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Medienaneignung und Aufwachsen im ersten Lebensjahrzehnt

Medienaneignung und Aufwachsen im ersten Lebensjahrzehnt von Schorb,  Bernd, Theunert,  Helga
„Die aktuelle Ausgabe von merzWissenschaft nimmt die Wechselbeziehungen zwischen den Bedingungen des Aufwachsens und aktuellen medialen Entwicklungen in den Blick. Im Fokus stehen dabei Prozesse der Medienaneignung im ersten Lebensjahrzehnt.“ So steht es im Call for Papers für die Fachpublikation. Die Bedeutung der Medien und medialen Entwicklungen im Aufwachsen der jüngsten Mitglieder der Gesellschaft beschäftigt die Medienpädagogik und benachbarte Disziplinen schon seit einiger Zeit. Dennoch gibt es zu diesem Thema bislang noch wenig gesichertes Wissen. Angela Tillmann, Sandra Fleischer und Kai-Uwe Hugger haben mit dem 2014 erschienen Handbuch Kinder und Medien einen strukturellen Überblick über den aktuellen theoretischen und empirischen Forschungsstand herausgegeben. Aber auch hier ist die jüngste Zielgruppe nur sehr schwach vertreten. merz hat mit der zweiten Ausgabe in diesem Jahr den Versuch unternommen, die Altersspanne der frühen und mittleren Kindheit aus medienpädagogischer Perspektive in den Fokus zu nehmen (merz 2/2015 Medien und Kindheit) und zeigt verschiedene Ansatzpunkte in der medienpädagogischen Forschung und Praxis. Mit merzWissenschaft wurde das Spektrum noch einmal geöffnet für den Blick anderer Forschungsdisziplinen auf das Feld Medienaneignung und Aufwachsen im ersten Lebensjahrzehnt. Die zügig voranschreitende Mediatisierung der Lebenswelten hält sowohl die davon betroffenen Akteurinnen und Akteure als auch die Forschung und die Theoriebildung auf Trab. Diese Beschleunigung und das permanente Gefühl hinterher zu hecheln dürfen aber nicht dazu verführen, den Kopf in den Sand zu stecken und die Entwicklungen als solche zu notieren, ohne sie zu analysieren und zu evaluieren. Das breite Spektrum der Beiträge zu dieser Ausgabe von merzWissenschaft qualifiziert sich dadurch, dass einerseits aktuelle mediale Entwicklungen aufgegriffen und andererseits konzeptionelle und theoretische Deutungsversuche vorgelegt werden. Aus dem Editorial von Andreas Lange und Susanne Eggert
Aktualisiert: 2018-12-18
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Aufwachsen in komplexen Medienwelten

Aufwachsen in komplexen Medienwelten von Schorb,  Bernd, Theunert,  Helga
Aus der Perspektive medienpädagogischer Forschung haben Medien, ihre Angebote und Inhalte sowie ihre Kommunikations- und Interaktionsstrukturen auf unterschiedlichen Ebenen Relevanz im Sozialisationsprozess von Kindern und Jugendlichen. In der Auseinandersetzung des Subjekts mit gesellschaftlichen Gegebenheiten und Bedingungen werden sie unter anderem zur Orientierung, zur Information und zur Identitätsarbeit herangezogen. Mit Blick auf neuere Entwicklungen im Bereich digitaler Medientechniken finden Heranwachsende zunehmend kommunikative und interaktive Werkzeuge in den Medien vor, um sich zu anderen in Beziehung zu setzen, eigene Werke zu gestalten und diese zu veröffentlichen. merzWissenschaft 2013 greift die Frage auf, wie sich Sozialisationsprozesse mit und in Medien unter aktuellen gesellschaftlichen und medialen Bedingungen vollziehen und welche Herausforderungen mit deren Erforschung verbunden sind. Den zentralen Ausgangspunkt bildet dabei