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Die protestantischen Hinterglasbilder des Stadtmuseums Kaufbeuren von Pellengahr,  Dr. Astrid, Sagner,  Susanne, Sauter,  Wolfgang, Weber,  Petra

Die protestantischen Hinterglasbilder des Stadtmuseums Kaufbeuren

Vorwort

Im 18. Jahrhundert entstanden in der bikonfessionellen Reichsstadt Kaufbeuren Hinter­glasbilder mit protestantischer Aussageabsicht und Motivik. Innerhalb der süddeutschen Hinterglasbildproduktion nehmen die in Kaufbeuren entstandenen Bildwerke dieser Zeit eine Sonderrolle ein, da sie sich hinsichtlich der Farbgebung, der Maltechnik, aber auch der dargestellten Motive von anderen Zentren der Hinterglasherstellung wie Augsburg, Murnau oder Oberammergau ganz grundsätzlich unterscheiden.

Im Bestand des Stadtmuseums befinden sich derzeit 73 Hinterglasbilder Kaufbeurer Her­kunft. Diese beträchtliche Zahl ist dem systematischen und fachkundigen Samm­lungs­aufbau durch Museumskustos Wolfgang Sauter geschuldet, der seit über 50 Jahren ehrenamtlich für das Stadtmuseum tätig ist. Besaß das Stadtmuseum bis 1960 lediglich 15 Bilder, so konnte die Sammlung im Laufe der Jahrzehnte durch eine beträchtliche Anzahl an Objekten erweitert werden. Durch diesen beachtlichen Ausbau können heute differenzierte Aussagen zum Entstehungszeitraum, der Stilistik, den Motiven, aber auch den Herstellern der Bilder, die durch Signaturen greifbar werden, getroffen werden. Parallel zum Sammlungsaufbau wurde von Wolfgang Sauter zudem wichtige Grundlagenarbeit für die Erschließung des Bestandes geleistet. So sind dank seiner Recherchen neben den Werken im Kaufbeurer Stadtmuseum weitere 61 Kaufbeurer Hinterglasbilder aus Privat­sammlungen und weiteren Museen bekannt.

Rund 35 der Kaufbeurer Hinterglasbilder in Museumsbesitz sind seit 2013 in der neu gestalteten Dauerausstellung des Stadtmuseums Kaufbeuren zu sehen. Grundlage dieser Präsentation war eine Sonderausstellung des Museums, die bereits im Jahr 2004 anlässlich des 400-jährigen Jubiläums der evangelischen Dreifaltigkeitskirche in Kaufbeuren gezeigt wurde. Zum Ausklang des 500-jährigen Jubiläums der Reformation 2017 präsentiert das Stadtmuseum erneut eine umfangreiche Sonderausstellung zu diesem außergewöhnlichen Bestand. Die Sonderausstellung wird – ergänzend zur Dauerausstellung – weitere Stücke aus dem Depot sowie eine Reihe von Leihgaben aus Privat- und Museumssammlungen beinhalten.

Parallel zur Ausstellung erscheint nun der reich bebilderte Bestandskatalog über die protestantischen Hinterglasbilder. Ziel der Publikation ist es, aus den Erkenntnissen der langjährigen Sammlungsarbeit eine erste umfassende Dokumentation der protestantischen Hinterglasbilder im Bestand des Stadtmuseums vorzunehmen. Das Herzstück der Ver­öffent­lichung ist daher der Katalogteil, der die Hinterglasbilder der Kaufbeurer Museumssammlung einzeln vorstellt und Vergleichsbeispielen aus anderen Sammlungen oder den zugehörigen Kupferstichvorlagen gegenüberstellt. Aufgeteilt in vier Kapitel, sind die Bilder nach den in Kaufbeuren auftretenden Bildinhalten geordnet. Neben protestantischen, religiösen und profanen Bildmotiven widmet sich der Katalog den für Kaufbeuren typischen Spruchbildern jeweils in einem eigenen Kapitel. Die insgesamt 68 Katalogartikel wurden von Dr. Astrid Pellengahr, Susanne Sagner und Petra Weber verfasst. Der einführende Text zu den Kauf­beurer Spruchbildern stammt aus der Hand von Dr. Stefan Dieter.

Neben dem reichen Katalogteil wird die Sammlung in fünf wissenschaftlichen Aufsätzen aus unterschiedlichen Blickwinkeln beleuchtet. Den Beginn macht der Beitrag der Historikerin Dr. Barbara Rajkay, die den zeithistorischen Kontext für die Entstehung der protestantischen Hinterglasbilder untersucht. Der darauf folgende Artikel der Hinterglasrestauratorin Simone Bretz erläutert die kunsttechnologischen Besonderheiten der Kaufbeurer Hinterglasbilder und gibt Hintergrundinformationen zu deren Herstellung, auftretenden Schadensbildern sowie durchgeführten Restaurierungs­maßnahmen. Im Beitrag von Dr. Astrid Pellengahr werden die durch Signaturen namentlich bekannten und archivalisch fassbaren Hinterglasmaler, die das Handwerk wohl alle im Nebenerwerb ausübten, einzeln vorgestellt. Mit den charakteristischen Stilmerkmalen der Kaufbeurer Hinterglasmalerei befasst sich der Beitrag der Kunsthistorikerin Susanne Sagner. Ein abschließender Beitrag von Petra Weber widmet sich dem besonderen Typus der Hinterglas-Kalender, von denen heute noch vier Exemplare bzw. Fragmente der Kaufbeurer Hinterglasmaler Johann Jakob Rumpelt und Johann Matthäus Bauhoff erhalten sind.

Dieser umfangreiche Bestandskatalog wurde durch die finanzielle Unterstützung der Stadt Kaufbeuren und des Heimatvereins Kaufbeuren ermöglicht. Besonderer Dank gilt darüber hinaus dem Freundeskreis des Stadtmuseums Kaufbeuren, der die vorliegende Publikation, aber auch insbesondere die Sammlung der Hinterglasbilder, seit seiner Gründung 2002 bereits mehrfach großzügig durch die Finanzierung von Ankäufen, Restaurierungsmaßnahmen sowie mit dem jährlichen Monitoring ihres konservatorischen Zustands unterstützt hat. Des Weiteren sei an dieser Stelle allen Autorinnen und Autoren für die ertragreiche Zusammenarbeit ganz herzlich gedankt. Die Redaktion der Texte lag in bewährter Weise in den Händen von Dr. Stefan Dieter, dem Schriftleiter der Kaufbeurer Schriftenreihe. Die brillanten Fotoaufnahmen der museumseigenen Hinter­glasbilder stammen von Alexander Bernhard. Unser Dank gilt darüber hinaus den unzähligen Fremdmuseen und Privatsammlern, die für die vorliegende Publikation Abbildungen zur Verfügung gestellt haben. Ebenfalls ein herzliches Dankeschön sei an Helga Ilgenfritz vom Evangelischen Kirchenarchiv Kaufbeuren gerichtet, die das Stadtmuseum bei Rechercheanfragen rund um die Kaufbeurer Hinterglasmaler unterstützt hat. Nicht zuletzt gilt unser Dank dem Bauer-Verlag für die angenehme und engagierte Zusammenarbeit.

Petra Weber und Astrid Pellengahr
September 2017

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