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Herta Klein – Schülerin der Kunstgewerbeschule 1926-1930 von Sdouz,  Gert

Herta Klein – Schülerin der Kunstgewerbeschule 1926-1930

Es gibt für Schülerinnen der Wiener Kunstgewerbeschule (heute Universität für angewandte Kunst Wien) während der Zwischenkriegszeit keine komplette Dokumentation ihrer Ausbildung. Diese Lücke wird nun exemplarisch durch einen Katalog von über 250 Arbeiten von Herta Klein (1911-2005) zwischen 1926 und 1930 geschlossen.

Wien um 1900 – das war eine der ersten Blockbuster – Ausstellungen zum Thema, veranstaltet im Sommer 1964 vom Kulturamt der Stadt Wien. Fast 900 Kunstobjekte wurden an drei Standorten präsentiert, und zwar in der Secession, im Künstlerhaus und im Historischen Museum der Stadt Wien. Die Arbeiten stammten von mehr als 150 ausgewählten Künstlern. Die Spitzenkünstler hatten meist mit der Wiener Kunstgewerbeschule zu tun, entweder als Schüler oder als Lehrer oder in beiden Funktionen. Im Laufe der nächsten 55 Jahre wurde dieses Ausstellungsthema immer und immer wiederholt, meist mit dem Fokus auf einen der Heroen dieser Zeit, wie Klimt, Moser oder Hoffmann.

Obwohl gerade in der Kunstgewerbeschule der Anteil der Schülerinnen hoch war, waren die Künstlerinnen in den Ausstellungen unterrepräsentiert. Erst 2019 widmete das Belvedere mit der Ausstellung „Stadt der Frauen“ den Künstlerinnen eine eigene Ausstellung. Aber auch in dieser kamen nur arrivierte Damen mit bekannten Namen vor.

Doch wie schaute eigentlich die Ausbildung und Entwicklung der nicht vom Schicksal zu einer großen Karriere geführten zahlreichen Schülerinnen aus? Was war ihr soziales Umfeld, wie qualitätsvoll waren ihre Arbeiten in den einzelnen Kursen der Kunstgewerbeschule? Alle diese Fragen wurden bislang nicht umfassend untersucht. Selbst in der Jubiläumsausstellung zum 150. Geburtstag der Schule 2017/18 griff man diese Fragen nicht auf. Positiv hingegen ist der zum Jubiläum erschienene Band „Ästhetik der Veränderung“ mit einigen die Thematik anreißenden Artikeln zu erwähnen.

Es ist daher ein Glücksfall, dass von der Wiener Kunstgewerbeschülerin Herta Klein (1911-2005) ein Großteil ihrer Arbeiten während der vier Ausbildungsjahre als ordentliche Schülerin erhalten geblieben ist. Dieses zwischen 1926 und 1930 entstandene Oeuvre bildet als Katalogteil den künstlerischen Schwerpunkt dieses Bandes. Er zeigt nicht nur den roten Faden der Ausbildung zum Handwerk sondern auch die üppige Phantasie der Schülerin. Ergänzt wird dieser Katalog durch einen Textteil, der ein typisches soziales und familiäres Umfeld skizziert, und dann kurz auf die pädagogischen Entwicklungen der Kunstgewerbeschule bis zur Zeit nach dem 1.Weltkrieg eingeht, wobei offizielle Texte aus dieser Zeit übernommen wurden. Im Einklang mit den von Herta Klein gestalteten Arbeiten wird abschließend versucht, ihre vier Jahre in der Schule zu beschreiben.

Nach ihrer Schulzeit hat sie nicht mehr künstlerisch gearbeitet, doch im Sommer 1964 besuchte sie die große Wiener Ausstellung.

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