamiken von Globalisierung, Europäisierung und Migration – im Recht abspielen und am Recht entzünden. Die hierbei eingenommene kulturwissenschaftliche Perspektive stützt sich auf die Explikation eines mehrdimensionalen Rechtsbegriffs, der Normen, Geltungsnarrative, Organisationsformen, epistemische Voraussetzungen und Effekte sowie Symbole und Rituale des Rechts erfasst. Diese Konzeptualisierung soll davor bewahren, ‚Recht‘ als uniformes Objekt vorauszusetzen, da es sich vielmehr in Bezug auf seine Inhalte wie auch auf seine Form als plural, umstritten und dynamisch erweist. Die Ergänzung der theoretisch-konzeptuellen Entwicklung eines solchen Rechtsbegriffs durch empirische Studien zu diversen rechtspluralen Konstellationen und Kämpfen bringt identitätspolitisch aufgeladene Kulturkämpfe genauso wie unterschwellige Kulturkonflikte zum Vorschein. According to one of the great narratives of political and legal thinking, law is a peace order that eliminates conflicts or even counters chaos and violence by way of the implementation formations of civil order. Nevertheless, law is not only the scene of numerous social and political struggles and legal conflicts, but sometimes provokes new conflicts through its procedures, norms and categories. The focus of this study is the analysis of cultural conflicts, which - not least due to the dynamics of globalization, Europeanization and migration – are at play inside the law or are ignited by it. The cultural science perspective adopted here is based on the explication of a multi-dimensional concept of law that encompasses norms, validity narratives, forms of organization, epistemic prerequisites and effects as well as symbols and rituals of law. This conceptualization is intended to prevent the assumption that 'law' is a uniform object, since it proves to be plural, controversial and dynamic in terms of its content as well as its form. The supplementation of the theoretical-conceptual development of such a concept of law by empirical studies of various legal-pluralistic constellations and struggles brings to light politically charged as well as subliminal cultural conflicts.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Räume, Zeiten und Transferprozesse in der polnischen und anderen ostmitteleuropäischen Literaturen

Räume, Zeiten und Transferprozesse in der polnischen und anderen ostmitteleuropäischen Literaturen von Jekutsch,  Ulrike
Das 20. Jahrhundert prägte gerade den ostmitteleuropäischen Raum durch eine Fülle von geografischen und ethnischen Verschiebungen, kulturellen Auslöschungen und Neubesetzungen, die zur Erforschung ihres Ortes im kulturellen Gedächtnis Europas einladen. Der Sammelband vereint 14 Beiträge deutscher und polnischer Wissenschaftler zu Transferprozessen zwischen Literaturen und Konzipierungen von Raum und Zeit in der litauischen, polnischen, sorbischen und tschechischen Literatur des 20. und 21. Jahrhunderts. Fünf Beiträge sind der literarischen Konstruktion von Kulturräumen, weitere fünf den Gedächtnisräumen gewidmet. Es werden Fragen der Migration und des Exils, der Umgang mit dem verlorenen Herkunfts- und dem gewonnenem Ankunftsraum untersucht, hinzu kommen Analysen zu Raumveränderungen in Transformationszeiten und zu halb öffentlichen Innenräumen wie der tschechischen „hospoda“ (Wirtshaus). Eine dritte Gruppe von Beiträgen erforscht die literarische Übersetzung zwischen dem Polnischen und Litauischen, dem Polnischen und Deutschen, der Rezeption polnischer Emigrationsliteratur im sozialistischen Polen und dem Vergleich polnischer und deutscher Fußballkultur.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Was ist ein Ungar?

Was ist ein Ungar? von Schubert,  Gabriella
Selbst in einer Zeit der Globalisierung ist das, was man im Westen über die Ungarn weiß, einseitig geprägt und bruchstückhaft. In der jüngeren Vergangenheit waren es vornehmlich Operetten und Spielfilme oder die Werbung für touristische Attraktionen und kulinarische Spezialitäten, die zu teils kitschig idealisierten Vorstellungen von einem Land des Paprika und der Puszta, von temperamentvollen, fröhlichen, den csárdás tanzenden Menschen führten. Ein ebenso einseitiges, stark politisiertes Image Ungarns hat sich gegenwärtig durch Ereignisse wie die Eskalation in der Auseinandersetzung verfeindeter politischer Lager im Herbst 2006, die Gründung der rechtsextremen „Ungarischen Garde“ 2007, die Kehrtwende im politischen Mainstream seit den Parlamentswahlen im April 2010 und die Abschottung gegenüber Flüchtlingen seit 2015 verbreitet. Die historische und kulturelle Entwicklung des Landes, seine geistesgeschichtlichen und kulturellen Besonderheiten, Denken und Empfinden seiner Bewohner sind jedoch weitgehend unbekannt geblieben. Das vorliegende Buch wendet sich vor allem an deutschsprachige Leser – in einer Zeit, in der die Berichterstattung über Ungarn emotionell stark aufgeladen ist. Sein Anliegen ist es, Verständnis und Interesse für die Ungarn zu wecken und ein differenziertes Bild über sie zu vermitteln, in dem auch und vor allem ihre Selbstzeugnisse Berücksichtigung finden.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Alu-Kuṟumba-Texte