die Annahme, dass Medien nicht mehr nur als eine komplementäre Sozialisationsinstanz neben Familie, Peergroup und Schule gelten können, sondern sich auf vielfältige Weise in diese zentralen Bezugsgrößen von Sozialisation einklinken: - Medien sind von Bedeutung als eigenständige Sozialisationsinstanz, wenn es um orientierende Funktionen in der Rezeption von Inhalten geht, zum Beispiel in Bezug auf die Suche nach medialen Vorlagen und die Auseinandersetzung mit ihnen für die Arbeit an der eigenen Identität. - Im Kontext von Familie sind Medienensembles auf vielfältige Weise omnipräsent und haben Einfluss auf Kommunikations- und Vergemeinschaftungsprozesse, da hier der erste Kontakt mit Medien stattfindet und die Familienmitglieder mit ihren Vorlieben und Umgangsweisen als Vorbilder für die Kinder fungieren. Der Medienumgang in Familien ist eingebettet in familiäre Rituale und Routinen, wodurch auch eine gemeinsame Auseinandersetzung mit verschiedenen Themen angeregt wird. - Im Kontext der Peers waren und sind mediale Inhalte und Akteure ein wichtiger Gegenstand in der Aushandlung von soziokultureller Zugehörigkeit und sozialer und ästhetischer Abgrenzung in Peergroups. Gerade mediale Vorlieben bieten bedeutsame Anlässe für Kommunikation zwischen Heranwachsenden. Aktuell sind ab der frühen Adoleszenz insbesondere Soziale Netzwerkdienste ein Dreh- und Angelpunkt in der Kommunikation und Interaktion mit den Peers. - Im Kontext von schulischen und außerschulischen Bildungseinrichtungen finden informelle, im Medienumgang erworbene Kompetenzen der Kinder und Jugendlichen nach wie vor nur wenig Beachtung von ihren erwachsenen Bezugspersonen. Für die Frage der Verzahnung von informellen wie institutionalisierten Bildungs- und damit auch Sozialisationsprozessen im weiteren Sinn bildet der Medienumgang von Heranwachsenden aber eine wichtige Bezugsgröße, die es zu berücksichtigen gilt.
Aktualisiert: 2020-01-01
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Bildung mit und über Medien – Perspektiven von Bildungsforschung und Medienpädagogik

Bildung mit und über Medien – Perspektiven von Bildungsforschung und Medienpädagogik von JFF - Institut für Medienpädagogik in Forschung u. Praxis,  München, Schorb,  Bernd, Theunert,  Helga
Insgesamt betrachtet eröffnen die Beiträge einen multiperspektivischen Zugang auf das Zusammenspiel von Sozialisation, Bildungsprozessen und (insgesamt in der Fläche wenig vorhandenen) Medienbildungsangeboten in der mediatisierten Gesellschaft. Das Wechselspiel zwischen informellen und formalen Lerngelegenheiten wird deutlich. Die zentrale Rolle der Lehrkräfte für die Umsetzung schulischer Medienbildung und den Einsatz digitaler Medien wird in mehreren Beiträgen gewürdigt, und es können internale und externale Gründe für deren Handeln benannt werden. Zusammengeführt werden konnten Beiträge aus unterschiedlichen (Teil-)Disziplinen und forschungsmethodischen Traditionen. Unseres Erachtens werden einerseits Anschlussmöglichkeiten für Zugänge medienpädagogischer Forschung, aber auch Impulse für die theoretische und konzeptionelle Weiterentwicklung der Medienpädagogik deutlich. Wir hoffen, somit einen anregenden Beitrag zu leisten und bedanken uns bei allen, die an der Entstehung des Heftes beteiligt waren.
Aktualisiert: 2020-01-01
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Alles auf dem Schirm?

