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Die Flüsse Wiens von Auenhammer,  Gregor, Trumler,  Gerhard

Die Flüsse Wiens

Eine feuilletonistisch-fotografische Expedition

Dass Wien „an der schönen blauen Donau“ liegt, ist heutzutage dank der schwungvoll-lieblichen, dem Geschmack des Wieners entsprechenden, manchmal picksüß-verkitschten Walzermelodien des Strauß-Schani selig weltbekannt. Alle Jahre wieder wird diese untrennbare Einheit „mit an Himmel volla Geigen“ mehr als 50 Millionen Menschen mit dem aus dem Goldenen Saal des Wiener Musikvereins in über 90 Länder übertragenen Neujahrskonzert der Wiener Philharmoniker in Erinnerung gerufen. Dass die Donau realiter zeitweise – je nach Jahrhundert, Dekade, Jahreszeit und Wetterlage – auch schon einmal einer braunen Kloake geglichen hat, bleibt bei all der Pracht und Herrlichkeit des Jugendstil-Ambiente selbstverständlich ausgespart. Aber wie sagt man auf gut Wienerisch, meist ironisch bis zynisch, in manchen Nobelbezirken: „Passt scho …“

Dass Wien jedoch maßgeblich noch von einer Unzahl an weiteren Flüssen und Bächen, Teichen und Gewässern durchquert, geprägt und unterspült wird, ist nicht einmal vielen Wienern bewusst, Nicht-Wienern hingegen weitgehend bis gänzlich unbekannt. Gut, der Wienfluss ist vielleicht noch in Erinnerung, auch der Donaukanal darf als bekannt gelten, eventuell noch die Liesing und der – Herzmanovsky-Orlando sei Dank – historische Wiener Neustädter Kanal, der allerdings heute eigentlich nicht mehr wirklich existiert. […]

Es sind unfassbare 200 Stück, welche die MA 45, die zuständige Behörde namens „Wiener Wasser“ alias „Magistratsabteilung 45 der Stadt Wien“ als der Bundeshauptstadt zugehörige eigenständige Gewässer listet. In Wien gibt es exakt 85 fließende und 115 stehende Gewässer. Allerdings sind das nur die Gewässer, die einen Namen tragen. Das heißt, eigentlich gibt es noch mehr! Jede Menge „G’schichten aus dem Wiener Wald“ gäbe es da allein aufgrund der zahlreichen Wienerwaldbäche zu erzählen. […]

Viele der früher quer durch die Stadt fließenden Wiener Bäche sind heute reguliert, viele von ihnen laufen, plätschern oberirdisch, entlang von Straßen, Trassen, münden in die Donau, den Donaukanal, in die Wien (vulgo Wienfluss) oder in die Liesing. Viele von ihnen verlaufen heute aber unsichtbar, also unterirdisch. Ihre Namen kennt man gut – aber nicht als Namen der Bäche, sondern vielmehr als Straßen-, Orts- oder Bezirksnamen. Als Gewässer selbst eher in Vergessenheit geraten sind der Krottenbach, der Alserbach, der Dornbach, der Reisenbergbach, der Mauerbach, der Jägerbach sowie Kasgraben oder Kaisergraben. Als Straßenzüge kennt man viele von ihnen. Auch als Bezirke, wie Ottakring, Dornbach oder Liesing. Die Existenz der Als (vulgo Alserbach oder Alsbach) verraten heute Straßenzüge wie die Alszeile, die Alserbachstraße und der Alsergrund.

Nur manchmal treten die ehemals stolzen Wienerwaldbäche an die Oberfläche und rufen sich in Erinnerung – wie der Krottenbach, der ein, zwei Mal im Jahr über die Ufer tritt und Keller und Parkgaragen flutet, wenn sehr starker Regen in dem im Ernstfall dann manchmal doch zu engen subkutan-unterirdischen Bachbett als Sturzflut nicht schnell genug abrinnen kann. Das altehrwürdige Krankenhaus Rudolfinerhaus zum Beispiel weiß ein Lied davon zu singen Im Verborgenen bestimmen die Bäche aber weitgehend das Grundwasser und somit das Ökosystem der Stadt. […]

Als passionierte Flaneure haben wir uns auf eine feuilletonistischfotografische Expedition begeben. Wir laden Sie nun ein, uns bei unserer Spurensuche an den Gestaden der Flüsse Wiens zu begleiten. Entlang der beiden großen Wiener Flüsse – Donau und Wien – aber auch entlang unbekannter, obskurer Orte, pittoresker und bizarrer Stationen. Wir werden von Verläufen und Sehenswertem berichten, von Überraschendem, von Geschichte, Geografie, Geologie und Architektur reden, von Mythen, Bebauung, Besiedelung, und dekuvrieren, welche Namen von früheren Bestimmungen künden. Als Appetizer seien hier Maria am Gestade, Salzgries, der Tiefe Graben, die Bärenmühle oder die Schleifmühlbrücke genannt. Aber auch kleineren Flüssen – Donau-Oder-Kanal, Marchfeldkanal und Liesing – werden wir Beachtung schenken, sowie den zahllosen Bächen, Kanälen, Teichen und Seen – wortwörtlich – auf den Grund gehen. Naturgemäß, gemäß den Zeichen der Zeit, gemäß dem Gebot der Stunde, werden wir Fragen des ökologischen Fußabdrucks – pro futura – selbstverständlich nicht außer Acht lassen. […]

Begleiten Sie uns auf unserer Exkursion: mit dem Schiff den Donaukanal entlang, mit der U-Bahn durchs wilde Wiental, mit Bus und Bim über den Krottenbach, per pedes in die Kanalisation …

Auf unserer Expedition – in trauter Zweifaltigkeit von Wort und Bild – werden uns Geschichte, Geschichten, G’schichteln und Schnurren begegnen, Fabelwesen wie das Donauweibchen, der Wassergeist von Wilhelmsdorf oder das Wassermännchen vom Magdalenengrund. Allegorien und Symbole entlang der Einfriedungen und Abgrenzungen wie Meeresgötter oder Flussgeister kommen nicht allzu selten vor. Wir werden den Fokus richten auf Engel, Putti, Satyrn, Totenköpfe, sowie seltene und verborgene Riten entlarven. Dass die Wien in der Walpurgisnacht, zu Halloween und Allerseelen zum Ort okkulter Prozessionen mutiert, bleibt der breiten Öffentlichkeit ebenso verborgen wie die Realität des Dritten Mannes. Kino im Kopf bedeutet, auf den Spuren von Harry Lime zu lustwandeln. Sagen und Legenden um den Schönen Brunnen – nein, nicht den in Schönbrunn – werden wir aufspüren und preisgeben wie auch die Storys hinter Albrechtsbrunnen, Danubiusbrunnen, Neptunbrunnen oder Najadenbrunnen. Orpheus in der Unterwelt möge uns gnädig sein …

( & im Prolog)

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