Alu-Kuṟumba-Texte von Kapp,  Dieter B.
Die Alu-Kurumba sind eine im Nilgiris District von Tamilnadu (Indien) siedelnde Ethnie mit eigenständiger drawidischer Sprache. Im Verlaufe von Feldforschungen, die in den Jahren 1974–1976 mit Unterstützung der DFG durchgeführt wurden, gelang es dem Herausgeber dieses Bandes, umfangreiche Materialien zur Sprache und zur Kultur der Alu-Kurumba zusammenzutragen. Neben einer Reihe von darauf bezogenen Aufsätzen veröffentlichte er eine die Sprache beschreibende Grammatik, die durch sieben ausgewählte Texte mit deutscher Übersetzung sowie ein etymologisches Wörterbuch ergänzt wurde ("Alu-Kurumbaru Nayan. Die Sprache der Alu-Kurumbas. Grammatik, Texte, Wörterbuch"). Darauf folgte 2006 als Band 16,1 der Reihe "Beiträge zur Kenntnis südasiatischer Sprachen und Literaturen" ein dem mündlichen Überlieferungskorpus der Alu-Kurumba gewidmeter Band, in dem 40 ihrer mythischen Traditionen mit deutscher Übersetzung vorgestellt wurden. Der nun vorgelegte Band II der Alu-Kurumba-Texte führt die Edition der seinerzeit auf Tonband aufgezeichneten Überlieferungen fort und präsentiert darin insgesamt 49 Texte, die sich wie folgt unterteilen lassen: I. Tiermythen, II. Tiermärchen, III. Märchen, IV. Erotische Märchen, V. Schwänke und VI. Verschiedenes.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Anredeformen im Serbischen

Anredeformen im Serbischen von Ulrich,  Sonja
Das Phänomen „Anrede“ ist ein vielschichtiges Thema und seit den 1960er Jahren immer wieder Untersuchungsobjekt an der Schnittstelle von sprach-, sozial- und kulturwissen-schaftlichen Fragestellungen. Sonja Ulrich zeichnet in ihrer Studie auf empirischer Basis ein differenziertes Bild der Anredeverhältnisse im Serbischen in verschiedenen Alltagssituationen und beschreibt den Anwendungsbereich gängiger Formen des mündlichen Sprachgebrauchs. Miteinbezogen werden auch neuere Tendenzen in der Anredeforschung, namentlich die Berücksichtigung des Interaktionskontexts und das damit einhergehende dynamischere Verständnis von Anredeverhalten. Anhand von metalinguistischen Daten, die qualitative Leitfaden-Interviews mit 19 Befragten erbracht haben, und der Auswertung einer populären serbischen TV-Serie (Vratiće se rode) zeigt Ulrich auf, wie bei der Wahl einer Anredeform individuelle Präferenzen mit sozialen und situativen Faktoren zusammenspielen. Ergänzt wird dieses Material durch einen Überblick über historische Entwicklungen der Anrede im Serbischen.
Aktualisiert: 2019-12-18
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Tatort

Tatort von Buhl,  Hendrik
Hendrik Buhl untersucht das Phänomen gesellschaftspolitischer Themen im Genreklassiker 'Tatort'. Der 'Tatort'-Krimi am Sonntagabend gehört für viele Menschen zum Ausklang des Wochenendes dazu. Die erfolgreichste Krimireihe im deutschen Fernsehen unterhält nicht nur mit spannenden Geschichten, sondern informiert auch über gesellschaftspolitische Probleme und Konfliktlagen. Bei der Mörderjagd sehen sich die Kommissarinnen und Kommissare mit schlechten Arbeitsbedingungen in Discountern, Obdachlosigkeit oder Voyeurismus im Internet konfrontiert. Anhand aller Erstausstrahlungen eines Jahres zeigt Hendrik Buhl, wie unterhaltsame Ermittlungsarbeit einerseits und Informationen andererseits in 'Tatort'-Krimis miteinander verbunden werden. Damit leistet er einen wesentlichen Beitrag zur Beantwortung der Frage, wie die Krimireihe 'Tatort' öffentlich-rechtliche Aufklärung im doppelten Sinn audiovisuell umSetzt und wie dies wissenschaftlich zu konzeptualisieren und zu analysieren ist. Dabei sind unter anderem folgende Forschungsfragen erkenntnisleitend: Welche sendungsübergreifenden Inszenierungsstile gibt es? Welche Figurenkonzepte spielen eine Rolle? Wie parteiisch ist politische Unterhaltung im 'Tatort'?
Aktualisiert: 2019-12-18
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Zweifel an der Kultur

Zweifel an der Kultur von Matern,  Reinhard
Worte Kultur sind gesellschaftlich nahezu beliebig geworden. Auch in den Kulturwissenschaften fehlt es an sprachlicher Sorgfalt. Dem ‚linguistic turn‘ in der Philosophie wird ein ‚cultural turn‘ entgegengesetzt, vielleicht um die Relevanz von Sprache für ein Verstehen auszuhebeln. In den essayistischen, oftmals pointierten Notizen, geht Matern der Frage nach, was als Kultur galt und gilt, und er gelangt zu dem kritischen Résumé, dass letztlich Projektion als zentrale Kulturtechnik fungiert. In den historischen Erörterungen von Worten ‚Kultur‘ wird darauf verzichtet, die Worte theoretisch zu interpretieren, weil dies der kontextualen Verwendung nicht entspricht. Deutlich wird vielmehr, dass die Verwendungen politisch motiviert waren, bis in die Gegenwart hinein politisch motiviert sind. Eine Kulturwissenschaft lässt sich auf diesem Verhalten nicht aufzubauen, aber eine Kritik. Die Notizen sind 2012 / 2013 entstanden. Die meisten Texte wurden vorab auf dem lokalen Duisburger Blog ‚xtranews.de‘ publiziert. Neu hinzugekommen sind vor allem Erörterungen, in denen die politische Verwendung stärker ins Zentrum rückt. Die ursprüngliche Form der einfachen Reihung ist für das eBook beibehalten worden, jedoch sind einige Eingriffe in die spontan entstandenen Texte vorgenommen worden.
Aktualisiert: 2019-12-18
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