Die Welt der Spiele in Büchern

Die Welt der Spiele in Büchern

Spielen liegt in der Natur des Menschen. Es ist eine Triebfeder und ein Abbild menschlicher Interaktion, beschäftigt es sich doch mit gemeinsamen Regeln und sozialer Interaktion. Ebenso fordert und fördert das Spiel die geistige und körperliche Aktivität. Funde alter Brettspiele aus vergangenen Jahrtausenden belegen, wie viele Gedanken sich Menschen bereits vor der Zeitenwende um dieses Thema gemacht haben. Das im antiken China erfundene „Go“ gibt es bereits seit etwa 2500 Jahren. Das als ältestes bekanntes Brettspiel der Welt betrachtete Senent entstand sogar schon 3000 v. Chr. Kein Wunder, dass unzählige Autoren das Sujet in ihren Werken verarbeiten. In der Literatur gehören Spiele, Spieler und Spielerinnen zu gern genutzten Protagonisten und Motiven. Beispiele finden sich dabei nicht nur im Unterhaltungsgenre, sondern auch in der Weltliteratur, die einige Bücher mit Bezug zu Brett- und Glücksspielen hervorgebracht hat.

Allegorie oder Selbstzweck?

Dass große Schreiberlinge wie der russische Ausnahmeliterat Fjodor Dostojewski oder der Autor Stefan Zweig das Thema des Spiels nicht nur aus Spannungsgründen nutzen, ist so klar wie bekannt. Dostojewskis 1867 erschienener Roman „Der Spieler“ erzählt die Geschichte des Roulettesüchtigen Aleksej, der seine große Liebe im wahrsten Sinne verspielt. Die zuweilen skurril anmutende Geschichte trägt stark autobiografische Züge und ist nicht nur deshalb ebenso eindringlich wie spöttisch. Dostojewski hat eben Humor. Stefan Zweig skizziert in seiner „Schachnovelle“ eine psychologische Lehrstudie der besonderen Art, nutzt er doch das berühmte Brettspiel als Veranschaulichung der geistigen Dissonanz seines Protagonisten.

Virtuelle Bücher

Dass sich das Geschichtenerzählen nicht mehr nur auf Bücher und beschränkt, beweisen andere Erzählformen, die das Spielen als Hauptmotiv bearbeiten. Videospiele drehen das Prinzip sogar auf den Kopf. Nicht mehr der Protagonist ist der Spieler, sondern wir, die eigentlich lesen oder schauen, übernehmen die angedachte Rolle. Spiele wie „The Last of Us“ oder „Heavy Rain“ stellen dabei die Erzählung und weniger die Spielmechanik in den Mittelpunkt. Im Spiel Book of Dead begleiten Glücksritter den Protagonisten Rich Wilde auf der Suche nach dem namensgebenden Buch des Todes – und werden ebenfalls zum Spieler. Mit etwas Glück ist das Erlebnis sogar profitabler als das Pokerspiel von Le Chiffre gegen 007.

Reine Unterhaltung

Auch andere Spiele eignen sich hervorragend, um Geschichten zu erzählen. Wer hat als Kind nicht gern „Räuber und Gendarm“ gespielt? Sicherlich, vorrangig ging es um den Spaß am Verstecken und Fangen. Ein kleines Narrativ um heldenhafte Polizisten und gemeinen Räubern verleiht dem Ganzen dank kindlicher Fantasie jedoch einen zusätzlichen Reiz.

Spiele als Erzählform

Auch andere Spiele eignen sich hervorragend, um Geschichten zu erzählen. Wer hat als Kind nicht gern „Räuber und Gendarm“ gespielt? Sicherlich, vorrangig ging es um den Spaß am Verstecken und Fangen. Ein kleines Narrativ um heldenhafte Polizisten und gemeinen Räubern verleiht dem Ganzen dank kindlicher Fantasie jedoch einen zusätzlichen Reiz.