Alles auf dem Schirm? von Theunert,  Helga, Wagner,  Ulrike
Vor allem Jugendliche nutzen das Internet und die Mitmachoptionen des Web 2.0, um sich selbst und ihre Verortung in der Welt zu suchen und zu testen. Das kann ihnen zum Vorteil und zum Nachteil gereichen: Kompetent genutzt taugt die vielgestaltige, vernetzte Informationswelt als „Entwicklungshelfer“ und kann dazu beitragen, sich im sozialen Leben souverän zu positionieren. Genauso aber birgt sie das Risiko, sich im Informationswald zu verirren. Dass Medien eine, wenn nicht gar die zentrale Informationsinstanz für Jugendliche sind, ist unstrittig. Wie sich Jugendliche die heute verfügbaren Informationsnetze zunutze machen, nach welchen Kriterien sie aus der Fülle auswählen, welche Informationen sie selbst verbreiten und unter welchen Bedingungen sie daraus Gewinn ziehen oder in Problemlagen geraten – das sind Fragen, die für die Medienpädagogik wichtig sind. Denn der Umgang mit medialer Information hat hohe Relevanz für eine souveräne Lebensführung in der mediatisierten Gesellschaft. Die sechste Band der Interdisziplinären Diskurse will zur Klärung dieser Fragen beitragen und so die Entwicklung angemessener (medien-)pädagogischer Handlungsstrategien gegenüber und in den medialen Informationsnetzen anregen. Gründlich und breit aufgestellt bietet das Buch einen medienpädagogischen Blick auf die aktuelle „Lebenswelt“ des Web 2.0 und bindet im Schwerpunkt die Fragen nach faktischer Nutzung, Chancen und Risiken der digitalen Informationswelten gerade in sozialen Netzwerken ein. Sachgerecht und fundiert werden zentrale „Zugangspunkte“ dargelegt und Thesen entwickelt. Das Buch findet seine Adressaten vor allem in der medienpädagogischen Forschung, kann aber auch zur Reflexion eigener, praktischer Arbeit mit Jugendlichen dienen. Pfarrer Michael Lehmann-Pape, socialnet.de
Aktualisiert: 2020-01-01
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Mediengebrauch von Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren

Mediengebrauch von Kindern im Alter von 0 bis 6 Jahren von Schorb,  Bernd, Theunert,  Helga
Medien sind für Kinder ein Teil der Alltagswelt und ein Mittel der Weltaneignung. Die Auffassung, dass das Kinderleben bis zur Einschulung ein medienfreier Raum sein sollte, wird kaum noch ernsthaft vertreten. Dennoch sind Mediengebrauch und Medienerziehung von Kindern bis sechs Jahren immer wieder mit vielerlei Fragezeichen versehen. Das ist nicht zuletzt durch die Strategien des Medienmarktes bedingt. Medienangebote, die auf immer jüngere Altersgruppen abzielen – seien es Computerspiele für Dreijährige oder Internetangebote für Vorschulkinder –, versuchen mit dem Argument einer frühen Förderung zu überzeugen. Diese Vorstöße bieten jeweils von neuem Anlass zu berechtigten Diskussionen: Ab welchem Entwicklungsstand und unter welchen Voraussetzungen profitieren Kinder von den diversen Medienangeboten, die zudem häufig eng mit der Konsumwelt verbunden sind. Inwiefern birgt die Beschäftigung mit Medienangeboten in diesem Alter spezifische Risiken oder läuft den Bedürfnissen der Kinder entgegen? Zur Fundierung entsprechender Diskussionen bedarf es wissenschaftlicher Erkenntnisse, nach denen die Altersangemessenheit von Medienangeboten zu beurteilen ist. Ebenso ist zu bestimmen, was Medienkompetenz in den entsprechenden Altersabschnitten bedeutet. Beides ist nur auf der Grundlage von theoretisch und methodisch anspruchsvollen Studien möglich, die den aktuellen Mediengebrauch von Kindern bis zum Alter von sechs Jahren auf dem Hintergrund der Entwicklungsvoraussetzungen und der Einbettung in den Familien- und Erziehungsalltag thematisieren. merzWissenschaft möchte mit der Ausgabe 2010 dazu beitragen, die wissenschaftliche Fundierung der Diskussionen zum Mediengebrauch in früher Kindheit, im Kleinkind- und Vorschulalter durch Beiträge zu folgenden Themen voranzutreiben: • Verhältnis von Mediengebrauch und Entwicklung • entwicklungsorientierte theoretische Konzepte von Medienkompetenz • Mediengebrauch im Kontext sozialer und soziokultureller Bedingungen • Medienumgang und Medienerziehung in Familien • empirisch fundierte Analysen der Medienwelt der Altersgruppe • wissenschaftliche Evaluationen medienpädagogischer Konzepte
Aktualisiert: 2020-01-01
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Medien und Gesundheitsförderung

