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Das Reich der großen Lüge

Das Reich der großen Lüge von Pohlmann,  Friedrich
Friedrich Pohlmann, Soziologe und TUMULT-Autor, geht auf die geistigen Auszehrungsprozesse und ideologischen Umerziehungsprogramme ein, die die Deutschen zu Entmutigern ihrer selbst gemacht haben. Es geht um Vaterlosigkeit, 1968, das Elend der Utopien, Verschwörungen in Theorie und Praxis, Mut, Feigheit sowie um die Frage, wie im 2. Corona-Jahr kollektiver Widerstand nicht nur notwendig, sondern auch möglich werden kann. Das große finstere Etwas, das uns beständig Angst machen will, bekommt endlich Kontur. Zweifellos ist die westliche Welt seit dem radikalen Epochenwechsel 1989 von einer noch tiefergehenden Entzweiung gezeichnet als es uns der medial inszenierte Kulturkampf weismachen möchte. Vielmehr haben wir es mit der scheinbar paradoxen Allianz zu tun, in der sich ein weltumspannender neoliberaler Kapitalismus im Gleichschritt mit einem humanitaristischen Moraluniversalismus eines längst ökonomistisch verbildeten Globalistenlagers zur allmächtigen Instanz erhebt. Letzteres verkörpert dabei idealtypisch jene gewünschten ortlosen, von familialen wie staatlichen Bindungen an Geschichte und Kultur weitgehend losgelösten Individuen. Ihrer einmütigen Losung: »No borders!« wird hier überzeugend die anthropologisch begründete Dialektik von Grenzsetzung und Grenzüberschreitung entgegengestellt. Dieser Entwicklung förderlich war auch der Wandel im Rollenverständnis der Geschlechter, der zu einer folgenreichen Feminisierung der westlichen Gesellschaften führte. Am deutlichsten zeigt sich das in der konsequent praktizierten Übertragung einer ursprünglich familial geprägten Ethik auf eine abstrakte »Menschheit«. Die damit verbundene Idealisierung des Fremden geht einher mit einer fast schon pathologisch anmutenden Abwertung des Eigenen und traditioneller kultureller Prägungen. Diese bewusste Selbstschwächung des säkularen Westens bietet somit einer politischen Religion wie dem Islam durch gewährte Masseneinwanderung aus islamischen Ländern eine geradezu fahrlässige Einflussnahme, die wenig integrativ uns mit neuen Formen des Antisemitismus und rückschrittlichen Haltungen konfrontiert. Friedrich Pohlmann zeichnet präzise jene einwirkenden Kräfte nach, die zur sozialen und mentalen Transformation der Weltbilder im Westen und mit kompensatorischer Schärfe in Deutschland geführt haben. Gerade der allgegenwärtig eingeübte Konformismus aus Furcht vor gesellschaftlicher Ächtung durch ein Sprachregime politischer Korrektheit – mit ihrer Instrumentalisierung alles Minoritären – erfordert Mut im physischen wie moralischen Sinn. Der Autor erweist sich dabei als entschiedener Vertreter der parrhesia, der mutigen öffentlichen Rede. Widerstand zu leisten, besonders in der gegenwärtigen Situation eines quasi Ausnahmezustandes im »Reich der großen Lüge«, erscheint ihm als unabdingbares bürgerrechtliches Gebot.
Aktualisiert: 2021-06-24
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Das Geschlecht der Kritik

Das Geschlecht der Kritik von Pohl,  Peter C., Schuchter,  Veronika
Im Mittelpunkt der Beiträge stehen ganz unterschiedliche literaturkritische Formate und Medien. Die analysierten Spielarten der zeitgenössischen Literaturkritik reichen vom "Literarischen Quartett" über Publikumszeitschriften, wie "Bunte" und "Playboy", und Buch-Blogs hin zu den Feuilletons der überregionalen Zeitungen. Überdies werden geschlechtliche geprägte Rezeptionsschablonen am Umgang mit Autor*innen wie Elena Ferrante, Marlene Streeruwitz oder der Popliteratur der 1990er Jahre vorgestellt und untersucht. Ein weiterer Fokus liegt auf geschlechtlich-divergierenden Ereignisformen, wie dem Debüt, und Wertungspraktiken, wobei sowohl Strategien der Feminisierung als auch der Virilisierung diskutiert werden. Am Beispiel eines geschichtlichen Vorläufers, der Literaturkritik in der Berliner Moderne Ende des 19. Jahrhunderts, werden so einerseits Kontinuitätslinien deutlich: Die Eigeninszenierung von Kritikern als Vertreter einer hegemonialen Männlichkeit in aktuellen Diskursen ist ein habituell gewachsenes Moment. Andererseits finden sich in der medial diversifizierten Landschaft der Gegenwartsliteratur zahlreiche Phänomene, in denen solch eindeutige (Selbst-)Zuschreibungen unterlaufen und Sprecherpositionen dekonstruiert werden. Neben den Gegenstrategien der Literatur, etwa in den Inszenierungen von Autor*innen, finden sich auch literaturkritische und literaturwissenschaftliche Ansätze thematisiert, die die Strukturen aufbrechen wollen.
Aktualisiert: 2021-06-29
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Das Geschlecht der Kritik

Das Geschlecht der Kritik von Pohl,  Peter C., Schuchter,  Veronika
Im Mittelpunkt der Beiträge stehen ganz unterschiedliche literaturkritische Formate und Medien. Die analysierten Spielarten der zeitgenössischen Literaturkritik reichen vom "Literarischen Quartett" über Publikumszeitschriften, wie "Bunte" und "Playboy", und Buch-Blogs hin zu den Feuilletons der überregionalen Zeitungen. Überdies werden geschlechtliche geprägte Rezeptionsschablonen am Umgang mit Autor*innen wie Elena Ferrante, Marlene Streeruwitz oder der Popliteratur der 1990er Jahre vorgestellt und untersucht. Ein weiterer Fokus liegt auf geschlechtlich-divergierenden Ereignisformen, wie dem Debüt, und Wertungspraktiken, wobei sowohl Strategien der Feminisierung als auch der Virilisierung diskutiert werden. Am Beispiel eines geschichtlichen Vorläufers, der Literaturkritik in der Berliner Moderne Ende des 19. Jahrhunderts, werden so einerseits Kontinuitätslinien deutlich: Die Eigeninszenierung von Kritikern als Vertreter einer hegemonialen Männlichkeit in aktuellen Diskursen ist ein habituell gewachsenes Moment. Andererseits finden sich in der medial diversifizierten Landschaft der Gegenwartsliteratur zahlreiche Phänomene, in denen solch eindeutige (Selbst-)Zuschreibungen unterlaufen und Sprecherpositionen dekonstruiert werden. Neben den Gegenstrategien der Literatur, etwa in den Inszenierungen von Autor*innen, finden sich auch literaturkritische und literaturwissenschaftliche Ansätze thematisiert, die die Strukturen aufbrechen wollen.
Aktualisiert: 2021-06-29
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