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Sitzen auf dem Denkmalssockel – Beethoven, Lessing, die Brüder Galignani von Körner,  Hans

Sitzen auf dem Denkmalssockel – Beethoven, Lessing, die Brüder Galignani

Drei Beiträge zur Kunstgeschichte des Denkmals im 19. und frühen 20. Jahrhundert und zur Geschichte der Körpersprache

Wie man sich bewegt, wie man sich hinstellt, wie man sitzt, ist Teil der Kommunikation und mitentscheidend für Verlauf und Ausgang der Situation. Das gilt auch für die Kommunikation mit einer Denkmalsfigur. Interaktionsraum ist der öffentliche Raum und Adressat der Kommunikation ist jeder, der das Denkmal wahrnimmt und jeder potentielle Betrachter. Da von der Einweihungsfeier und von Jahrestagen, die vor dem Denkmal abgehalten werden, abgesehen, die Begegnung mit dem Denkmal gewöhnlich eine alltägliche und beiläufige ist, sollte eine Analyse der Körpersprache im Denkmal sich nicht allein mit den ‚großen’ politischen und kulturellen Botschaften beschäftigen, die das Denkmal transportieren kann. Die alltägliche Kommunikation mit der Denkmalsfigur geschieht auch, sogar meist, unterhalb dieser Ebene der ‚großen’ Botschaften.
Von drei Studien in diesem Buch referiert der zweite Betrag einen Streit über die Angemessenheit des Sitzbildes in einem Literatendenkmal und macht in der Fokussierung auf ein körpersprachliches Detail deutlich, wie differenziert im 19. Jahrhundert auf die Körpersprache im öffentlichen Denkmal hingesehen werden konnte. Im dritten Beitrag verkompliziert sich die Begegnung von Denkmal und Betrachter dadurch, dass der Kommunikation mit dem Betrachter eine kommunikative Situation bereits auf dem Denkmalssockel vorausgeht.  Der erste Beitrag stellt sich einer abweichenden Konstellation. Klingers „Beethoven“ war bei seiner Präsentation in der „Wiener Sezession“ und er ist seither im Leipziger „Museum der Bildenden Künste“ bevor er als Denkmal wahrnehmbar ist, zuerst und zunächst ein Kunstwerk. Die körpersprachliche Transformation, die Klinger vornahm, wird so, museal kontextualisiert, auffälliger und aufdringlicher: es ist die Umcodierung einer traditionell weiblichen Körperhaltung in den neudefinierten Ausdruck von dem Schicksal abgerungener männlicher Genialität.

Das Buch erscheint als Band 14 der Düsseldorfer Kunsthistorischen Schriften, herausgegeben vom Kreis der Freunde des Instituts für Kunstgeschichte der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf e.V.

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