Medien und Gesundheitsförderung von Schorb,  Bernd, Theunert,  Helga
Die Bedeutung der Gesundheitsförderung von Kindern und Jugendlichen steht im Zentrum des 13. Kinder- und Jugendberichts der Bundesregierung. Dabei geht es darum, die Ressourcen und Fähigkeiten zu verbessern, die die Voraussetzung für eine souveräne Lebensführung von Kindern und Jugendlichen sind und ihr soziales, psychisches und physisches Wohlbefinden fördern. Sie bilden damit auch eine wichtige Grundlage für eine erfolgreiche Bildungslaufbahn. Gesundheitsförderung wird hier als gesamtgesellschaftliche Aufgabe formuliert. Die Frage, ob Medien in diesem Kontext eine Bedeutung haben, wird immer wieder kontrovers diskutiert. Auf der einen Seite stehen diejenigen, die der Meinung sind, dass Medien die Gesundheitsförderung positiv unterstützen können. Auf der anderen Seite wird die Ansicht vertreten, dass bestimmte Medieninhalte oder die Mediennutzung selbst dem körperlichen und seelischen Wohl von Kindern und Jugendlichen abträglich seien. Den Medien wird ein hoher Einfluss zugeschrieben, der jedoch so vielschichtig ist, wie die unterschiedlichen Medienangebote selbst und ihr Stellenwert in der Lebenswelt der Kinder und Jugendlichen. Vielschichtig ist aber auch der in diesem Zusammenhang bemühte Gesundheitsbegriff, der sich auf das – nicht nur kurzfristige – körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden bezieht. Entsprechend breit gefächert ist die Diskussion zum Themenkomplex Medien und Gesundheit. Hier reichen die Themen auf der Negativseite von der Werbung für gesundheitsbelastende Produkte (Genuss- und Suchtmittel) oder der Glorifizierung gesundheitsgefährdender Einstellungen und Verhaltensweisen in Internetforen (Anorexie-, Suizidseiten etc.) über Bewegungsmangel und soziale Deprivation durch übermäßige Mediennutzung bis hin zu exzessiven, suchtähnlichen Formen der Mediennutzung. Auf der Positivseite, die in der Öffentlichkeit weniger wahrgenommen wird, reicht das Spektrum von groß angelegten Gesundheitskampagnen, der Thematisierung von Gesundheit und Krankheit in Spielfilmen oder Fernsehserien über Online-Beratungsangebote bis hin zu Computer- und Videospielen, die zum Beispiel die Krankheitsbewältigung oder den Therapieprozess kranker Kinder unterstützen sollen.
Aktualisiert: 2020-01-01
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Digitale Spiele

Digitale Spiele von Schorb,  Bernd, Theunert,  Helga
„merzWissenschaft 2016 will wissenschaftliche Perspektiven auf digitale Spiele und das Spielen bündeln, die einen oder mehrere von drei Aspekten in den Blick nehmen: die für Kinder und Jugendliche relevanten Angebote, deren Aneignung durch Kinder und Jugendliche sowie die sozialen und gesellschaftlichen Rahmenbedingungen der Aneignung. Beide Seiten, die Angebote wie die Aneignungsprozesse, sind rasanten Entwicklungen unterworfen." So stand es im Call for Papers für die Fachpublikation. Aus medienpädagogischer Perspektive wird zum einen dasjenige Angebotsspektrum und dessen Strukturen in den Fokus gerrückt, das explizit an Kinder und Jugendliche adressiert ist. Zum anderen werden aber auch jene digitalen Spiele behandelt, die sich laut Entwicklern und Publishern primär an ein erwachsenes Publikum richten, aber dennoch von Kindern und Jugendlichen gespielt werden. Mit Blick auf die Aneignung durch Kinder und Jugendliche werden neben Nutzungssettings auch kulturelle Bezüge zu Fan- und/oder Konsumkulturen betrachtet. Die diesjährige merzWissenschaft eröffnet eine holistische, interdisziplinäre wissenschaftliche Perspektive auf digitale Spiele und das Spielen und zeigt aktuelle Forschungsbefunde auf. Daber stehen vor allem zwei Aspekte im Vordergrund: Interaktionsräume digitaler Spielwelten und das Bildungs- und Lernpotenzial digitaler Spiele. Aus dem Editorial von Sonja Ganguin
Aktualisiert: 2019-11-29
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Medienhandeln in globalisierten und multilokalen Lebenswelten

Medienhandeln in globalisierten und multilokalen Lebenswelten von Schorb,  Bernd, Theunert,  Helga
Immer mehr Lebensbereiche werden immer grundlegender von Medien durchdrungen. Durch diesen Mediatisierungsprozess verändern sich die Rahmenbedingungen für Erleben, Handeln und Kommunizieren der Menschen. Es entstehen neue Kommunikationsformen und Kommunikationsmöglichkeiten: Zum Beispiel erlauben die neuen Smartphones und Tablets ein in hohem Maße flexibles Medienhandeln – man kann sich unabhängig von Ort und Zeit mit medialen Inhalten beschäftigen, mit Menschen kommunizieren und eigene Botschaften artikulieren. Vor allem mobile Geräte erweitern die Zugriffsmöglichkeiten auf mediale Inhalte und kommunikative Werkzeuge; Individual- und Massenkommunikation wachsen dabei immer enger zusammen. Handeln und Kommunizieren werden so zunehmend multi- und translokal. Gleichzeitig geraten Handeln und Kommunizieren aber auch in einem neuen Sinn in einen ökonomischen Kontext: Wer seine Handlungsspielräume für eine souveräne Lebensführung ausloten will, muss sich immer auch vorgegebene mediale Inhalte und Werkzeuge aneignen und sich auf damit verbundene kommunikative Strukturen einlassen. Denn die Verwendung digitaler Medien findet Techniken und Organisationsformen vor, auf die sie sich beziehen muss und die in ökonomischem Interesse gestaltet und entwickelt worden sind. Was jenseits des direkt Erfahrbaren mit Kommunikaten und mit den eigenen Daten passiert, ist dann kaum noch nachvollziehbar. Globalisierung und Ökonomisierung gehen so Hand in Hand mit Prozessen der Mediatisierung. Die daraus resultierenden kulturellen, politischen, ökonomischen und medialen Entwicklungen erweisen sich als eng miteinander verzahnt und verändern die Art, wie die Welt konstruiert und rekonstruiert wird. Die Subjekte als Interpreten und Gestalter ihrer Lebenswelt sind obendrein immer mehr gefordert, ihre Lebensführung mit all diesen Anforderungen "von außen" in Einklang zu bringen. Die Herausforderungen, denen sich die Subjekte dabei im Rahmen von Medienaneignungsprozessen stellen (müssen), können vor diesem Hintergrund in verschiedenen Dimensionen skizziert werden, so etwa als: - Vergemeinschaftung: Soziale, kulturelle und politische Räume, in denen je nach Gegenüber oder Publikum unterschiedliche Themen verhandelt werden, konstituieren sich zunehmend über mediatisierte soziale Beziehungen. Es werden neue Vergemeinschaftungsformen möglich und sichtbar, die nicht mehr auf traditionellen Bindungsformen beruhen, sondern in denen Entgrenzung erfahren und mit medialen Mitteln gestaltet wird, zum Beispiel in multilokalen Familien-, Liebes- oder Freundschaftsbeziehungen - Verortung: Das Subjekt ist in seinen durch mediale Strukturen vorstrukturierten Auseinandersetzungen und Beziehungsformen mit anderen gefordert, verschiedene Facetten seines Selbst zu präsentieren und sich im Hinblick auf vielfältige Fragestellungen zu verorten. Dies geschieht dann beispielsweise im Hinblick auf globale oder lokale Themen und oft auch mit Bezug auf die Gestaltung und Ausformung lokaler, regionaler oder auch grenzüberschreitender transkultureller Identität. - Flexibilisierung: Mobiles Medienhandeln ermöglicht den Subjekten Flexibilität im Umgang mit medialen Strukturen und Werkzeugen. Flexibilität ist aber auch als eine gesellschaftliche Anforderung an die Einzelnen zu diskutieren, die in der mediatisierten Lebenswelt zum Beispiel im Hinblick auf die Arbeitssphäre an Bedeutung gewinnt. - Verdichtung: Durch Mediatisierung ist eine Verdichtung kommunikativer Beziehungen zu beobachten, die Fragen nach Nähe und Distanz in der Gestaltung des Soziallebens aufwirft. Zugleich werden damit neue Orientierungsbedarfe der Menschen offenkundig, da es zunehmend schwierig ist, die Konsequenzen des eigenen kommunikativen Handelns zu überblicken, die beobachtet, aufgezeichnet und ausgewertet werden. Insofern tragen diese sich wandelnden Rahmenbedingungen von Sozialisation und sozialem Handeln und Erleben einerseits zu neuen Beziehungsformen, andererseits aber unter Umständen auch zu einer Verengung auf strukturell Zugelassenes und zu grundlegender, am kommunikativen Handeln ansetzender Verunsicherung bei. Indem das Subjekt immer stärker gefordert ist, sich mit Anforderungen einer zunehmend mediatisierten Sozialwelt auseinanderzusetzen bzw. diese durch sein eigenes Medienhandeln aktiv mit- und auszugestalten, wird das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Interessen und dem souveränen Handeln der Einzelnen aufs Neue zu einem wichtigen Thema kommunikations- und medienwissenschaftlicher Forschung.
Aktualisiert: 2020-01-01
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